Bodensee-Stiftung bei der Woche der Umwelt in Berlin

Die Freude ist groß in der Bodensee-Stiftung, denn gleich die erste Bewerbung zur Woche der Umwelt in Berlin war erfolgreich. Die Umweltorganisation präsentiert gleich zwei ihrer innovativen Projekte einem breiten Fachpublikum am 5. und 6. Juni 2012 im Schlosspark Bellevue in Berlin, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.

Neben dem Klimawandel ist die Bedrohung der biologischen Vielfalt das zentrale Umweltthema – nicht nur am Bodensee sondern weltweit. Gemeinsam mit der REWE Group, der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft und knapp hundert Obstbauern am Bodensee und in der Region Heilbronn hat die Bodensee-Stiftung im vergangenen Jahr im Projekt „PRO PLANET Äpfel“ Maßnahmen umgesetzt, die auch auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen mehr Nahrungsangebot und Lebensräume für Blüten besuchende Insekten schaffen. Als erstes Projekt dieser Art in Deutschland erhielt die Bodensee-Initiative das REWE-Nachhaltigkeitslabel PRO PLANET und wird nun auf weitere deutsche Obstanbaugebiete ausgeweitet. PatrickTrötschler, Projektleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Bodensee-Stiftung, will den guten Projektstart für die Zukunft nutzen: „Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, noch weitere Obstbauern in Baden-Württemberg für das freiwillige Projekt zu gewinnen. Außerdem wollen wir mit den Landwirten zusätzliche Naturschutzmaßnahmen angehen, die über die Förderung der Blütenbesucher hinausgehen“.

PRO PLANET Äpfel ist eine Initiative im Rahmen der Europäischen Business and Biodiversity Kampagne, in der Unternehmen aller Branchen für den Schutz der biologischen Vielfalt motiviert werden sollen. Die B+B Kampagne wird von der EU gefördert.

Die Landwirtschaft ist eine Schlüsselbranche für den aktiven Klimaschutz, da sie sowohl zum Klimawandel beiträgt wie auch selbst davon betroffen ist. Gemeinsam mit Partnern aus Frankreich, Italien und Spanien hat die Bodensee-Stiftung im Projekt „AgriClimateChange – mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft“ eine Software ACCT weiterentwickelt, um die Energie- und Treibhausgas-Bilanzen landwirtschaftlicher Betriebe zu analysieren. „Auf Basis dieser Analyse können wir dann betriebsspezifische Maßnahmen entwickeln und so gemeinsam mit den Landwirten die Klimabilanz der Höfe kontinuierlich verbessern.“, erklärt Volker Kromrey von der Bodensee-Stiftung den Kern des Vorhabens. Aktuell beteiligen sich 24 Pilotbetriebe in Baden-Württemberg; die Initiative soll im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet werden. Das Projekt wird gefördert vom EU-Programm LIFE+, der Sparkasse Singen-Radolfzell, vom Demeter-Landesverband Baden-Württemberg und der Bioenergieregion Bodensee.

Marion Hammerl, Geschäftsführerin der Bodensee-Stiftung, sieht die Juryauswahl als Bestätigung für die jahrelange beharrliche Arbeit für mehr Nachhaltigkeit am Bodensee: „Wir freuen uns, dass wir im Juni in Berlin unsere innovativen Projekte präsentieren können. Zusammen mit unserem Stifterverband Deutsche Umwelthilfe und dem Verein Ecocamping, der aus einem Projekt der Bodensee-Stiftung entstanden ist, können wir dort zeigen, dass die Umweltorganisationen am Bodensee deutschland- und europaweit spitze sind.“

Die Woche der Umwelt in Berlin gilt bundesweit als die führende Leistungsschau für innovative Umweltprojekte. Zur vierten Woche der Umwelt hatten sich rund 550 Unternehmen, Verbände, Institute und Initiativen beworben. Rund 200 Aussteller wurden von der unabhängigen Jury nach den Kriterien Qualität, Innovation und Modellhaftigkeit ausgewählt. Auf über 3.000 Quadratmetern Fläche werden die Organisatoren im Park von Schloss Bellevue eine Zeltstadt für die etwa 80 Fachforen und die rund 12.000 Besucher aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aufbauen.