Von der Natur lernen und dadurch einen Mehrwert schaffen

Das Bürgerspital Basel begann vor rund 22 Jahren mit der naturnahen Gestaltung des Firmenareals. Was damals auf „Restflächen“ ausprobiert wurde, wird heute auf fast der Hälfte der Gesamtfläche umgesetzt – Tendenz steigend. Um das Areal kümmert sich die hauseigene Gärtnerei, die zugleich auch Ausbildungsstätte für Menschen mit einer Behinderung ist. Sowohl Angestellte als auch Lehrlinge lernen damit nicht nur die klassische Galabauweise sondern auch die Neuanlage und Pflege naturnah gestalteter Flächen kennen. Auf diese Weise wird tiefer gehendes Wissen über ökologische Zusammenhänge vermittelt und damit die Qualität der Ausbildung erhöht.

Das Unternehmen wurde nun als Best-Practice Beispiel aufgearbeitet und in einer Broschüre, die zu der Reihe „Naturnahe Firmengelände – Vorbildunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ gehört, vorgestellt. Die Broschüren heben das Besondere des jeweiligen Firmenareals hervor und zeigen, dass naturnah gestaltete Areale keine Naturschutzgebiete darstellen, sondern, dass dort durchaus auch gearbeitet wird.

Hintergrundinformationen

Die Schweizer Stiftung Natur und Wirtschaft hat das Thema „naturnahe Gestaltung“ schon vor einigen Jahren aufgegriffen und vergibt ihr Qualitätslabel an Firmen, die mindestens 30% des Gebäudeumschwungs naturnah gestaltet haben. Gegenwärtig sind 318 Firmen in der Schweiz mit dem Label ausgezeichnet. Die Vorgehensweise und die Erfahrungen wurden nun auch auf Deutschland übertragen. Angestoßen wurde es durch das Projekt „Unternehmen und Biologische Vielfalt am Bodensee“, welches vom Programm „Interreg IV Alpenrhein – Bodensee – Hochrhein“ und der Heinz-Sielmann-Stiftung unterstützt wird. Das Projekt spricht gezielt Unternehmen an, um sie für den fortdauernden Verlust der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren und sie zu motivieren, sich für dessen Erhalt einzusetzen. Im Rahmen des Projekts haben Unternehmen die Möglichkeit, eine Erstberatung zur naturnahen Gestaltung ihres Firmenareals oder einen Biodiversity-Check, der die Auswirkungen eines Unternehmens auf die Biodiversität untersucht, in Anspruch zu nehmen. Die Ergebnisse sind in beiden Fällen praktische Maßnahmenvorschläge, zum Beispiel wie ein Unternehmen sein Firmenareal ökologisch aufwerten oder den Aspekt Biodiversität im Tagesgeschäft besser berücksichtigen kann. Aufgrund der guten Resonanz auf Seiten der Unternehmer wurde das Thema „naturnahe Firmenareale“ mittels eines weiteren Projektes nun deutschlandweit ausgeweitet.

Mehr Informationen zu den Themen „Wirtschaft und Biologische Vielfalt“, „Biodiversity-Checks“  sowie zu „Naturnahe Firmenareale“ finden Sie unter: www.business-biodiversity.eu sowie www.naturnahefirmengelaende.de

Ansprechpartner:

Bodensee-Stiftung

Sven Schulz: +49 7732 9995 44 / sven.schulz@bodensee-stiftung.org

Kerstin Fröhle: +49 7732 9995 40 / kerstin.froehle@bodensee-stiftung.org

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