Unternehmen und biologische Vielfalt

Unternehmen profitieren direkt und indirekt von der Vielfalt intakter Ökosysteme, Artenvielfalt sowie genetischer Biodiversität bei der Gewinnung von Rohstoffen, Herstellung, Vertrieb und Vermarktung von Produkten. Bisher haben erst wenige Wirtschaftsakteure die Bedeutung der biologischen Vielfalt für ihr Unternehmen systematisch erfasst, Strategien und Aktionspläne zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung entwickelt oder gar umgesetzt.

 

Vor diesem Hintergrund haben die Unterzeichnerstaaten auf der 8. Vertragsstaatenkonferenz zur CBD im Jahr 2006 in Brasilien die Entscheidung VIII/17 verabschiedet. Darin wird gefordert, besondere Anstrengungen zu unternehmen, um Unternehmen für den Erhalt der Biodiversität zu motivieren und den Dialog zwischen staatlichen und privaten Akteuren zu stärken. Dieser Forderung wird nun mit einem weiteren Schritt auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz im Mai 2008 in Bonn nachgekommen, zu über 5.000 Teilnehmer aus 190 Ländern erwartet werden.

Die Maßnahmen

1.  Naturschutzauktion

Naturschutz- und Landschaftspflegeleistungen müssen finanziert werden. Da staatliche Gelder immer knapper werden, bietet das Instrument der Naturschutzauktion eine interes¬sante und viel versprechende Möglichkeit, Gelder aus der regionalen Wirtschaft für den Naturschutz, die Landschaftspflege und den Erhalt der Kulturlandschaft zu gewinnen.


Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass dieser neue Weg der Finanzierung einige Vorteile bietet:
• Naturschutz, Landschaftspflege und Kulturlandschaft wird ein klar fassbarer Wert beigemessen
• Höhere Bereitschaft der Unternehmen / Bieter / Bietergemeinschaften durch z.T. lokale und emotionale Bindung zu den Landschaften und Objekten
• Unternehmen können ihr ökologisches Engagement in sehr greifbarer Weise darstellen und auch nach außen kommunizieren
• Hohe öffentliche Wahrnehmung und Sensibilisierung über den Wert von Natur und Landschaft

2. Regionalforen

Ziel des Regionalforums ist es, aufbauend auf dem erfolgreichen Fachseminar im September 2008 die regionalen Wirtschaftsakteure über das Thema „Wirtschaft und Biodiversität" zu informieren, anhand konkreter Beispiele zu motivieren und erste Pionier-Unternehmen zu gewinnen. Mögliche Vertiefungsthemen sind:
- Biodiversität und Umweltmanagement
- Naturnahe Gestaltung von Firmenarealen

Ansprechpartner bei der Bodensee-Stiftung sind Marion Hammerl und Patrick Trötschler.

 

AnhangGröße
Regionalforum_Unternehmen_biologische_Vielfalt.pdf1.88 MB
Auktionskatalog.pdf4.83 MB
Naturschutz_Auktion_2009.pdf886.89 KB
Projektpartner: