Info-Vortrag zu “Lazy Gardening” am 6. März

“Mehr Vielfalt im Garten – dank Nichtstun”: Vortrag vermittelt Informationen und Tricks – Radolfzeller Bürgerbudget-Projekt „Lazy Gardening“ lädt ein.

 

Weniger mähen, mehr wachsen lassen, mehr Vielfalt im Garten: Warum das sinnvoll ist und wie es erfolgreich umgesetzt werden kann, stellt Saskia Wolf von der Bodensee-Stiftung in einem Vortrag am Freitag, 6. März, um 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Radolfzell vor. Der Vortrag findet im Rahmen des Projekts „Lazy Gardening“ statt, das über das Bürgerbudget der Stadt Radolfzell gefördert wird. Eine Anmeldung ist nicht nötig, der Eintritt ist frei.

Die Bodensee-Stiftung lädt mit dem Projekt Bürger*innen dazu ein, den Rasenmäher in den Urlaub zu schicken. Mit weniger Lärm und weniger Aufwand schaffen die „faulen Gärtner*innen“ mehr Lebensraum und Nahrung für Insekten und weitere Kleintiere. Außerdem wird der Lebensraum für bodenbrütende Insekten und Raupen geschützt, und die Grasnarbe kann Feuchtigkeit besser speichern, was auch bei Trockenheit hilft.

Referentin mit viel Erfahrung in Biodiversitätsförderung

Die Referentin Saskia Wolf hat bereits viele landwirtschaftliche Betriebe dazu beraten, wie sie Biodiversität fördern können, und sie hat zahlreiche Ehrenamtliche zu „Blühbotschaftern“ ausgebildet, die sich nun in ihrem privaten Umfeld für bestäubende Insekten einsetzen. Sie wird in ihrem Vortrag hilfreiche Tipps zum Umstellen der Pflege von Grünflächen geben und steht im Anschluss für Fragen bereit.

Sensenkurs und Gartenbesuche folgen

Die Bodensee-Stiftung baut mit diesem Projekt die ursprünglich aus England stammende Kampagne „No Mow May“ (Mäh nicht im Mai) aus. Bei dieser Kampagne geht es darum, die Blühpflanzen nicht im Mai zu mähen. Die Bodensee-Stiftung begleitet darüber hinaus die Gärtner*innen bereits vor dem Mai und über den Mai hinaus hin zu mehr Natur im eigenen Garten. Das Projekt will Verständnis für mehr Vielfalt im Garten schaffen und den Austausch unter den Bürger*innen fördern – zwischen Kernstadt und Ortsteilen und zwischen Generationen. Dazu lädt die Bodensee-Stiftung alle Interessierten zu Veranstaltungen ein – vom Info-Vortrag wie am 6. März über einen Sensenkurs bis zu Gartenbesuchen. „Auch Schulen oder KiTas können mitmachen“, sagt Dr. Immanuel Schäfer vom Projektteam mit Blick auf deren Grünflächen.

Weitere Informationen auf der Projektseite von Lazy Gardening sowie auf dem Instagram-Kanal von Lazy Gardening.

Bürger*innen, die selbst keine Fläche pflegen, können sich dennoch am Projekt beteiligen: Als Bürger-Wissenschaftler*innen können sie zum Beispiel eine städtische Grünfläche auf der Mettnau als Referenzfläche beobachten und ihre Naturentdeckungen dokumentieren. Mit der kostenlosen Smartphone-Anwendung iNaturalist sind Insekten leicht zu bestimmen. Die Bodensee-Stiftung kann die erfassten Insekten und damit die Entwicklung der Fläche auswerten.

„Zugegeben, für manchen wird der Anblick eine Umgewöhnung bedeuten“, räumt Projektkoordinatorin Gertrud Nußbaum ein. Die Organisation stellt deshalb auch Argumentationshilfen für die „faulen Gärtner“ zur Verfügung, die sich eventuell Vorwürfen von Verwilderung ihrer Flächen stellen müssen.