Flussauen zurückgewinnen - natürlichen Wasserrückhalt verbessern!

Natürlicher Hochwasserschutz

Die GRÜNE LIGA stimmte ihre Prioritäten für den Hochwasserschutz mit einer Reihe von Verbänden und regionalen Netzwerken ab und legt sie, gemeinsam mit den unterstützenden Organisationen zum Tag des Wassers 2014 in dem Papier "Flussauen zurückgewinnen - natürlichen Wasserrückhalt verbessern! Position zur Erarbeitung eines nationalen Hochwasserschutzprogramms" vor. Die Bodensee-Stiftung hat das Papier mit erarbeitet und unterzeichnet.

An zentraler Stelle steht dabei die Forderung nach Maßnahmen im Hinblick auf den vorsorgenden Hochwasserschutz, die im Einklang mit dem Verschlechterungsverbot sowie Verbesserungsgebot gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie sowie den Pflege- und Entwicklungsplänen in den Natura 2000 Gebieten stehen. Hochwasserschutz darf nicht konträr zu den Anforderungen des Gewässer- und Naturschutzes betrieben werden. Mit öffentlichen Mitteln sind vorrangig solche Projekte zu befördern, die zusätzlich zur Verringerung des Hochwasserrisikos entsprechend positive Wirkungen an und in den Auen als gefährdetem Lebensraum an Flüssen und Seen entfalten

Großflächige Deichrückverlegungen werden oft aus Mitteln des Naturschutzes finanziert. Hier ist ein deutlich stärkerer Beitrag aus dem Hochwasserschutzbereich vonnöten.

Bundesweite stärkere Beachtung verdient die Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts in der Fläche und eine klarere Priorisierung der Schutzgüter. Hierbei ist auch die länderspezifisch zielführende Konkretisierung der EU-Agrarumweltmaßnahmen und die angepasste Land- und Siedlungsnutzung angesprochen.

Zu den Unterstützern zählen neben der GRÜNEN LIGA, das Wassernetz Nordrhein-Westfalen, das Wassernetz Sachsen-Anhalt, die Stiftung Living Rivers, der NABU, die Deutsche Umwelthilfe, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz - AK Wasser, das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland, der Global Nature Fund, die Bodenseestiftung und der Landestauchsportverband Brandenburg.

"In Deutschland gibt es gute Beispiele dafür, dass sich Deichverlegungen günstig auf Hochwasserschutz und Naturschutz auswirken." bestätigt Thomas Schäfer, Koordinator des Netzwerk Lebendige Seen Deutschland.

"Natürlicher Wasserrückhalt rechnet sich nicht nur, um Hochwasserschäden zu minimieren," so Paul Kröfges, Gewässerschutzbeauftragter des BUND NRW. "Am Beispiel des Rheins haben wir mit weiteren Umweltverbänden aufgezeigt, dass durch Auenrenaturierung der Gewässer-, Natur- und Artenschutz gleichermaßen unterstützt wird. Hierfür gibt es Potenziale auf einer Fläche, die mehr als 17.000 Fußballfelder entspricht."

"Hochwasserschadensrisiken dürfen nicht durch öffentliche Mittel herbeigefördert werden" betont Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser. "Die übermäßige Förderung des Biomasse-Maisanbaus führt zur großflächigen Verschlechterung der Gewässerqualität, schränkt sowohl die Flächenverfügbarkeit, als auch die biologische Vielfalt massiv ein und erhöht obendrein die Schadenspotentiale.
Hier muss gegengesteuert werden."

"Deichrückverlegungen erfordern einen hohen Aufwand für Planung und Durchführung." so Walter Binder von der Stiftung Living Rivers. "Ihre Umsetzung bedarf eines langfristigen Ansatzes und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Die dafür benötigte Personalausstattung und die dafür erforderlichen finanziellen Mittel sind längerfristig bereit zu stellen."

Ziel ist einerseits, einen Beitrag in dem Prozess der Erarbeitung des nationalen Hochwasserschutzprogramms zu leisten und andererseits, die Frage der Verbindung von Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichlinie mit der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie als wichtige Wasserbewirtschaftungsfrage in den Bewirtschaftungsplänen zu verankern und dabei die Belange des Naturschutzes zu integrieren.

Im Anhang können Sie das Positionspapier herunterladen.

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