Untenehmen setzen sich für Biodiversität ein

Naturschutz und Wirtschaft arbeiten grenzüberschreitend für den Erhalt der biologischen Vielfalt - Projekt „Wirtschaft und Biologische Vielfalt am Bodensee“ wird vom INTERREG-Programm gefördert

Radolfzell / Bregenz / Luzern: Auf Gewerbeflächen hat Natur keinen Platz – so die gängige Vorstellung. Die Schweizer Stiftung Natur und Wirtschaft zeigt seit 15 Jahren, dass diese Vorstellung falsch ist. Mehr als 300 Unternehmen haben ihre Betriebsgelände mittler­weile nach den von der Stiftung entwickelten Kriterien naturnah gestaltet und zertifizieren lassen. Vorteile ergeben sich daraus für alle Seiten: Die Firmenareale bieten dringend be­nötigte Rückzugsgebiete für Flora und Fauna und leisten einen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt. Außerdem fügen sich naturnahe Firmenareale besser in die Land­schaft ein, werden vom Bürger weniger als Fremdkörper wahrgenommen und bieten den eigenen Mitarbeitern höhere Aufenthaltsqualität – durchaus ein Plus in Sachen Mitarbeiter­motivation! Nebenbei sparen die Unternehmen beim weniger aufwändigen Unterhalt der Flächen bares Geld.

Das Projekt „Unternehmen und Biologische Vielfalt am Bodensee“ greift die Erfahrungen der Stiftung Natur & Wirtschaft auf und wird bis Ende 2013 das Konzept der naturnahen Gestal­tung mit anschließender Zertifizierung von Firmenarealen am Bodensee in Deutsch­land und Österreich etablieren. Daneben geht es im Projekt darum, den Dialog zwischen Wirtschaft und Naturschutz zu stärken und zu vertiefen. Es gilt Berührungspunkte von Wirtschaft und biologischer Vielfalt zu verdeutlichen und Unternehmern Anregungen für ihr Engagement in Sachen biologische Vielfalt zu bieten. Im Rahmen von Regionalforen werden Unternehmen Gelegenheit haben, sich über das Thema Biodiversität zu informieren. Neben der Umge­staltung der Firmenareale bieten die eigens entwickelten Biodiversitäts-Checks den Unter­nehmen eine erste Orientierung mit praktischen Handlungsempfehlungen zu Chancen und Risiken in Bezug auf die biologische Vielfalt. Im Rahmen des Projekts werden noch Unternehmer gesucht, die sich engagieren möchten, indem sie einen Biodiversitäts-Check durchführen, oder ihr Betriebsgelände naturnah gestalten möchten.

Das Projekt wird gemeinsam von der Bodensee-Stiftung, der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der Wirtschaftskammer Vorarlberg, der Abteilung Umweltschutz der Vorarlberger Landesregierung, der Wirtschafts­kammer Vorarlberg, dem Naturschutzbund Vorarlberg und der Stiftung Natur & Wirtschaft durchgeführt. Das Projekt wird gefördert aus dem EU-Programm INTERREG IVa Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein.

Unternehmen profitieren auf vielfältige Weise vom Schutz der biologischen Vielfalt

Auf der einen Seite stehen hier die Vorteile intakter Ökosysteme: Unternehmen sind stark von den „Dienstleistungen“ (Neudeutsch: „Ecosystem Services“) der Natur abhängig. Klas­sische Beispiele sind die Insektenbestäubung oder der Hochwasserschutz. Aber auch die sogenannten „weichen“ Faktoren, wie der Erholungswert für den Menschen, sind nicht zu vernachlässigen - besonders in der Bodenseeregion, wo der Tourismussektor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Biodiversität bedeutet aber auch Innovation. Sei es in Form neuer Wirkstoffe, die die Pharmaindustrie sich zu Nutzen macht oder durch technische Neuerungen, die man sich von der Natur abschaut – unter diesem Gesichtspunkt kann man die bestehende biologische Vielfalt als fast unbegrenzte „Bibliothek der Ideen“ verstehen.

Trotzdem schreitet weltweit das Artensterben voran. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, dass weltweite Artensterben bis zum Jahr 2010 deutlich zu verlangsamen verfehlt. Mit jeder Art, die verloren geht, werden Ökosysteme fragiler und es wächst das Risiko, dass dem menschlichen Wohlbefinden und Wirtschaften empfindlicher Schaden zugefügt wird.

Die Bedrohungen sind vielfältig und – im Gegensatz zu früheren Artensterben in der Erdgeschichte – vom Menschen verursacht. Der Lebensraum von Tieren und Pflanzen wird immer weiter eingeschränkt. Flächen werden verbraucht, zerschnitten von Straßen oder intensiv bewirtschaftet. Oftmals ist es auch die direkte Nutzung einer Art, die ihren Bestand gefährden kann. Besonders gut nachvollziehbar ist dies anhand der Überfischung der Weltmeere.

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, den Risiken, die sich aus dem Rückgang der biologischen Vielfalt für ihr Geschäft ergeben, entschlossen entgegen zu treten. Voraus­schauende Unternehmer identifizieren die Berührungspunkte ihres unternehmerischen Handelns und biologischer Vielfalt und entwickeln Maßnahmen, Risiken zu begegnen: Risikomanagement ist das Gebot der Stunde zu dem natürlich auch ein über­zeugendes Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt gehört. Engagement das auch Kunden in zunehmendem Maße erwarten.

Ca. 4.900 Zeichen, Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

Weitere Informationen

Bodensee-Stiftung, Patrick Trötschler / Sven Schulz

Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell, Deutschland

Tel. +49 (0)7732-9995-41, Fax + 49 (0)7732-999549

p.troetschler@bodensee-stiftung.org / sven.schulz@bodensee-stiftung.org

www.bodensee-stiftung.org

Ansprechpartner für Österreich:

AbteilungUmweltschutz (IVe) Amt der Vorarlberger Landesregierung

Christiane Machold

Jahnstraße 13-15,6901 Bregenz, Österreich

Tel. +43 (0) 5574/511-24517, Fax + 43 (0) 5574/511-

christiane.machold@vorarlberg.at

www.vorarlberg.at/umwelt

Ansprechpartner für die Schweiz:

Geschäftsstelle Stiftung Natur & Wirtschaft

c/o Locher, Schmill, Van Wezemael & Partner AG Communication and Care

Reto Locher

Mühlenplatz 4, 6004 Luzern, Schweiz

Tel. +41 (0) 41 249 40 00, Fax. +41 (0) 41 249 40 01

odermatt@comm-care.ch

www.naturundwirtschaft.ch

 

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