Aufbruchstimmung in der Lebensmittelbranche: Biodiversitätskonferenz zeigt Lösungswege auf

Blick in einen Konferenzsaal. Mehr als 100 Menschen stehen in einer Gruppe und blicken in die Kamera.
Über zwei Tage tauschten sich die 140 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verbänden über Nature Credits, Best Practices, Tools und Incentive-Modelle aus. Copyright: Food for Biodiversity

„Klimaschutz und der Erhalt der biologischen Vielfalt müssen in Unternehmensstrategien stärker zusammengedacht werden. Es gibt Maßnahmen, die beiden Zielen dienen können“, sagt Stephanie Finkbeiner, Geschäftsbereichsleiterin Nachhaltigkeit / CSR der EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG. „Gerade für die Lebensmittelwirtschaft ist der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen eine Investition in die langfristige Versorgungssicherheit.“

„Artenvielfalt, Wasser, Klimawandel: Diese Herausforderungen sind zu groß für ein einzelnes Unternehmen oder eine einzelne Regierung. Wir werden nur dann größere Fortschritte erzielen, wenn Wirtschaft und öffentlicher Sektor gemeinsam an besseren politischen Maßnahmen arbeiten“, betont Chris Adamo, VP Global Sustainability Impact bei Danone. Er stellte auf der Konferenz Danones Ansatz für nachhaltige Praxis, erfolgreich umgesetzte Projekte und zukünftige Pläne vor.

„Der Schutz der biologischen Vielfalt muss zu einem festen Bestandteil wirtschaftlichen Handelns werden. Dafür braucht es praxistaugliche Lösungen und ein gemeinsames Engagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette”, bestätigt auch Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Ein Mann steht vor einer Europaflagge in einem Konferenzsaal an einem Rednerpult.
Chris Adamo, VP Global Sustainability Impact bei Danone, spricht auf der Konferenz über erfolgreiche Projekte in der Lieferkette. Copyright: Food for Biodiversity

Nach der Verpflichtung zum Schutz der biologischen Vielfalt gehe es nun vor allem um Fortschritte in der Umsetzung, ergänzt Adamo. „Der private Sektor muss hier aktiv mitgestalten“. Eine Vorreiterrolle nimmt dabei der Verein Food for Biodiversity ein, dem inzwischen alle großen deutschen Lebensmittelhandelsunternehmen angehören.

Im Rahmen der Konferenz stellte der Verein seine neue Strategy for the Roll-out of the Basic Set Temperate Regions for the Promotion of Biodiversity in the Food and Beverage Sector vor. Die 36 Mitglieder des Vereins – aus Wirtschaft, Standard-Organisationen und Verbänden – haben damit einen gemeinsamen Fahrplan und konkrete Ziele für mehr Biodiversität in landwirtschaftlichen Lieferketten.

Die Strategie verankert Biodiversitätskriterien fest in den Anforderungen von Lebensmittelstandards sowie in den Beschaffungsvorgaben von Lebensmittelunternehmen. Das klare Ziel: Bis 2030 sollen Unternehmen zwei Risikorohstoffgruppen (z.B. frisches Obst und Gemüse) nach festgelegten Biodiversitätskriterien beschaffen. Der Verein wird jährlich darüber berichten.

Die Roll-out-Strategie und das Basis Set Biodiversitätskriterien für die Landwirtschaft in gemäßigten Breiten stehen zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen über die Konferenz Fit for Biodiversity – Solutions for the Agri-Food Sector

Die Konferenz war Teil des EU-LIFE-Projekts Fit for Biodiversity – Biodiversity Governance and Performance in the Food Sector, veranstaltet vom Verein Food for Biodiversity gemeinsam mit den Projektpartnern Global Nature Fund, Meo Carbon Solutions, Bodensee-Stiftung und Justus-Liebig-Universität Gießen.

Fit for Biodiversity hat sich zum Ziel gesetzt, die Biodiversitätsleistung im Lebensmittelsektor zu verbessern und wirksame Strategien zum Schutz von Ökosystemen zu entwickeln. Das Projekt unterstützt Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft dabei, Biodiversitätsrisiken zu erkennen, wirksame Maßnahmen umzusetzen und Biodiversität systematisch in Unternehmens- und Lieferkettenstrategien zu integrieren.

Das Projekt wird kofinanziert durch das LIFE-Programm der Europäischen Union, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, die Rentenbank, die Postcode Lotterie sowie die Premiumpartner Nestlé Deutschland, EDEKA und Lidl.

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