Auenwaldrenaturierung am Bodensee

Noch im 19. Jahrhundert besaß der Bodensee weitgehend natürliche Ufer. Heute dagegen sind rund 50 % der Seeufer hart verbaut oder erheblich verändert (IGKB, 2004). Von diesen anthropogenen Eingriffen besonders betroffen sind vielfach die Mündungsbereiche der zahlreichen Flüsse und Bäche sowie die sie begleitenden Auenwälder (meist Silberweide).

Durch Regulierungen, Laufverkürzungen, Bau von Hochwasserdämmen und Änderung der Landnutzung blieben nur noch Reste von Weichholzauen erhalten, meist an Mündungen der Bodensee-Zuflüsse. Die Auenwaldreste sind zudem überaltert. Pionierstandorte, an denen eine Verjüngung der Weiden möglich ist, sind aufgrund fehlender Flussdynamik kaum noch vorhanden.

 Auenwälder mit Erle, Esche und Weide sind prioritäre Lebensräume im Sinne der FFH-Richtlinie (Lebensraumtyp 91E0), die durch periodische Überflutung geprägten Standortverhältnisse gekennzeichnet sind.

Aufgrund der Folgen des Klimawandels und der sich verändernden extremen Wasserstände verändert sich einerseits auch der Wasserhaushalt der noch vorhandenen Auenwälder zum Negativen. Andererseits sind in den Niedrigwasserjahren neue potentielle Auenwaldflächen am Bodenseeufer entstanden, deren Entwicklung teilweise anderen Interessen in Naturschutz und Landnutzung entgegenstehen. Eine umfassende und länderübergreifende Schutzstrategie fehlt bisher für die Bodensee-Region.

Ziele des Projekts

Die langfristigen Ziele sind die Renaturierung von Auenwäldern, die Verjüngung vorhandener Auenwälder am Bodenseeufer sowie eine verbesserte Anbindung an das Hinterland, speziell in den Mündungsbereichen der Bodenseezuflüsse. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und der natürlichen Wasserwechselzonen des Bodensees.

Das Projekt ist ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie, der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie der EU Strategie und der jeweiligen nationalen Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Das Projekt trägt dazu bei, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden für Naturschutz und Gewässer in D, A und CH zu verbessern (Einigung auf gemeinsame mittelfristige Ziele im Bereich Naturschutz und Erhalt der biologischen Vielfalt, Einrichten von Arbeitsstrukturen, gemeinsame Kommunikationsstrategie etc.).

Potenzialanalyse

Im Rahmen einer Potentialanalyse wurde das Renaturierungspotential und die Vernetzungsmöglichkeiten der Auenwälder am gesamten Bodenseeufer bzw. den Mündungsgebieten ermittelt. Aufgrund der Ergebnisse der Potentialanalyse wurden sechs aussichtsreiche und repräsentative potentielle Auenwaldflächen für die weitere Bearbeitung ausgewählt. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse sind im Abschlußbericht zusammengefasst und können hier eingesehen werden. (Download im Anhang)

Machbarkeitsstudien

Für die ausgewählten  Gebiete wurden Machbarkeitsstudien vergeben um die vorgeschlagenen Maßnahmen zum Schutz und zur Renaturierung der Auenwälder auf ihre Machbarkeit zu überprüfen.

Für die folgenden Gebiete liegen nun die Machbarkeitsstudien vor (zum Download im Anhang):

 Umsetzung

Die spätere Umsetzung der Renaturierungen sowie begleitende Maßnahmen sollen in Deutschland  im Rahmen eines EU-LIFE+-Projekts erfolgen. Die Umsetzung in der Schweiz und in Österreich wird mit nationalen Mitteln erfolgen.

Öffentlichkeitsarbeit

(zur Ansicht der ganzen Ausstellung auf das Bild klicken)

Die Auenwälder aind ein faszinierender und wertvoller Lebensraum. Dennoch spielt er im Bewusstsein der Bevölkerung eine eher kleine Rolle. Um den Anwohnern und Besuchern am Bodensee die Besonderheiten der Auenwälder, ihre Tier- und Pflanzenarten näher zu bringen und speziell um in den betroffenen Gemeinden über das Projekt und seine Ziele zu informieren, haben wir eine Wanderausstellung zusammengestellt. Diese Ausstellung wandert seit November 2009 durch die Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durch die Unterstützung der Telekom im Rahmen des Naturschutzfond Lebendige Wälder wurde die Wanderausstellung realisiert und es können regelmäßig Ausstellungen und Vorträge organisiert werden.

 

 

Projektpartner &

AnhangGröße
Endbericht_MBS_Schussen.pdf231.71 KB
Plaene_Schussen_2009.zip12.91 MB
Plaene_dezentral_ost.zip5.61 MB
Bericht_MBS_Bregenzerach.pdf3.38 MB
Massnahmenplan_Bregenzerach.pdf47.55 KB
Endbericht_MBS_Stock_Seelf_Aach.pdf2.53 MB
Massnahmenplan_StockachOst.pdf9.21 MB
Massnahmenplan_StockachWest.pdf7.12 MB
Bericht_MBS_Steinach_Goldach_221209.pdf987.55 KB
Plaene_Goldach_Steinach.zip14.99 MB
Bericht_MBS_Reichenau_30112009.pdf1.94 MB
Bericht_MBS_Taegermoos_30112009.pdf3.2 MB
AGBU_Potenzialanalyse_Auenwald.pdf14.92 MB
AGBU-Potenzial_Karten_kl.pdf7.45 MB
bersicht_Wanderausstellung_Auenwaelder.pdf2.05 MB
Projektförderer: