Bodensee-Stiftung präsentiert gemeinsames Pilotprojekt mit REWE Group und Obst vom Bodensee

Weil Bienen und andere Insekten nicht mehr genügend Nahrung finden, legen Obstbauern am Bodensee Blühflächen an, pflanzen Hecken und stellen Nisthilfen für Wildbienen auf. Damit wird das Nahrungsangebot im blütenarmen Sommer verbessert und zusätzliche Lebensräume für die Bestäuber geschaffen. Der Impuls hierzu kam von der REWE Group, die sich im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie auch für Grüne Produkte und Biodiversität stark macht. Insgesamt wollen die Projektpartner durch ein verbessertes Umweltmanagement die Nachhaltigkeit im Obstbau am Bodensee stärken.

Über Jahrzehnte gab es keine nennenswerte Zusammenarbeit zwischen Naturschutzorgani¬sationen und dem Tafelobstbau am Bodensee. Jetzt haben sich auf Initiative der REWE Group die Bodensee-Stiftung und die Vertriebsgesellschaft Obst vom Bodensee mit dem Handelspartner an einen Tisch gesetzt und ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet. Die Obstbauern wollen helfen, das Sommerloch - die Trachtlücke für Blüten besuchende In¬sekten zwischen Juni und September – zu stopfen und somit einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in der Bodenseeregion leisten. Dafür werden aktuell auf zehn Pilotbetrieben zwischen Stockach, Friedrichshafen und Ravensburg unterschiedliche Maßnahmen getestet, um das Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu verbessern und neue Lebensräume für die Insekten zu schaffen.

„Unsere Pilotbetriebe, sowohl IP- als auch Bio-Betriebe, sind hoch motiviert bei der Sache. Gemeinsam haben die Betriebsleiter mit Anbauberatern, Naturschützern und Imkern Ma߬nahmen entwickelt und im Frühjahr mit der Umsetzung begonnen. Wir hoffen dass damit nicht nur die Boden¬seelandschaft wieder etwas bunter wird, sondern wir wollen gezielt daran arbeiten Maßnahmen aufzuzeigen, die es ermöglichen die natürliche Vielfalt Blüten suchender Insekten zu fördern. Wir sind gespannt zu erfahren, ob eine messbare Verän¬derung möglich ist“, so Hans Knöpfler von der Obst vom Bodensee Vertriebs GmbH.

In der Tat ist die Bandbreite der Maßnahmen enorm. Sowohl innerhalb der Plantagen als auch außerhalb wurden im Frühjahr ein- und mehrjährige Blühflächen mit verschiedenen Saatgutmischungen angelegt. Ein Betrieb testet Mulchstreifen und Untersaaten in den Fahrgassen. Andere Betriebe pflanzen blühende Hecken und Weidenstecklinge an Feld¬rainen, extensivieren ihre Wiesenbewirtschaftung und stellen Nisthilfen für Wildbienen auf. Die Nisthilfen werden übrigens nach fachlicher Anleitung in einer Werkstätte der St. Gal¬lushilfe der Stiftung Liebenau, die Bienenhäuser in den Weissenauer Werkstätten für beruf¬liche Reintegration gebaut.

Obstbau-Beraterin Katja Röser von der Marktgemeinschaft Bodenseeobst erklärt, wie sich das Pilotprojekt weiter entwickeln soll: „Auf den Pilotbetrieben getestete und in der Praxis bewährte Maßnahmen wollen wir in der Zukunft möglichst vielen Obstbaubetrieben vor¬stellen. Bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen und deren Integration in den Betriebsablauf werden sie von den genossenschaftlichen Beraterteams der Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG bzw. der WOG Württembergische Obstgenossen¬schaft unterstützt. Die Maßnahmen sollen der Biodiversität wie der Stärkung des Nahrungsangebots für Honig- und Wildbienen dienen, auf deren Bestäubung wir insbesondere wegen der Bestäubungsqualität in Obstkulturen auch angewiesen sind.“

Doch das Projekt geht noch weiter. Neben den direkt sichtbaren Maßnahmen in der Fläche wollen die Projektpartner die Nachhaltigkeit im Obstbau insgesamt verbessern. Dazu soll auf den Pilotbetrieben das Umweltmanagement des bestehenden Qualitätsmanagementsystems der beteiligten Obstgenossenschaften nachhaltig weiterentwickelt werden. Marion Hammerl, Geschäfts¬führerin der Bodensee-Stiftung, erklärt: „Neben der Förderung der Bio¬diversität ist für uns das Umweltmanagement im Obstbau von zentraler Bedeutung. Denn wir wollen die Umweltbilanz des intensiven Obstbaus am Bodensee lang¬fristig verbessern. Durch die Zusammenarbeit mit Obst vom Bodensee, der REWE Group und den Im¬kern wollen wir zeigen, dass Umwelt- und Naturschutz gemeinsam mit der Wirtschaft der Natur und den Unternehmen einen messbaren Nutzen bringen.“

Der Impuls zum gemeinsamen Pilotprojekt kam von REWE Group. Im Zuge der Umsetzung der konzerneigenen Nachhaltigkeitsstrategie soll auch das Sortiment der REWE Group, ins¬besondere bei den Vertrieblinien REWE und PENNY nachhaltiger gestaltet werden. Das Pilotprojekt ist das erste seiner Art in Deutschland. Die nachhaltigere Gestaltung des Sorti¬mentes ist eines der vorrangigen Ziele der REWE Group. Das gemeinsame Projekt mit der Bodensee-Stiftung und der Vertriebsgesellschaft Obst vom Bodensee zeigt, dass auch in herkömmlichen Produkten viel Potential für eine umweltfreundlichere Produktionsweise liegt.

