Pressemitteilung: Kneissler nutzt Potentiale - Naturnahe Gestaltung von Firmenarealen

Radolfzell / Untersiggingen: Das Unternehmen Kneissler Brüniertechnik setzt sich aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt vor Ort ein und beginnt heute mit der dauerhaften Umgestaltung hin zu einem naturnah gestalteten Firmengelände.

Dass mittelständische Unternehmen mit ihrer Innovationsfreudigkeit, Flexibilität und Kompetenz das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen: Sie stellen den größten Teil der Arbeitsplätze, bilden die meisten Lehrlinge aus und sind der Region oft weitaus stärker verbunden als internationale Aktiengesellschaften.

Da ist es nicht überraschend, dass ein mittelständisches Unternehmen aus dem Deggenhausertal als eines von wenigen Pionierunternehmen in Deutschland vorangeht und sich aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzt, und das eigene Firmenareal naturnah gestaltet: Als erstes wird auf der mittelfristig freien Baulandreserve eine bienenfreundliche Wiese erstellt. Zugleich wird gerade ein genauerer Plan erarbeitet und schrittweise umgesetzt, wie einzelne Flächen auf dem Gelände ökologisch aufgewertet werden können. Gemeinsam mit einer naturnah arbeitenden Gärtnerin wird ein Pflanz- und Pflegeplan für den Rest des Geländes entwickelt.

„Es ist erstaunlich, was man erkennt, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht. Wobei die Welt in diesem Fall unser Betriebsgelände ist“, erklärt Adolf Stecher, Geschäftsführer der Kneissler Brüniertechnik GmbH zur Motivation des Unternehmens, sich gezielt mit dem Thema Biodiversität auseinander zu setzen.

Umweltschutz hat bei Kneissler Tradition: Mit seinen 16 Mitarbeitern gehört das Unternehmen seit über einem Jahrzehnt zu den Vorreitern in Sachen Umweltschutz und hat dafür schon internationale Anerkennung erfahren. Seit 1997 ist das Umweltmanagementsystem des Unternehmens nach EMAS zertifiziert und räumt mit dem Vorurteil auf, dass ein Umweltmanagementsystem für kleinere Unternehmen nicht praktikabel ist. „Umweltschutz und Qualität sind für uns gleichrangige Unternehmensziele. Unser integriertes Managementsystem zu diesen Themen sichert langfristig den erfolgreichen Bestand unseres Unternehmens“,führt Stecher zum Zusammenhang zwischen Umweltschutz und der Qualität seiner Dienstleistungen aus.

Die Bodensee-Stiftung hatte im Rahmen des Projekts „Unternehmen und biologische Vielfalt am Bodensee“ eine Erstberatung zur Ökologisierung des Firmenareals der Kneissler Brüniertechnik GmbH durchgeführt. Ergebnis der Erstberatung waren konkrete Maßnahmenvorschläge: „Es geht natürlich nicht darum, aus einem Firmenareal ein Naturschutzgebiet zu machen. Es geht darum Potentiale für Natur auf dem Betriebsgelände zu identifizieren – und die gibt es fast immer“, erklärt Sven Schulz, der das Projekt seitens der Bodensee-Stiftung betreut. Im nächsten Schritt wurde eine naturnah arbeitende Gärtnerin hinzugezogen: Maria Stark, die als Inhaberin von „Naturnahe Gärten“ grundsätzlich mit statt gegen die Natur arbeitet, wird Kneissler auf dem Weg zum naturnahen Firmenareal weiter begleiten. Maria Stark, die als Inhaberin der Firma „Naturnahe Gärten“ grundsätzlich mit statt gegen die Natur arbeitet, wird Kneissler auf dem Weg zum naturnahen Firmenareal weiter begleiten. „Wir werden hier mit relativ einfachen Mitteln ein kleines Paradies schaffen, das gleichzeitig ein erholsamer Pausenort für die Mitarbeiter der Firma als auch eine Bereicherung für die heimische Tierwelt darstellen wird. Durch die Erhöhung der Artenvielfalt der auf dem Gelände aufzufindenden heimischen Gewächse wird sich wie von selbst auch eine höhere Anzahl zum Teil selten gewordener Tiere einstellen. Das ist immer interessant zu beobachten und macht wirklich auch große Freude. Eine gut geplante Hecke aus Wildgehölzen und naturnahen Gartenrosen muss zudem so gut wie nie geschnitten oder gar gespritzt oder gedüngt werden. Bunt blühende Wildblumenwiesen sind auch deutlich weniger pflegeaufwändig als die gängigen aber eintönigen Rasenflächen. Ich kann dergleichen Umgestaltungsmaßnahmen auch für Firmengelände nur empfehlen.“ erklärt Maria Stark, die sich seit mehr als zehn Jahren mit Naturgärten und deren Anlage und Pflege beschäftigt und daher weiß, worauf es bei der naturnahen Pflege und Gestaltung ankommt.

