EU-Verpackungsverordnung: Branchendialog zeigt Bedarf an Informationen und Austausch

Erste Vorgaben der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) treten im August 2026 in Kraft. Die Ziele sind ambitioniert: Die Verordnung gibt einen verbindlichen Fahrplan für mehr Recyclingfähigkeit vor. Unternehmen, die die Ziele nicht erreichen, laufen Gefahr, ihre Produkte in Zukunft nicht mehr auf dem europäischen Markt in Verkehr bringen zu können.

Das Interesse am Thema und der Bedarf an vertieften Informationen ist groß: Mehr 150 Personen aus dem DACH-Raum hatten sich zur Auftaktveranstaltung eines „Runden Tischs“ angemeldet, zu dem die Bodensee-Stiftung gemeinsam mit dem Verpackungshersteller Amcor eingeladen hatte. Dr. Carl Dominik Klepper, Vorsitzender der Allianz Verpackung und Umwelt, führte in die PPWR-Vorgaben ein, Dr. Gerald Rebitzer, Vice President Sustainability & Advocacy bei Amcor, gab Einblick in die Umsetzungspraxis seines Unternehmens, und Sven Schulz, Leiter des Handlungsfelds Unternehmen und biologische Vielfalt bei der Bodensee-Stiftung, stellte Beispiele für Kooperationsmöglichkeiten vor und moderierte den Dialog. Angesichts der hohen Teilnehmendenzahl wurde das Format kurzfristig angepasst: Statt einer moderierten Diskussion gab es interaktive Abstimmungen und eine Fragerunde.

Das zentrale Ergebnis: Die meisten Teilnehmenden befinden sich noch in frühen Umsetzungsphasen und der Informationsbedarf ist riesig. Und das, obwohl erste Pflichten schon in wenigen Wochen gelten. Zahlreiche Fragen wurden gestellt, insbesondere zur Konformitätserklärung, zur Rollenklärung entlang der Lieferkette, zu PFAS-Grenzwerten und zum Umgang mit bestehenden Lagerbeständen – Themen, bei denen noch erheblicher Klärungsbedarf besteht und die den Bedarf für weitere Veranstaltungen unterstreichen. Gleichzeitig zeigte sich eine bemerkenswerte Kooperationsbereitschaft: Eine Mehrheit ist bereit, Wissen und Erfahrungen zu teilen– das größte Hemmnis ist nicht fehlender Wille, sondern Zeit und Ressourcen.

Der Branchendialog wird 2026 und 2027 fortgesetzt. Weitere Informationen werden auf der Website der Bodensee-Stiftung veröffentlicht.

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