Bodensee auf dem Abstellgleis? Umweltrat Bodensee bangt um Bahnprojekte in der Region

Radolfzell 3. November: Der Bodensee Umweltrat sieht die Chancen für Bahnprojekte in der Region schwinden, wenn das Großprojekt Stuttgart 21 realisiert wird. Leistungsfähige nachhaltige Mobilität wird auf ungewisse Zeit verschoben – mit großen Nachteilen für Mensch und Umwelt.

Die Bahn legt mit diesem und wenigen anderen Großprojekten die Investitionsmittel für viele Jahre im Voraus fest. Andere Bahnprojekte, die als nicht vorrangig eingestuft werden, haben kaum Chancen auf Umsetzung. Als Beispiele nennt der Umweltrat den Ausbau und Elektrifizierung der Strecken Lindau – Friedrichshafen – Ulm, Lindau – München, die Anbindung an Bregenz und Zürich, den zweispurigen Ausbau der Gäubahn zwischen Singen und Stuttgart sowie die Bodenseegürtelbahn. Ausbau und Modernisierung der Bahninfrastruktur sind für eine zukunftsfähige Mobilität in der Region unverzichtbar. So stellt zum Beispiel die streckenweise einspurige Gäubahn einen peinlichen Engpass in der Verbindung Mailand - Bern - Zürich - Stuttgart dar. Der Fernzug Mailand - Stuttgart und der Intercity Zürich - Stuttgart müssen mindestens einmal stoppen, um den Gegenverkehr durchzulassen. Im Augenblick benötigt man für die Fahrt von Konstanz nach Stuttgart über zweieinhalb Stunden: Allein durch den zweispurigen Ausbau des betreffenden Teilstückes könnten 20 Minuten auf der Strecke gewonnen werden, so der Umweltrat.

Das Projekt wird zwar als wichtig aber nicht wirtschaftlich eingestuft und seit 60 Jahren nicht umgesetzt. Von groben Kostenschätzungen abgesehen liegen keinerlei Planungen vor. Auf einer Informationsveranstaltung gestern Abend im Radolfzeller Innovationszentrum erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann, dass Baden-Württemberg jetzt eine Millionen Euro für die Planung des teilweisen Ausbau der Gäubahn zur Verfügung stellt. Der Umweltrat begrüßt dies, kritisiert aber, dass die Gäubahn nicht durchgängig ausgebaut werden soll. Außerdem – wie das aktuelle Beispiel der Strecke Lindau – München zeigt – bedeutet der Einstieg in die Planung noch lange nicht, dass eine Realisierung innerhalb eines verbindlichen Zeithorizonts stattfindet. Mit der vagen Aussicht auf einen Ausbau irgendwann ist der Bodenseeregion nicht geholfen!

Ein weiteres Beispiel ist die Bodenseegürtelbahn, die von Touristikern und Umweltverbänden seit Jahrzehnten gefordert wird. Sie könnte eine regelmäßige, direkte Verbindung um den Bodensee darstellen und das Bahnfahren deutlich einfacher und damit attraktiver machen. Gegenwärtig benötigt man von Konstanz nach Bregenz mit dem Zug in der Regel zwei Stunden, muss dreimal (Südufer) oder sogar viermal (Nordufer) umsteigen und teilweise die Verkehrsmittel mehrfach wechseln (Bus - Fähre - Bus - Bahn). „Auf diese Weise wird die Bodenseeregion auf‘s Abstellgleis geschoben!“, meint Dr. Thomas Schaefer, Vertreter des BUND Kreisverband Konstanz im Umweltrat Bodensee und erklärt weiter, „Wir sind eine leistungsstarke und zukunftsorientierte Region und die augenblickliche Bahnpolitik legt uns auf Mobilitätskonzepte von gestern fest: Das Auto wird uns für weitere Jahrzehnte als Verkehrsmittel Nummer 1 aufgezwungen“.

Der Umweltrat fordert, dass mit der Diskussion um Stuttgart 21 auch die Bahnprojekte in der Region beleuchtet werden. Diese wichtigen Projekte zugunsten eines Prestigeobjektes für Stuttgart zu opfern, hält der Umweltrat Bodensee für problematisch.