Unternehmen, die sich für das Thema interessieren, bietet die Bodensee-Stiftung Erstberatungen für die naturnahe Gestaltung ihres Firmenareals und Biodiversitäts-Checks an.

Hintergrund

„Biodiversität“ oder „Artenvielfalt“ ist die Grundlage unzähliger „Dienstleistungen“, die unsere Gesellschaft oft ohne sie zu bemerken, in Anspruch nimmt: Es sind gesunde Ökosysteme, die Bodenerosion verhindern, die Ausbreitung von Schädlingen verhindern und natürlich für uns alle wichtige Erholungsräume bereit stellen. Zugleich schreitet das Artensterben aber ungebremst voran: Es wird angenommen, dass durch menschliche Einflüsse gegenwärtig bis zu 1.000 mal mehr Arten aussterben als dies langfristig unter einer natürlichen Rate der Fall wäre. Viele Ökosysteme, die uns aufgrund ihrer Biodiversität mit lebenswichtigen Ressourcen und Dienstleitungen versorgen, sind gefährdet.

Das Thema „Biodiversität“ findet in der Wirtschaft zunehmend Interesse und auch Verbraucher erwarten zunehmend, dass sich Unternehmen mit dem Thema auseinandersetzen. Zugleich gestaltet sich das methodische Einarbeiten des Themas in die unternehmerischen Abläufe schwierig: Ansätze zur Erfassung von Auswirkungen unternehmerischen Handelns auf die biologische Vielfalt sind noch nicht weit verbreitet und die Zusammenhänge sind komplex.

 

Unternehmen und biologische Vielfalt am Bodensee

Ziel des durch das Programm „Interreg IV – Alpenrhein – Bodensee – Hochrhein“ und der Heinz Sielmann Stiftung unterstützten Projekts „Unternehmen und biologische Vielfalt am Bodensee“ ist es, das Thema Biodiversität auf die Agenda von Unternehmen zu setzen und Unternehmen praktische Unterstützung anzubieten, Biodiversität im Betriebsablauf zu berücksichtigen.

Zwei Werkzeuge stehen hier im Mittelpunkt:

  • Erstberatungen zur naturnahen Gestaltung des Firmenareals: Naturnahe Gestaltung ist ein guter Einstieg ins Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt, da sich Maßnahmen mit geringen Kosten – manchmal sogar kostenneutral – umsetzen lassen und Ergebnisse vor Ort direkt erlebbar sind. Ergebnis der Erstberatung durch die Bodensee-Stiftung ist eine Maßnahmenliste, die nach Aufwand und Nutzen für biologische Vielfalt priorisiert ist.
  • Biodiversitäts-Checks: Die Checks steigen tiefer in den Unternehmensablauf ein. Hier werden auch Aspekte wie Produktentwicklung, Vertrieb, Management, Marketing etc. betrachtet. Im Ergebnis erhält das Unternehmen einen ersten Überblick über die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Unternehmen und biologischer Vielfalt.

Interessierte Unternehmen können sich an die Bodensee-Stiftung wenden, um einen unverbindlichen Informationstermin zu vereinbaren.

Das Projekt „Unternehmen und biologische Vielfalt am Bodensee“ wird von der Bodensee-Stiftung koordiniert. Projektpartner sind die IHK Bodensee-Oberschwaben, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Wirtschaftskammer Vorarlberg, das Amt der Vorarlberger Landesregierung Abteilung Umwelt, der Österreichische Naturschutzbund und die Schweizer Stiftung Natur und Wirtschaft.

Weitere Informationen

Internetquellen:

Ansprechpartner:

Bodensee-Stiftung, Sven Schulz

Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell

Tel. +49 (0)7732-9995-41, Fax + 49 (0)7732-9995-49

sven.schulz@bodensee-stiftung.org

www.bodensee-stiftung.org

 

Kneissler Brüniertechnik GmbH, Adolf Stecher Geschäftsführer

Im Gewerbegebiet 28, 88693 Deggenhausertal

Tel. +49 (0)7555 9211-0, Fax +49 (0)7555 9211-22 |
adolf.stecher@kneissler.de

www.kneissler.de

 

Naturnahe Gärten, Maria Stark Fachberater für Natur-Erlebnis-Räume
Bombenbreite 32
88693 Deggenhausertal

info@naturnahe-gaerten.biz
www.naturnahe-gaerten.biz

Tel.: 07555 927265, Mobil: 0151 41904250

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