Bodensee-Stiftung präsentiert neues Webtool als Informationsdienst für Landwirt*innen zur nachhaltigen Anpassung an den Klimawandel

Satellitenkarte von Mitteleuropa mit über 300 gelben Markierungen, die die Projektregionen des EU-Projekts LIFE AgriAdapt darstellen. Die Standorte verteilen sich über Deutschland, die Niederlande, Belgien, Frankreich, die Schweiz, Österreich und Tschechien, mit einer Häufung im Südwesten Deutschlands.
Copyright: Bodensee-Stiftung

„AWA steht für AgriAdapt Webtool für Anpassung. Damit bieten wir eine einfache, interaktive und übersichtliche Möglichkeit für Landwirt*innen und Fachleute, sich über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels zu informieren. Neben nützlichem Wissen bieten wir Informationen, wie sich für die Landwirtschaft bedeutsame Indikatoren in der Vergangenheit entwickelt haben und wie sich diese Kenngrößen bis 2046 entwickeln könnten. Die Klima-Indikatoren sind so gewählt, dass sie aussage­kräftig sind für Ackerbaubetriebe, viehhaltende Betriebe sowie Obst- und Weinbaubetriebe“, beschreibt Sabine Sommer von der Bodensee-Stiftung das Ziel und die Inhalte des neuen Angebots.

Carolina Wackerhagen von der Bodensee-Stiftung beschreibt den Mehrwert des neuen Webtools „Wir wollen den Klimawandel so konkret wie möglich für die Landwirtschaft veranschaulichen. Dazu haben wir eine eigene Methode entwickelt, um verfügbare Wetterdaten und Klimaprojektionen des Euro­päischen Forschungszentrums JRC verarbeiten zu können. Mit dem neuen Webtool haben Land­wirt*innen nun freien Zugang zu diesen wichtigen und anschaulich präsentierten Informationen. Damit können sie sich künftig eine bessere Entscheidungsgrundlage schaffen, wenn sie ihre Betriebe nachhaltig an den Klimawandel anpassen wollen.“

Mit dem neuen Informationsangebot machen die Projektpartner die wesentlichen Ergebnisse ihres Klimawandel-Checks bei 126 Pilotbetrieben in ganz Europa allgemein verfügbar und nutzbar. Das Webtool bietet drei voneinander unabhängige Module. Im ersten Modul vermittelt ein Quiz landwirtschaftlich orientiertes Wissen zum Klimawandel.

Im Daten-Modul können die Landwirt*innen in einer interaktiven EU-Karte eine Region in ihrer Nähe auswählen. Dadurch erhalten sie Informationen zur Variabilität der Erträge verschiedener Kulturen und zum Klima in der Vergangenheit (1987-2016). Besonders interessant sind die grafischen Darstellungen der 29 agrarbezogenen Klima-Indikatoren für die nahe Zukunft (2017-2046) für Ackerbaukulturen, Tierhaltung, Wein- und Obstbau. Die Daten stehen derzeit für über 300 Teilregionen in ganz Europa bereit. Die Projektpartner planen bereits Folgeprojekte, um das Daten-Angebot für möglichst viele weitere Teilregionen bereitzustellen. 

Liniendiagramm zur Entwicklung von Hitzestress im Getreideanbau von 1988 bis 2046. Dargestellt ist die Anzahl der Tage mit Maximaltemperaturen über 25 °C zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Ab etwa 2017 ist ein deutlicher Anstieg und eine größere Schwankungsbreite erkennbar, mit Spitzenwerten von über 30 Tagen.
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Im Maßnahmen-Modul werden die betrieblichen Möglichkeiten zur nachhaltigen Anpassung an den Klimawandel beschrieben und können nach Bedarf interaktiv nach verschiedenen Kriterien recher­chiert werden. „Durch die verschiedenen Filtermöglichkeiten können sich die Nutzer*innen schnell einen guten Überblick verschaffen, welche der gut 90 Anpassungsmöglichkeiten für ihren Betrieb in Frage kommen. Die Maßnahmen können nach Klimarisikoregion, Betriebstyp, unterschiedlichen Anpassungskomponenten sowie nach kurz-, mittel- oder langfristiger Anpassung gefiltert werden. Dazu haben wir für alle Maßnahmen eine Einstufung der Effekte auf weitere Nachhaltigkeitskomponenten vorgenommen“, beschreibt Projektkoordinator Patrick Trötschler die vielfältigen Auswahlmöglich­keiten, die das Webtool bietet.

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