Solarparks: Energiequelle und Lebensraum zugleich

Wie Freiflächenanlagen saubere Energie liefern und Biodiversität fördern: Dr. Immanuel Schäfer steht für Beratungen zur Verfügung.

Ein Hektar Freiland-Solaranlage produziert Strom für etwa 230 Haushalte, ein Hektar Mais für die Biogasanlage dagegen Strom für etwa sieben Haushalte. Die Rechnung fällt eindeutig zugunsten der Solarenergie aus. Wie aber steht es um die ökologische Aufwertung der Fläche? Auch hier punktet die Freiflächenanlage. „Richtig geplant und gepflegt, können Solarparks die Biodiversität auf der Fläche und in ihrer Umgebung erheblich steigern“, sagt Dr. Immanuel Schäfer, Projektleiter im Handlungsfeld Energiewende. In vielen Vorträgen in Volkshochschulen, vor Gemeinderäten und auch bei der traditionellen Konstanzer Veranstaltungsreihe „Energievisionen“ vermittelte er bereits, worauf es dabei ankommt – beginnend mit der Standortwahl, über die Bauweise, Begrünung und Pflege, Erhalt von Ökopunkten bis zum Rückbau der Anlage.

Oase in ausgeräumten Landschaften

Flächen, die zuvor intensiv bewirtschaftet, versiegelt oder belastet waren, gewinnen durch Solarparks deutlich an Artenvielfalt. Durch extensive Pflege können seltene Pflanzenarten wieder Fuß fassen, während Zäune mit Bodenabstand Igeln und Feldhasen Wanderwege öffnen. So können Solarparks bestehende Biotope vernetzen und als Trittsteinbiotope wirken. Nisthilfen für Vögel und Insekten sowie zielartspezifische Maßnahmen erhöhen den ökologischen Wert zusätzlich.

Kein Dünger, keine Pestizide

Aushagerung durch extensive Mahd inkl. Abtransport des Mahdguts, Verzicht auf Düngung und Pestizide schützen und fördern die biologische Vielfalt – bei gleichzeitig sinkenden Betriebskosten. Neben den Einnahmen aus der Stromerzeugung können die Flächen zudem für Einnahmen aus extensiver Nutzungen geeignet sein: Imkerei, Beweidung, Anbau von Nutzpflanzen durch Gärtnereien (Agri-PV).
Der Klimawandel ist ein Treiber des fortschreitenden Biodiversitätsverlusts. Freiflächen-PV wirkt dem doppelt entgegen: Sie schützt das Klima und schafft gleichzeitig neue Lebensräume. Eine wichtige Einschränkung betont Immanuel Schäfer jedoch: „All diese Vorteile gelten für Flächen mit geringem ökologischem Wert“, erläutert er und betont: „In Naturschutzgebieten oder Nationalparks sind Freiflächenanlagen tabu.“

Neue Standards für naturverträgliche Solarparks

Mit dem Solarpaket I wurden 2024 erstmals naturschutzfachliche Mindestkriterien im EEG verankert. Betreiber*innen geförderter Freiflächenanlagen müssen künftig mindestens drei von fünf Anforderungen erfüllen. Umfassende Informationen und Material zum Download auf der Website des PV-Netzwerks Baden-Württemberg.

„Richtig geplant und gepflegt, können Solarparks die Biodiversität auf der Fläche und in ihrer Umgebung erheblich steigern.“ Projektleiter Dr. Immanuel Schäfer.

Veranstaltungshinweis

Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende lädt am Mittwoch, 15. April 2026, zur Informationsveranstaltung Naturverträgliche Solarparks für Einsteigerinnen und Einsteiger – Naturschutzfachliche Handlungsmöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen ein (16:30 Uhr bis 19 Uhr, Teilnahme kostenlos).

Beratungsangebot

Seitens der Bodensee-Stiftung steht Dr. Immanuel Schäfer gerne für Beratungen zur Verfügung (Tel.: 07732/9995-442 bzw. immanuel.schaefer@bodensee-stiftung.org)