Erst vor kurzem hat die REWE Group das neue Label PRO PLANET eingeführt, mit dem konventionell hergestellte Produkte gekennzeichnet werden, die die Umwelt und Gesell¬schaft während ihrer Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung deutlich weniger belasten. „Ziel von PRO PLANET der REWE Group ist es, nicht nur wenige Produkte mit speziellen Anfor¬derungen sondern vor allem Produkte für den sogenannten Massenmarkt schrittweise nachhaltiger zu gestalten. So kann, in Einklang mit den wirtschaftlichen Erfordernissen, eine breit angelegte Umgestaltung der Wirtschaft erfolgen und gleichzeitig dem Kunden ein nachhaltigeres Produkt zu vertretbaren Kosten angeboten werden“, erklärt Dr. Josef Lüneburg-Wolthaus von der strategischen Qualitätssicherung bei der REWE Group.

Das Pilotprojekt im Obstbau passt sehr gut in das Projekt „Netzwerk Blühender Bodensee“ der Bodensee-Stiftung. Angesichts dramatischer Rückgänge bei den heimischen Wild¬bienenarten und hoher Bienenverluste in den letzten Jahren wird deutlich, dass die Land¬schaft aus dem Gleichgewicht geraten ist. Projektleiter Patrick Trötschler von der Bodensee-Stiftung fordert deshalb ein Umdenken: „Unsere Kulturlandschaft muss nicht erhalten son¬dern dringend verändert werden – hin zu mehr Blüten- und Artenreichtum. Dafür haben wir das Netzwerk Blühender Bodensee ins Leben gerufen, in dem sich neben Landwirten auch zahlreiche Kommunen, Imkervereine, Unternehmen und Naturschutz¬gruppen enga¬gieren. Wir freuen uns, dass die Obstbauern mit dabei sind.“ Gefördert wird das Netzwerk Blühen¬der Bodensee von PLENUM Westlicher Bodensee, Landkreis Bodensee¬kreis, Heidehof-Stiftung, Sparkasse Singen-Radolfzell, Global Nature Fund und Reckitt-Benckiser („Unser Zuhause – Unsere Erde“) sowie der Deutschen Umwelthilfe.

 

Statements

„Ziel von PRO PLANET der REWE Group ist es, nicht nur wenige Produkte mit speziellen Anfor¬derungen sondern vor allem Produkte für den sogenannten Massenmarkt schrittweise nach¬haltiger zu gestalten. So kann, in Einklang mit den wirtschaftlichen Erfordernissen, eine breit angelegte Umgestaltung der Wirtschaft erfolgen und gleichzeitig dem Kunden ein nachhalti¬geres Produkt zu vertretbaren Kosten angeboten werden.“

Dr. Josef Lüneburg-Wolthaus, strategische Qualitätssicherung, REWE Group

 

„Neben der Förderung der Bio¬diversität ist für uns das Umweltmanagement im Obstbau von zentraler Bedeutung. Denn wir wollen die Umweltbilanz des intensiven Obstbaus am Boden¬see lang¬fristig verbessern. Durch die Zusammenarbeit mit Obst vom Bodensee, der REWE Group und den Im¬kern wollen wir zeigen, dass Umwelt- und Naturschutz gemeinsam mit der Wirtschaft der Natur und den Unternehmen einen messbaren Nutzen bringen.“

Marion Hammerl, Geschäftsführerin, Bodensee-Stiftung

 

„Unsere Pilotbetriebe, sowohl IP- als auch Bio-Betriebe, sind hoch motiviert bei der Sache. Gemeinsam haben die Betriebsleiter mit Anbauberatern, Naturschützern und Imkern Ma߬nahmen entwickelt und im Frühjahr mit der Umsetzung begonnen. Wir hoffen dass damit nicht nur die Boden¬seelandschaft wieder etwas bunter wird, sondern wir wollen gezielt daran arbeiten Maßnahmen aufzuzeigen, die es ermöglichen die natürliche Vielfalt Blüten suchender Insekten zu fördern. Wir sind gespannt zu erfahren, ob eine messbare Verän¬derung möglich ist.“

Hans Knöpfler, Geschäftsführer, Obst vom Bodensee Vertriebs GmbH

 

„Auf den Pilotbetrieben getestete und in der Praxis bewährte Maßnahmen wollen wir in der Zukunft möglichst vielen Obstbaubetrieben vor¬stellen. Bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen und deren Integration in den Betriebsablauf werden sie von den genossen¬schaftlichen Beraterteams der Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG bzw. der WOG Württembergische Obstgenossen¬schaft unterstützt. Die Maßnahmen sollen der Biodiversität wie der Stärkung des Nahrungsange¬bots für Honig- und Wildbienen dienen, auf deren Bestäubung wir insbesondere wegen der Bestäubungsqualität in Obstkulturen auch angewiesen sind.“

Katja Röser, Obstbau-Beraterin, Marktgemeinschaft Bodenseeobst

 

„Unsere Kulturlandschaft muss nicht erhalten sondern dringend verändert werden – hin zu mehr Blüten- und Artenreichtum. Dafür haben wir das Netzwerk Blühender Bodensee ins Leben gerufen, in dem sich neben Landwirten auch zahlreiche Kommunen, Imkervereine, Unternehmen und Naturschutz¬gruppen engagieren. Wir freuen uns, dass die Obstbauern mit dabei sind.“

Patrick Trötschler, Projektleiter, Bodensee-Stiftung

 

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