Auszubildende schaffen Raum für mehr Artenvielfalt

Junge Männer bearbeiten mit Rechen und Spaten eine Grünfläche. Im Hintergrund trägt einer Äste weg, dazwischen steht eine Schubkarre.
Mit vollem Einsatz bereiteten die Auszubildenden von INGUN in Konstanz begleitet von Daniela Dietsche und Linda Riek von der Bodensee-Stiftung ihren „Azubi-Garten“ vor. Damit sorgen sie für mehr Artenvielfalt auf dem Firmengelände – und erhöhte Aufenthaltsqualität für ihre Kollegen. Copyright: Bodensee-Stiftung

Selbstgebaute Sitzgelegenheiten aus Holzpaletten, davor Blumen und schattenspendende Bäume, dahinter eine begrünte Garagenwand, daneben ein Insektenhotel und zwischendurch ein Holzbohlenweg: In dieser Oase werden Beschäftigte der Firma INGUN im Konstanzer Industriegebiet ihre Pause verbringen können. Und hier werden zudem Insekten, Eidechsen, Würmer und Vögel Nahrung und Lebensraum finden. Auszubildende der Firma haben die Fläche gestaltet und angelegt. Ebenso haben auch Auszubildende des SÜDKURIER Medienhauses Ideen für die biodiversitätsfreundliche Flächengestaltung entwickelt und umgesetzt. Das Ziel des Projektes, zu dem die Bodensee-Stiftung die Firmen eingeladen hat: mehr Artenvielfalt auf dem Firmengelände und eine erhöhte Aufenthaltsqualität für die Kollegen.

Das Besondere: Die jungen Menschen machen keine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau, sondern erlernen technische oder kaufmännische Berufe. Doch sie sind genauso vom Klimawandel als auch vom Verlust der biologischen Vielfalt betroffen. Dem entgegenzuwirken ist für den Erhalt überlebenswichtiger Ökosystemleistungen – wie der Reinigung von Luft und Wasser und der Lebensmittelsicherheit – notwendig. Auch naturnah gestaltete Flächen von Unternehmen tragen ihren Teil dazu bei.

Eine Gruppe Jugendlicher steht auf einer Rasenfläche an einem Zaun. Vor ihnen ist ein Streifen der Grünfläche umgebrochen.
Für mehr Artenvielfalt auf dem Firmengelände säten die SÜDKURIER-Azubis eine Blühfläche ein. Copyright: Bodensee-Stiftung

Daniela Dietsche und Linda Riek, Biodiversitätsexpertinnen der Bodensee-Stiftung, begeisterten die Auszubildenden zunächst bei einem Theorietag mit kurzweiligen und informativen Formaten für das Thema. „Mit großer Offenheit und ebenso großem Engagement haben sich die Auszubildenden darauf eingelassen und ihre Ideen für mehr Artenvielfalt und mehr Aufenthaltsqualität auf dem Firmengelände entwickelt“, sagt Projektleiterin Daniela Dietsche. So lernten sie beispielsweise, dass exotische Pflanzen der heimischen Insektenvielfalt kaum förderlich sind und, dass es attraktive, naturnahe und „wildere“ Alternativen für gepflegte Rasenflächen gibt. Dieses Wissen bezogen die Auszubildenden in die Planung ihrer zu gestalteten Flächen ein.

Dann folgte die Praxis: Trotz Wetterkapriolen bereiteten die Auszubildenden die Flächen vor, pflanzten Birnen-, Apfel- und Kirschbäume sowie Beerenbüsche, legten Steinhaufen und Sitzgelegenheiten an. „Eigentlich macht mir Gartenarbeit gar keinen Spaß“, gestand eine Auszubildende. In der Gruppe habe sie jedoch Freude daran bekommen. Eine zusätzliche Motivation war, dass die Auszubildenden künftig selbst die Früchte ihrer Arbeit werden genießen dürfen. Bis dahin brauchen die Flächen noch etwas Pflege – auch darum werden sich die Auszubildenden weiterhin kümmern.

Die Motivation der teilnehmenden Firmen war von Anfang an groß: „Junge Leute wollen wissen, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit tut und sich einbringen“, weiß Katharina Epp, die die Auszubildenden beim SÜDKURIER Medienhaus betreut. Deshalb hat das Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit bereits in den betrieblichen Unterricht aufgenommen. Den Auszubildenden die Umsetzung eines konkreten Projektes auf dem Firmengelände vor Ort anzubieten, fügte sich hervorragend in das Konzept.

Junge Männer bearbeiten mit Rechen, Besen und Spaten eine Grünfläche. Im Hintergrund steht eine Schubkarre.
Mit vollem Einsatz bereiteten die Auszubildenden von INGUN in Konstanz begleitet von Daniela Dietsche und Linda Riek von der Bodensee-Stiftung ihren „Azubi-Garten“ vor. Damit sorgen sie für mehr Artenvielfalt auf dem Firmengelände – und erhöhte Aufenthaltsqualität für ihre Kollegen. Copyright: Bodensee-Stiftung

INGUN sieht in der Teilnahme am Projekt eine weitere Steigerung der Attraktivität des Unternehmens. „Wir haben die Ausbildung neu strukturiert und in dem Zuge auch unsere Räumlichkeiten, mit eigens dafür bereitgestelltem Gebäude, sowie die Neugestaltung der Grünfläche für die Ausbildung erweitert“, führt INGUN-Ausbildungsleiter Holger Schäffer aus. Dass die Auszubildenden nun in einer Gemeinschaftsleistung das Firmengelände nochmals aufwerteten und gleichzeitig einen Beitrag für mehr Artenvielfalt leisten werden, freut ihn.

Ein Planungsdetail zeigt, dass die Auszubildenden schon jetzt stolz auf ihre Arbeit sind: Auch die Erstellung einer Informationstafel zum Projekt und den Machern haben sich die jungen Menschen auf die To-Do Liste geschrieben.

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