Wiedervernässung Weitenried: Keine negativen Auswirkungen auf Trinkwaser

Die Wiedervernässung großer Teile des Weitenrieds ist mit Blick auf die Trinkwasserversorgung der umliegenden Gemeinden unbedenklich. Zu diesem Ergebnis kommt das Ingenieurbüro Kobus und Partner, das im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg eine umfassende Studie durchgeführt hat.

Im Zentrum der Untersuchung standen detaillierte hydrogeologische Modellrechnungen, die die komplexen Zusammenhänge zwischen Moorwasser, Grundwasser und Trinkwassergewinnung abbilden. Die Gemeinden Steißlingen und Volkertshausen sowie die Stadt Singen (Ortsteil Beuren an der Aach) beziehen ihr Trinkwasser aus Quellen unterhalb des Weitenrieds. Entsprechend hoch war die Bedeutung einer fundierten Risikoabschätzung.

Die zentrale Erkenntnis der Untersuchung ist eindeutig: Die Wiedervernässung hat keine negativen Auswirkungen auf das Trinkwasser. Grund dafür sind die natürlichen geologischen Verhältnisse im Untergrund. Das Grundwasser steht hier unter Druck und strömt von unten nach oben. Dadurch wird verhindert, dass Wasser aus dem Moor in die tieferliegenden Grundwasserleiter gelangt, aus denen das Trinkwasser gewonnen wird.

Auch detaillierte Modellrechnungen bestätigen: Die Fließrichtungen des Grundwassers bleiben stabil – sowohl im heutigen Zustand als auch nach einer Wiedervernässung. Ein Übertritt von Moorwasser in die für die Trinkwasserversorgung genutzten Schichten findet nicht statt.

Für weite Teile des Weitenrieds bedeutet das: Eine Wiedervernässung ist ohne Einschränkungen möglich. In Teilbereichen empfehlen die Gutachter, die konkreten Maßnahmen im Detail zu prüfen. Zusätzlich wurden rund um die Trinkwasserbrunnen vorsorglich Schutzzonen festgelegt, in denen eine Wiedervernässung ausgeschlossen wird – unabhängig von den noch zu erarbeitenden Konzepten für eine Wiedervernässung.

Auch künftig soll das Weitenried landwirtschaftlich genutzt werden können. Perspektivisch gewinnen dabei moorbodenschonende Bewirtschaftungsformen an Bedeutung, die an höhere Wasserstände angepasst sind. So lassen sich Klimaschutz, Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung sinnvoll miteinander verbinden.

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