Reichhaltige Nahrung – Für Schweine und Insekten

Eine Gruppe von Menschen ist von hinten zu sehen. Die Menschen schauen in einen Schweinestall.
Copyright: Bodensee-Stiftung

Wie kann auf unseren Äckern mehr Biodiversität gelingen? Zwei Schweinebetriebe aus dem EIP-Projekt ‚BiodivSchwein – Nachhaltgkeit und Biodiversität in der Schweinefütterung‘ zeigten bei einer Exkursion anschaulich, wie dies gelingen kann. Auf beiden Betrieben erfolgt die Futterversorgung der Schweine nur über den eigenen Anbau. Knapp 30 Personen nahmen interessiert an der Veranstaltung teil.

Igor Herrmann vom Gutshof Großtissen (ökologisch wirtschaftender Ferkelerzeuger – Naturland) baut bereits seit mehreren Jahren Lupinen an, die er in der Schweinefütterung auf seinem Betrieb einsetzt. Nachdem bei der ersten Fütterung mit Lupine in der Ration das Schmatzen der Schweine ausblieb, reduzierte er den Lupinenanteil bei den Aufzuchtferkeln auf 4%. Von da an nahmen die Schweine das Futter wieder gerne an, berichtete er den Exkursionsteilnehmer*innen. Gleichzeitig konnte im Projekt gezeigt werden, dass zwar mit Lupine weniger Futter von den Tieren aufgenommen wurde, die Tageszunahmen aber in etwa gleichblieben.

Der oberirdische Biodiversitätsgewinn der Lupinen war deutlich zu sehen: Während Mitte Juni kaum noch blühende Pflanzen in der Landschaft erkennbar sind, bieten – neben den letzten Blüten des Hafer-Erbsengemenges nebenan – die Weiße Lupine auf dem Feld von Igor Herrmann noch längere Zeit pollen- und nektarsammelnden Insekten ein Nahrungsangebot.  Neben Lupine füttert Herr Herrmann auch Luzerne an seine Schweine, die nach einem ersten frühen Schnitt zu Cobs weiterverarbeitet und der Rationsmischung zugefügt werden.

Über den Feldern von Rainer Buck (konventionell wirtschaftender Mäster – Hofglück Edeka Südwest) zwitscherten die Feldlerchen, während der Landwirt den Teilnehmenden den Anbau seines Hafer-Erbsengemenges erläuterte. Das Gemenge hat sich gut etabliert, wobei der Hafer durch den im Nachhinein doch etwas zu großen Anteil dominierte. Hier spielt das betriebsindividuell angestrebte Aussaatverhältnis eine wichtige Rolle. Ausschlaggebend kann hier das Ziel des Gemenges sein, z.B. zur Unkrautunterdrückung oder auch zur Futtereiweißgewinnung über die Erbsen.

Eine Gruppe von Menschen ist von hinten zu sehen. Die Menschen stehen auf einem grünen Acker und blicken auf einen Landwirt, der vor ihnen steht und zu ihnen spricht.
Copyright: Bodensee-Stiftung
Eine Gruppe von Menschen steht in einer Reihe auf einem Acker und blickt auf den Anbau.
Copyright: Bodensee-Stiftung

Langjährige Erfahrung hat Herr Buck mit dem Anbau von Soja, das die Basis der Eiweißversorgung in der Fütterung darstellt. Mit steigenden Temperaturen hat sich die Anbauwürdigkeit von Soja in seiner Region verbessert. Aus seiner Sicht ist die Kultur unter günstigen Anbaubedingungen eine einfache Kultur – (noch) sind keine Krankheiten und Schädlinge etabliert, die einer Pflanzenschutzbehandlung bedürften. Lediglich das Unkrautmanagement muss sorgfältig erfolgen, so der Landwirt. Er löst dies mit zwei Herbizidbehandlungen.

„Biodiversität ist nicht nur ein landschaftlich reizvoller Aspekt, sie ist Basis unseres Lebens und leistet in der Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung, Schädlingsregulierung, zur Fruchtbarkeit der Böden, zur Wasserversorgung und zu vielen weiteren Leistungen“, betont Projektleiterin Sabine Sommer von der Bodensee-Stiftung,

Das EIP Projekt Biodiv-Schwein wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP-AGRI) unterstützt. Das Projekt wird finanziert mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Mehr News