Für mehr Biodiversität: Landwirt*innen erarbeiten Verbesserungen für bestehendes sowie Eckpunkte für ein neues Fördersystem

Im Blick ist ein Seminarraum mit einer Pinnwand. Davor stehen Tische. Man sieht vier Personen. Neben der Pinnwand steht eine Frau, die etwas erklärt und auf die Pinnwand verweist.
Auch beim zweiten Plattformtreffen im Projekt GAP4GI (hier in der Region Nördlicher Oberrhein) brachten die Landwirt*innen Anregungen für geänderte bzw. neue Fördersysteme ein. Copyright: Bodensee-Stiftung

Im Vorfeld hatten die teilnehmenden Landwirt*innen die Möglichkeit, Vorschläge für neue Maßnahmen im Rahmen der Länderprogramme FAKT und LPR oder auch für neue Öko-Regelungen zu machen – natürlich sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen positive Auswirkungen auf die Biodiversität haben.
Neben vielen Ideen zur Lösung einzelner Probleme und Schwierigkeiten wurde unter anderem ein Vorschlag zu einem stärker beratungsorientierten System eingebracht. Dieser Vorschlag wurde durch Aussagen in den anderen Regionen untermauert.

Beim Aufstellen einer Vision für ein zukünftiges Förderprogramm wurde sehr deutlich, dass der Erhalt von landwirtschaftlichen Betrieben ein großer Wunsch ist und man gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft eine zukunftsfähige Landwirtschaft gestalten möchte. Dies gilt besonders dort, wo der einzelne Betrieb das alleine nicht leisten kann, z. B. wie der Wandel in der Tierhaltung gestaltet werden kann, bei der Anpassung an den Klimawandel oder der sinnvollen Kombination von landwirtschaftlicher Produktion, Naturschutz und erneuerbaren Energien.

Die Landwirt*innen möchten sehr gerne hochwertige Lebensräume schaffen und erhalten. Ohne Einkommensperspektiven gebe es jedoch keinen Umwelt- und Naturschutz. Viele der vorhandenen Instrumente könnten ihrer Meinung nach besser und wirkungsvoller gestaltet werden. Als Ziele für ein neues Fördersystem wurden u.a. die bessere Unterstützung einer ökologischeren Ausrichtung, (verwaltungs)technische Vereinfachungen sowie ein Paradigmenwechsel bei Kontrollen und Sanktionen genannt. Über die Beibehaltung oder Abschaffung von Direktzahlungen war man sich noch nicht einig.

Die Teilnehmenden bekamen zusätzlich Einblicke in eine der Forschungsarbeiten im Projekt. Doktorandin Lea Kolb vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) erklärte ihre Arbeit an einem Modell, mit dem sie herausfinden möchte, wie sich Änderungen in Vorgaben und Förderungen auf das Aussehen von Landschaften auswirken. Ihr Kollege, der ebenfalls an dem Modell arbeitet, unterfüttert es mit dem Verhalten von vor Ort kartierten Vogel- und Schmetterlingsarten. Das Modell soll dann zeigen, ob bestimmte Politikentscheidungen zu einer Veränderung in der Anzahl von Vögeln und Schmetterlingen führen. Die Doktorandin tauschte sich für ihre Arbeit mit den Landwirt*innen darüber aus, welche Landschaftselemente bei ihnen typisch sind, wie viele Hecken sie haben und auf welche Weise und wie häufig sie diese pflegen.

Die vorgebrachten Ideen werden nun aufbereitet und mit den Teilnehmenden abgestimmt. Bei der kommenden Landesplattform sollen die Vorschläge mit Verwaltung und Naturschutz diskutiert werden.

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