Netzwerk Blühender Bodensee erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Das Netzwerk Blühender Bodensee, gegründet und koordiniert durch die Boden­see-Stiftung, wird in dieser Woche als offizielles Projekt der UN-Dekade Biolo­gische Vielfalt gewürdigt. Die Auszeichnung der Geschäftsstelle der UN-Dekade wird von Bettina Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau und Patrick Trötschler von der Bodensee-Stiftung entgegen genommen. Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Im Frühjahr 2009 startete die Bodensee-Stiftung das Netzwerk Blühender Bodensee. Das Netzwerk steht für eine arten- und blütenreiche Bodenseelandschaft. Ziele des Projekts sind die Gewinnung, Information, Weiterbildung und Beratung von Akteuren, die sich gemeinsam mit dem Naturschutz aktiv auf ihren Flächen für eine bienen- und insekten­freundliche Bewirtschaftung und Pflege einsetzen. Mittlerweile zählt das Netzwerk 42 Mitglieder (Landkreise, Städte und Gemeinden, Landwirte, Erzeugergemeinschaften und Regionalmarken, Imker, Unternehmen und Naturschutzgruppen). Die Bodensee-Stiftung leitet das Netzwerk und sorgt vor allem mit Fachveranstaltungen und Exkursionen dafür, dass sich immer mehr Menschen und Institutionen für eine buntere und vielfältigere Bodenseelandschaft engagieren. Inzwischen wird auch grenzüberschreitend mit Akteu­ren in Vorarlberg und im Thurgau zusammengearbeitet.

Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein bedeutendes Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt. Insektenfreundliche Maßnahmen von den Netzwerk-Mitgliedern auf über 200 Hektar in der Bodenseeregion sind eine positive Zwischenbilanz nach vier Jahren. Dieser Einsatz hat die Juroren und Jurorinnen des Wettbewerbs sehr beeindruckt. Auch die Blumeninsel Mainau ist Mitglied im Netzwerk Blühender Bodensee und hat im vergangenen Jahr mit Unterstützung der Bodensee-Stiftung einen attraktiven Insektengarten für die Besucher eröffnet. Gemeinsam mit Projektleiter Patrick Trötschler nahm Bettina Gräfin Bernadotte stellvertretend für die Netzwerk-Mitglieder die Auszeichnung entgegen: „Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlinge und andere Blütenbesucher tragen entscheidend zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei – auch bei uns am Bodensee. Darum müssen wir dafür sorgen, dass diese Insekten genügend Nahrung und Lebensräume vorfinden. Das Netzwerk Blühender Bodensee hat dafür in den vergangenen Jahren wertvolle Arbeit geleistet und sich bundesweit zu einer der größten und aktivsten Initiativen ihrer Art entwickelt."

Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die Bodensee-Stiftung, stellvertretend für alle Netzwerk-Mitglieder, einen „Vielfalt-Baum", der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung das Netzwerk Blühender Bodensee einen wertvollen Beitrag leistet. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de vorgestellt.

Das ausgezeichnete Projekt hat an dem Wettbewerb der UN-Dekade Biologische Vielfalt teilgenommen, eine namhafte Jury hat über die Qualität der eingegangenen Projekte entschieden. Der fortlaufende Wettbewerb wird von der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit Sitz in Osnabrück ausgerichtet und hat zum Ziel Privatpersonen und Institutionen für ihr Engagement im Erhalt der Artenvielfalt auszuzeichnen. Ziel ist es, die Bürger für einen Erhalt der Artenvielfalt zu begeistern und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel zu nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden.

„Ein kleiner Käfer auf der Hand, Bienen beobachten, die summend von Blüte zu Blüte fliegen, Schmetterlinge entdecken, die im Sonnenlicht Wärme tanken, oder auch Regentropfen auf der Haut und Wind im Gesicht spüren, das sind kleine Erlebnisse, die unsere Sinne ansprechen," so Fürstin Gabriela zu Sayn -Wittgenstein - Sayn. „Es sollte uns Freude bereiten, die Welt in ihrer Vielfalt zu bewahren und als Erbe an unsere Enkel weiterzugeben.", so die neue UN-Dekade Botschafterin Fürstin Gabriela Sayn - zu – Wittgenstein – Sayn.

Fakt ist, dass seit Jahren die biologische Vielfalt, also die Vielzahl aller Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Pilze sowie die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten, schwindet und droht für zukünftige Generationen verloren zu gehen. Dieses gesamte Spektrum des Lebens auf der Erde ist untereinander verflechtet, die verschiedenen Lebensräume und komplexen ökologischen Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Hier gilt es entgegenzuwirken.

Die Vereinten Nationen haben die Dekade 2011 bis 2020 weltweit ausgerufen, um den anhaltenden Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

In Deutschland strebt die UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins an. Das Anliegen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist es daher, mehr Menschen für die Natur zu begeistern und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu motivieren. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte kann dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen.

Interessierte Einzelpersonen, ehrenamtlich Tätige und Institutionen die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Forschungs-, Bildungs- oder Naturschutz­maßnahmen einsetzen sind eingeladen sich an dem fortlaufenden Wettbewerb zu betei­ligen. Die Jury entscheidet etwa halbjährlich bis zum Ende der Dekade im Jahr 2020 über die Auszeichnungen. Seit Juni 2012 werden wöchentlich beispielhafte Projekte zur UN-Dekade Biologische Vielfalt vorgestellt. Die Bewerbung kann ausschließlich online bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de eingereicht werden.

Kontakt und weitere Informationen

Bodensee-Stiftung

Patrick Trötschler

Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell

07732-999541, p.troetschler@bodensee-stiftung.org

www.bodensee-stiftung.org, www.bluehender-bodensee.net

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