CoAct – Integriertes Stadt-Land-Konzept zur Erzeugung von Aktivkohle und Energieträgern aus Restbiomassen (CoAct)

Sauberes Wasser mit nachwachsenden Rohstoffen: Das Forschungsprojekt CoAct zeigte am Beispiel Bodenseekreis die Machbarkeit auf – und ist dafür mit dem Innovationspreis Bioökonomie des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden.

CoAct verfolgte das Ziel, in Friedrichshafen und im Bodenseekreis verfügbare Restbiomassen in einen Energieträger und in Aktivkohle zu wandeln. Im Projekt wurden zudem innovativen Governance-Arrangements entwickelt, die Interessensausgleich und die dauerhafte Koordinierung der relevanten Stadt-Land-Akteure ermöglichen.

Relevanz

Kommunen und Landkreise stehen zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele vor der Herausforderung, aus fossilen Rohstoffen erzeugte Produkte zu ersetzen. Während nachwachsende Rohstoffe aus Forst- und Landwirtschaft in großem Umfang energetisch oder stofflich genutzt werden, finden Restbiomassen, also z. B. Laub oder Landschaftspflegematerial, keine oder zumindest keine hochwertige Verwertung. Eine Möglichkeit, bisher kaum genutzte Restbiomassen in Wert zu setzen, ist das IFBB-Verfahren (Integrierte Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse). Dabei werden die biogenen Reststoffe in eine Maische gegeben und mittels einer Exzenterschnecke in eine feste und flüssige Fraktion aufgeteilt. Die flüssigen Bestandteile können in einer Biogasanlage energetisch verwertet werden. Die feste Fraktion kann mit der dabei entstehenden Energie zu Aktivkohle weiterverarbeitet werden.

Umsetzung

Das Projekt hat in der Forschungs- und Entwicklungsphase zum einen die notwendigen technischen, ökonomischen, ökologischen und rechtlichen Wissensgrundlagen ermittelt, die der Entwicklung nachhaltiger CoAct-Verfahrensvarianten dienen. Zum anderen wurden die betroffenen Akteure, ihre Beziehungen und Interessen analysiert und innovative Strategien und Instrumente zur Gestaltung des Entscheidungs- und Umsetzungsprozesses für das CoAct-Verfahren entwickelt, der gemeinsam durch Stadt und Landkreis erfolgen soll.

In der zweiten Projektphase (Umsetzung und Verstetigung) wird das Projekt unter Rückgriff auf die Erkenntnisse der ersten Projektphase den Entscheidungsprozess für eine CoAct-Verfahrensvariante und die Erarbeitung des Realisierungskonzeptes durch die Gebietskörperschaften mit innovativen Instrumenten unterstützen, moderieren und begleiten.

  • HANDLUNGSFELD
    Energiewende
  • PROJEKTGEBIET
    Bodenseekreis
  • LAUFZEIT
    01.2018 – 12.2023
  • ZIELGRUPPEN
    Kommunalverwaltung, Abwasserzweckverbände

Ansprechperson

Portrait von Volker Kromrey
Volker Kromrey Programmleiter Energiewende

Das Projekt für sauberes Wasser mit nachwachsenden Rohstoffen am Bodensee durchzuführen, Europas größtem Trinkwasserspeicher, hat eine besondere Bedeutung für uns.

Volker Kromrey, Projektleiter

Projektförderer

  • Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

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