Projekt "Naturnahe Gestaltung von Firmengeländen" erhält UN-Dekade-Auszeichnung

Berlin/Elstal, 30. Juli 2015 – Das Projekt „Naturnahe Gestaltung von Firmengeländen“ ist heute von der UN-Dekade Biologische Vielfalt als vorbildliches Projekt zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ausgezeichnet worden. Helga Inden-Heinrich, Geschäftsführerin des Deutschen Naturschutzrings und Mitglied der Fachjury, überreichte am Vormittag in Berlin die Auszeichnung an Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung.

„Grüne Wiese statt graues Pflaster die naturnahe Gestaltung von Firmengeländen ist eine naheliegende und doch sehr innovative Idee zur Förderung der biologischen Vielfalt in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland. Deshalb freue ich mich außerordentlich, dass das Projekt „Naturnahe Gestaltung von Firmengeländen“ als nachahmenswertes Projekt von der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wird und gratuliere herzlich dazu“, so Helga Inden-Heinrich.

Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, bedankte sich bei der Jury und bei den Projektpartnern Bodensee-Stiftung und Global Nature Fund: „Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt ist zentraler Zweck der Heinz Sielmann Stiftung. Deshalb haben wir sehr gern die Trägerschaft für dieses Projekt übernommen. Bisher konnten wir mit unseren Partnern schon mehr als 40 Unternehmen dazu beraten, wie aus versiegelten Flächen blühende Wiesen und Lebensräume für Vögel und Insekten werden.“

Unternehmer gehen mit gutem Beispiel voran

„In unserer Branche sind wir auf ökosystembasierte Produktionsfaktoren wie sauberes Wasser und fruchtbare Böden angewiesen. Unsere Wirtschaftsaktivitäten nehmen unmittelbar Einfluss auf die biologische Vielfalt. Mit einem naturnahen Firmengelände möchten wir direkt vor der eigenen Haustür Verantwortung für Mensch und Natur übernehmen“, erklärte Christian Harder, Geschäftsführer der Elbtalaue Naturkostprodukte GmbH, die Motivation seines Unternehmens und der benachbarten Voelkel GmbH Fruchtsäfte/ Gemüsesäfte zur Teilnahme an dem Projekt.

Naturnahe Firmengelände ersetzen keine Naturschutzgebiete, sind aber wichtige Rückzugsgebiete für Tier- und Pflanzenarten in intensiv genutzten Regionen und können je nach lokaler Ausgangslage Trittsteine in einem größeren Biotopverbund sein. Außerdem bieten sie Mitarbeitern, Kunden und Nachbarn die Chance, biologische Vielfalt direkt vor der Haustür zu erleben.

Selbstcheck für Unternehmen – Einstieg in die naturnahe Gestaltung

Im über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projekt wurde u.a. auch eine Checkliste für Unternehmen entwickelt. Sie hilft, relevante Informationen über das eigene Betriebsgeländezusammen zu tragen und eine erste Einschätzung über Aufwertungspotentiale zu treffen. So können Unternehmen im Selbstcheck prüfen, in wieweit bereits Aspekte der naturnahen Gestaltung berücksichtigt werden und wo noch Verbesserungspotenziale liegen.

Zur Vertiefung kann das Unternehmen darüber hinaus einen generellen „Biodiversity Check“ durchführen. Dabei werden alle Abteilungen und ihr Bezug zur biologischen Vielfalt unter die Lupe genommen. Die Unternehmen erhalten konkrete Empfehlungen für Ziele und Maßnahmen, um negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt zu minimieren. Der Biodiversity Check kann als Umweltprüfung zum Handlungsfeld Biodiversität für EMAS und ISO 14001 genutzt werden. Engagierte Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich für eine Beratung zu melden. Bis Mai 2016 besteht noch die Möglichkeit für Firmen, von dem Projekt aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt zu profitieren.

Die Checkliste ist auf www.naturnahefirmengelaende.de unter „Service“ als Download abrufbar. Dort finden Sie auch Ansprechpartner und weiterführende Informationen. Eine Druckfassung der Checkliste kann gerne zugesandt werden.

Hintergrund

Das Projekt „Naturnahe Gestaltung von Firmengeländen“ wird über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Projektträger ist die Heinz Sielmann Stiftung. Projektpartner sind die Bodensee-Stiftung und der Global Nature Fund.

UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt rufen die Vereinten Nationen die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Es geht darum, die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusst zu machen und persönliches Handeln anzustoßen – zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.

In Deutschland zeichnet die UN-Dekade jede Woche ein Projekt aus, das einen besonderen Beitrag zur Erhaltung, Nutzung oder Vermittlung der biologischen Vielfalt leistet. Das Herausstellen und Bekanntmachen guter Beispiele sollen anregen, eigene Projektideen zu entwickeln. Mit einer kurzen Bewerbung auf der Webseite der UN-Dekade kann jeder ein eigenes Projekt oder einen Beitrag einreichen. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen oder Initiativen als auch institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen und staatliche Organisationen. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury. Weitere Informationen: www.undekade-biologischevielfalt.de

Bild: Freuen sich über die Auszeichnung: Projektleiterin Andrea Hoffmann (Heinz Sielmann Stiftung), Michael Beier, Helga Inden-Heinrich, Christian Harder und Volker Kranz (baumrausch GbR). (Fotograf: Matthias Schwincke). Abdruck honorarfrei.

Kontakt für Rückfragen:

Bodensee-Stiftung: Sven Schulz, sven.schulz@bodensee-stiftung.org / 07732 99 95 44

Heinz Sielmann Stiftung: Andrea Hoffmann, a.hoffmann@sielmann-stiftung.de / 0151 11 34 90 15

 

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