Fracking: Bodensee-Stiftung fordert klare Stellungnahme der IBK

Radolfzell 10. Dezember 2012: Auf der 33. Konferenz der Regierungschefs der Internationalen Bodensee Konferenz stand unter anderem das Thema der unkonventionellen Erdgasförderung auf der Agenda.

Vier magere Zeilen ist den Regierungschefs das Thema wert. Zu mehr als der Feststellung, dass der Bodensee „unverzichtbarer Trinkwasserspeicher für fast fünf Millionen Menschen“ ist und „dem Schutz des Trinkwassers eine hohe Priorität eingeräumt werden muss“, hat man sich nämlich offenbar nicht durchringen können.

Die Aussage ist so vage und inhaltsleer, dass sogar beinharte Befürworter der unkonventionellen Erdgasförderung mit ihr leben können dürften. Die Botschaft scheint klar: Wird ein hinreichend großes Erdgasvorkommen gefunden, wird man sich mit der unkonventionellen Erdgasförderung in der sensiblen Bodenseeregion schon anfreunden. Es steht zu erwarten, dass die Risiken, die man bereit ist in Kauf zu nehmen, proportional zum förderbaren Erdgas steigen werden.

Die Bodensee-Stiftung fordert eine klare Stellungnahme der IBK: „Die IBK sollte sich klar gegen das Fracking aussprechen“, meint Jörg Dürr-Pucher, Präsident der Bodensee-Stiftung, und führt aus: „Fracking ist ein Spiel mit hohen Einsätzen. Dabei sollte es doch mittlerweile gesellschaftlicher Konsens sein, dass man kein Restrisiko akzeptieren kann, wenn die Einsätze so hoch sind“.

Während sich die Regierungschefs nicht auf eine klare Position einigen konnten, formiert sich der gesellschaftliche Widerstand: Die Online-Petition „Verhindert das Fracking im Bodenseeraum“ auf der Plattform www.avaaz.org konnte in kurzer Zeit über 10.000 Stimmen sammeln. Die Bodensee-Stiftung wird das Thema bei der nächsten Sitzung des Umweltrats Bodensee, in dem 20 Umweltverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten sind, auf die Agenda setzen.

Kontakt für Rückfragen:

 

Wer möchte, kann hier, die Online-Petition unterzeichnen.

AnhangGröße
10_12_2012_Bodensee-Stiftung forder klare Stellungnahme der IBK.pdf406.49 KB