Drei Länder, dreizehn Gemeinden, eine Vision: Mehr „Zukunftsgrün“

Wenn im Mai die Rasenmäher brummen, soll es in manchen Gemeinden in Österreich, Deutschland und der Schweiz still(er) bleiben: Sie beteiligen sich an der Aktion „Ferien für den Rasenmäher“. Denn: Wenn dieses Gartengerät stillsteht, bleiben Nahrung und Lebensraum für Tiere, insbesondere Insekten, erhalten. Oft können die nicht gemähten Grünflächen zudem Starkregen besser aufnehmen. So leisten sie zudem einen Beitrag zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels.

Genau das ist Ziel des „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“: Klima- und Biodiversitätsschutz mit Klimawandelanpassung zusammen zu denken. 13 Gemeinden aus den drei Ländern wetteifern in dem Spiel um die besten und die meisten Lösungen. Wie viele Quadratmeter Gründachfläche kann die Kommune vorweisen? Wie viele Quadratmeter versiegelte Fläche? Welche Anreize gibt es, erstere zu erhöhen und letztere zu reduzieren? Dabei ist der Eifer unter den Gemeinden groß, aber auch sehr partnerschaftlich: Alle lernen grenzüberschreitend voneinander. Der Gewinn kommt den Bürgerinnen und Bürgern zugute: Mehr Resilienz gegenüber Klimawandelfolgen wie Hitze und Starkregen und folglich mehr Lebensqualität.

„Die Stärkung unseres Stadtgrüns ist eine der zentralen Aufgaben der Stadtpolitik in Hohenems. Es geht darum, den Bürgerinnen und Bürgern Raum für Erholung zu bieten, gleichzeitig aber auch die Anpassung an den Klimawandel voranzutreiben. Das ‚Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün‘ unterstützt uns dabei, indem es uns konkrete Maßnahmen an die Hand gibt und die Zusammenarbeit mit anderen Städten und Gemeinden fördert“, erläutert Dieter Egger, Bürgermeister des österreichischen Hohenems die Motivation zum Mitspielen.

Im Blick ist das Plakat der Challenge: Ferien für den Rasenmäher im Mai 2025, die im Rahmen des Projekts Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün stattfindet.

Das „Spiel ohne Grenzen“ ist Teil des EU Interreg Projekt «Zukunftsgrün». Zum Spielstart 2024 haben die Gemeinden und Städte die gemeinsamen Interessen und Ziele geklärt, den Ist-Zustand erfasst und umzusetzende Maßnahmen definiert. Nun haben die Spieler das Ziel, bis 2026 die festgelegten Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen, um in den Bereichen Biodiversitätsförderung, Gesundheit, Soziales und Klimawandelanpassungen möglichst viele Punkte zu sammeln.

Sie konkurrieren im „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ – und arbeiten für mehr biologische Vielfalt und Klimawandelanpassung ihrer Kommunen zusammen. Das Foto ist bei einem Workshop in Romanshorn entstanden. Die Gemeinde in der Schweiz beteiligt sich mit eigenen Flächen bei der Challenge „Ferien für den Rasenmäher“. Copyright: pulswerk/Belinda Winkler

Das Spiel wird von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft und der pulswerk GmbH, dem Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologie-Instituts in Bregenz, mit Unterstützung des Grafikers Stefan Gassner umgesetzt und begleitet. Sie laden regelmäßig zu themenspezifischen Workshops und Exkursionen sowie Zwischenspurts ein. Hier können Extra-Punkte gesammelt werden – wie aktuell während der Aktion „Ferien für den Rasenmäher“. Dabei ist es unerlässlich, dass auch die Bevölkerung mitspielt. René Walther, Stadtammann von Arbon in der Schweiz, hebt dazu hervor: „Durch die Aktion «Ferien für den Rasenmäher» werden Lebensräume und Nahrungsquellen für einheimische Insekten in Privatgärten, wo die Stadt keinen direkten Einfluss hat, gefördert. Diese Flächen sind eine wichtige Ergänzung zu den städtischen Grünflächen und leisten einen wertvollen Beitrag an die Biodiversität.”

Zu sehen ist ein Gruppenbild der Teilnehmer*innen der Exkursion. Sie knien um ein Trittsteinbiotop von blühenden Blumen.
Sie konkurrieren im „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ – und arbeiten für mehr biologische Vielfalt und Klimawandelanpassung ihrer Kommunen zusammen. Das Foto ist bei einem Workshop in Romanshorn entstanden. Die Gemeinde in der Schweiz beteiligt sich mit eigenen Flächen bei der Challenge „Ferien für den Rasenmäher“. Copyright: pulswerk/Belinda Winkler

Diese 13 Gemeinden spielen mit:

Arbon, Romanshorn (Schweiz)
Baienfurt, Baindt, Berg, Friedrichshafen, Lindau, Memmingen, Weingarten (Deutschland)
Hohenems, Koblach, Lauterach, Rankweil (Österreich)

Das Projekt Zukunftsgrün

Ziel des Projekts Zukunftsgrün ist es, Lösungen für die Zukunftsfähigkeit von Siedlungsräumen zu entwickeln und in die breite Anwendung zu bringen, die Synergien zwischen Klimaschutz, Schutz der biologischen Vielfalt und Anpassung an die Folgen des Klimawandels schaffen.
„Zukunftsgrün“ schafft grenzüberschreitend im DACH-Raum Trainings- und Bildungsangebote, baut ein transdisziplinäres Netzwerk mit Expert*innen aus Planung und Umsetzung von Siedlungsgestaltung auf, demonstriert die Skalierbarkeit biodiversitätsfreundlicher klimaangepasster Flächengestaltung und Liegenschaftsmanagements anhand einer Organisation mit mehr als 200 Standorten und trägt zur Sensibilisierung von Bürgern, Verwaltung und Wirtschaft bei.
Projektpartner sind Bodensee-Stiftung (Leitung), BUND Naturschutz Ökostation Schwaben e.V. und Stiftung Liebenau (alle Deutschland), baubook GmbH, Energieinstitut Vorarlberg und pulswerk GmbH (alle Österreich) sowie die Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (Schweiz).
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Interreg-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, Laufzeit ist von 1. April 2023 bis 31. Dezember 2026.

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