NBS4Drought – Mit Kleingewässern gegen Dürren

Feuchtgebiete können als naturbasierte Lösungen Wasser speichern und dazu beitragen, die Folgen von Dürren zu mildern. Es fehlen jedoch evidenzbasierte Erkenntnisse über Kosten, Nutzen und Akzeptanz der Nutzung von Feuchtgebieten. NBS4Drought will diese Lücke schließen. Die Bodenseeregion ist eine von sieben Fallstudienregionen.

Aufzeigen des Beitrags und der Kosteneffizienz von Feuchtgebieten als naturbasierte Lösung für die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren. Darüber hinaus werden Instrumente, Strategien und Praktiken für feuchtgebietsorientierte Wassermanagementstrategien entwickelt, um deren Nachahmung und Skalierbarkeit als wirksame NBS zu fördern.

Relevanz

Heiße Sommer, trockene Böden, sinkende Grundwasserspiegel – Dürreperioden werden in Europa immer häufiger, intensiver und länger. Im Sommer 2022 standen laut Global Drought Observatory 47 Prozent Europas unter Warn- und 17 Prozent unter Alarmbedingungen. Hauptursache der zunehmenden Trockenheit ist der Klimawandel. Doch auch begradigte Gewässer, versiegelte Flächen und entwässerte Moore verschärfen die Situation, weil sie die Wasserrückhaltefähigkeit der Landschaft verringern. Technische Lösungen greifen, wenn überhaupt, meist nur kurzfristig. Nachhaltiger wirken naturbasierte Lösungen (Nature-Based Solutions, NBS) – Maßnahmen, die natürliche Prozesse stärken – in diesem Kontext, um Wasser in der Landschaft zu halten.

Umsetzung

Um die Projektziele zu erreichen, werden sieben Showcases näher betrachtet, die verschiedene Feuchtgebiete umfassen,. Sie erstrecken sich über fünf verschiedene bioklimatische Zonen in Europa, darunter ein Feuchtgebietspark in Barcelona, Spanien – und ein Kleingewässerverbund in der Bodenseeregion. An diesen Standorten werden unterschiedliche Parameter wie Wasserqualität, Kohlenstoffbindung, Biodiversität sowie wirtschaftliche und soziale Aspekte erfasst und bewertet.

Diese Regionen werden in einem gemeinsamen Co-Creation- und Co-Development-Prozess untersucht, indem die lokalen Interessengruppen und Gemeinden einbezogen werden. Bürgerwissenschaftliche Initiativen und ein Multi-Stakeholder-Ansatz sind für das Projekt von zentraler Bedeutung und helfen Standorten in ganz Europa, Feuchtgebiete besser für das Wassermanagement zu nutzen.
Die Bodensee-Stiftung koordiniert die Untersuchungen des Kleingewässerverbunds am westlichen Bodensee. Die Kleingewässer unterscheiden sich in Größe, Tiefe und Bodenbeschaffenheit und bieten so ideale Bedingungen für verschiedene Forschungsaktivitäten. Ziel der Fallstudie am Bodensee sind wissenschaftlich fundierte Maßnahmenempfehlungen für den Erhalt der Kleingewässer und die Optimierung der Gebietskulisse hin zu einer klimanagepassten „Schwammlandschaft“ unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Zusatzfunktionen, allen voran der Biodiversität.

In dem Projekt baut die Bodensee-Stiftung auf die Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern Heinz-Sielmann-Stiftung, BUND Naturschutzzentrum Westlicher Hegau und Landschaftserhaltungsverband (LEV) Konstanz. Sie kümmern sich seit vielen Jahren um die Anlage und Unterhaltung der betrachteten Kleingewässer und bergen einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz.

Logo des Projekts NBS4Drought
  • HANDLUNGSFELD
    Natur- & Gewässerschutz
  • PROJEKTGEBIET
    Europäische Union
  • LAUFZEIT
    09.2025 – 08.2029
  • ZIELGRUPPEN
    Kommunen, Verwaltung, NGOs

Ansprechperson

Portrait von Linda Lentzen
Linda Lentzen Projektleiterin

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Projektförderer

  • Europäische Union

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