Vogelschutzstrategie Bodensee
Mit der Vogelschutzstrategie Bodensee entwickelt die Bodensee-Stiftung einen übergreifenden fachlichen Rahmen für den Vogelschutz am deutschen Bodenseeufer. Ziel ist es, besonders wirkungsvolle Maßnahmen dort umzusetzen, wo sie für gefährdete und rückläufige Vogelarten langfristig den größten Nutzen entfalten.
Projektziele
Die Strategie soll wichtige Zielarten und Artengruppen identifizieren, geeignete Zielräume und Lebensräume räumlich bestimmen, bestehende Vogelschutzaktivitäten vernetzen, gemeinsam mit regionalen Akteuren konkrete Maßnahmen und Projekte entwickeln, zusätzliche Fördermittel für die Umsetzung erschließen und die Wirkung von Maßnahmen durch geeignete Monitoringansätze überprüfen.
Relevanz
Umsetzung
Die Entwicklung der Vogelschutzstrategie erfolgt in mehreren miteinander verbundenen Arbeitsschritten:
Zielarten bestimmen
Vorhandene Monitoring- und Verbreitungsdaten sowie das Wissen regionaler Expertinnen und Experten werden zusammengeführt, um besonders relevante Zielarten und Artengruppen zu bestimmen.
Zielräume identifizieren
Für priorisierte Arten werden geeignete und potenzielle Lebensräume räumlich abgegrenzt. Dabei wird berücksichtigt, wo geeignete Strukturen vorhanden sind und wo Lebensräume geschaffen, verbessert oder miteinander vernetzt werden können.
Maßnahmen entwickeln und umsetzen
Aus Zielarten und Zielräumen werden konkrete Maßnahmen abgeleitet – beispielsweise die Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen, die Wiederherstellung von Kulturlandschaften, die Entwicklung von Lebensräumen für Feldvögel oder die Förderung dynamischer Strukturen in Abbaugebieten. Ein Schwerpunkt liegt auf Maßnahmen mit hohen Synergieeffekten.
Monitoring und Wirkungskontrolle
Die Wirkung der Maßnahmen wird je nach Projekt durch behördliches Monitoring, ehrenamtliche Beobachtungen, Citizen Science oder technische Verfahren wie automatische akustische Erfassung überprüft.
Vernetzung und Kommunikation
Umweltverbände, Behörden, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wissenschaft und weitere Flächennutzer werden über Workshops, Round Tables und Einzelgespräche einbezogen. Bestehende Aktivitäten sollen verknüpft und neue Kooperationen ermöglicht werden.
Drittmittel und Folgeprojekte
Die Strategie bildet die Grundlage für konkrete Vogelschutzprojekte. Gemeinsam mit Partnern können daraus Förderanträge entwickelt und zusätzliche Mittel für die Umsetzung eingeworben werden.
Von der Strategie zum konkreten Projekt
Aus der Strategie können beispielsweise Projekte für Feldlerche und Rebhuhn, Kiebitz und Bekassine, Wendehals und Wiedehopf, Steinkauz, Spechte und Eulen, Uferschwalbe und Flussregenpfeifer sowie gewässergebundene Vogelarten entstehen.
Damit wird die Vogelschutzstrategie zu einem Werkzeug für die Entwicklung und Umsetzung konkreter Vogelschutzmaßnahmen am Bodensee.
Ansprechperson

Wirkungsvoll wird der Vogelschutz, wenn wir ihn über Einzelmaßnahmen hinaus auf einen größeren Raum ausdehnen können, um zum Beispiel Wiesenbrüter wie die Bekassine oder Wachteln und Besiedler von Streuobstwiesen wie Wendehals, Wiedehopf oder Steinkauz zu fördern. Schon kleine Anpassungen der Bewirtschaftung können einen Unterschied machen: Wann die erste Mahd erfolgt, hat eine Wirkung.
Projektleiter Dr. Patrick Pyttel






