Label "Ohne Gentechnik" ist da

Endlich gibt es in Deutschland ein einheitliches Label für die Kennzeichnung von Gentechnikfreien Lebensmitteln. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat vergangene Woche das bundeseinheitliche Siegel präsentiert. Ähnlich wie das Bio-Siegel soll jetzt auch die Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung ihren Siegeszug in den deutschen Supermärkten antreten. Das neue Siegel dürfen nur Produkte tragen, die garantiert ohne genmanipulierte Pflanzen hergestellt werden. Ein Verzicht auf die Verfütterung von Gen-Pflanzen gilt zudem bei der Herstellung von Milch, Eiern und Fleisch.

Das Siegel beruht auf der neuen Regelung für die freiwillige Kennzeichnung gentechnikfreier Lebensmittel, die seit Mai 2008 in Kraft ist. Ohne einheitliches Siegel haben bislang nur wenige große Molkereien wie Campina mit dem Produkt Landliebe und kleinere Molkereien wie die Upländer die Kennzeichnung eingeführt. Das einheitliche Kennzeichen wird einen höheren Wiedererkennungswert von gentechnikfreien Produkten ermöglichen. Jetzt ist der Lebensmittelhandel gefragt, dem Verbraucherwunsch nach gentechnikfreien Lebensmitteln nachzukommen. Große Handelsunternehmen wie EDEKA, Lidl oder Aldi haben sich bislang geweigert.

Der BUND unterstrich dies im April mit einer Studie: Demnach wünschen mehr als drei Viertel der Bundesbürger, dass Handelsketten und Lebensmittelindustrie das Label "Ohne Gentechnik" einsetzen. Denn dies garantiert den Kunden eine gentechnikfreie Produktion. Weibliche Kundinnen erwarten sogar zu vier Fünftel eine Positivkennzeichnung tierischer Produktewie Milch, Eier und Fleisch, wenn zu ihrer Herstellung kein gentechnisch verändertes Futter eingesetzt wurde. An der Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" würden sich beim Einkauf 73 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher orientieren und eher Produkte kaufen, die diesen Hinweis tragen.

Zur Ergänzung die ad-hoc-Studie der Bodensee-Stiftung zur Kennzeichnungssituation in der internationalen Bodenseeregion im Anhang.

Fotoquelle: BMELV

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GVO-Kennzeichnung und -Vermarktung am Bodensee.pdf799.54 KB