Der Umweltrat Bodensee

Mit dem Umweltrat Bodensee bietet die Bodensee-Stiftung seit 1990 ein Podium, in dem alle Verbände mit dem Ziel der dauerhaften, tragfähigen Entwicklung der Bodenseeregion als Wirtschafts-, Natur- und Kulturraum erfolgreich zusammenarbeiten und Erfahrungen auszutauschen.

Am Schutz der Seeregion arbeiten im Umweltrat 20 Naturschutzverbände aus der Schweiz, Österreich und Deutschland zusammen. Arbeitsschwerpunkte sind u.a. „Nachhaltiger Tourismus", „Ökologischer Landbau", „Seenschutz" und „Erneuerbare Energien", wie z.B. Solartechnik im Wassersport.

Kontakt und weitere Informationen: 

BUND Umweltzentrum Konstanz

Dr. Thomas Schaefer

Geschäftsführer

Zum Hussenstein 12

78462 Konstanz

Tel.: 07531-15164

 

Bodensee-Stiftung

Sven Schulz

Fritz-Reichle-Ring 4

78315 Radolfzell

07732 99 95 40

 

Radolfzell 3. November: Der Bodensee Umweltrat sieht die Chancen für Bahnprojekte in der Region schwinden, wenn das Großprojekt Stuttgart 21 realisiert wird. Leistungsfähige nachhaltige Mobilität wird auf ungewisse Zeit verschoben – mit großen Nachteilen für Mensch und Umwelt.

Die Bahn legt mit diesem und wenigen anderen Großprojekten die Investitionsmittel für viele Jahre im Voraus fest. Andere Bahnprojekte, die als nicht vorrangig eingestuft werden, haben kaum Chancen auf Umsetzung. Als Beispiele nennt der Umweltrat den Ausbau und Elektrifizierung der Strecken Lindau – Friedrichshafen – Ulm, Lindau – München, die Anbindung an Bregenz und Zürich, den zweispurigen Ausbau der Gäubahn zwischen Singen und Stuttgart sowie die Bodenseegürtelbahn. Ausbau und Modernisierung der Bahninfrastruktur sind für eine zukunftsfähige Mobilität in der Region unverzichtbar. So stellt zum Beispiel die streckenweise einspurige Gäubahn einen peinlichen Engpass in der Verbindung Mailand - Bern - Zürich - Stuttgart dar. Der Fernzug Mailand - Stuttgart und der Intercity Zürich - Stuttgart müssen mindestens einmal stoppen, um den Gegenverkehr durchzulassen. Im Augenblick benötigt man für die Fahrt von Konstanz nach Stuttgart  über zweieinhalb Stunden: Allein durch den zweispurigen Ausbau des betreffenden Teilstückes könnten 20 Minuten auf der Strecke gewonnen werden, so der Umweltrat. 

Das Projekt wird zwar als wichtig aber nicht wirtschaftlich eingestuft und seit 60 Jahren nicht umgesetzt. Von groben Kostenschätzungen abgesehen liegen keinerlei Planungen vor. Auf einer Informationsveranstaltung gestern Abend im Radolfzeller Innovationszentrum erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann, dass Baden-Württemberg jetzt eine Millionen Euro für die Planung des teilweisen Ausbau der Gäubahn zur Verfügung stellt. Der Umweltrat begrüßt dies, kritisiert aber, dass die Gäubahn nicht durchgängig ausgebaut werden soll. Außerdem – wie das aktuelle Beispiel der Strecke Lindau – München zeigt – bedeutet der Einstieg in die Planung noch lange nicht, dass eine Realisierung innerhalb eines verbindlichen Zeithorizonts stattfindet. Mit der vagen Aussicht auf einen Ausbau irgendwann ist der Bodenseeregion nicht geholfen!

Ein weiteres Beispiel ist die Bodenseegürtelbahn, die von Touristikern und Umweltverbänden seit Jahrzehnten gefordert wird. Sie könnte eine regelmäßige, direkte Verbindung um den Bodensee darstellen und das Bahnfahren deutlich einfacher und damit attraktiver machen. Gegenwärtig benötigt man von Konstanz nach Bregenz mit dem Zug in der Regel zwei Stunden, muss dreimal (Südufer) oder sogar viermal (Nordufer) umsteigen und teilweise die Verkehrsmittel mehrfach wechseln (Bus - Fähre - Bus - Bahn). „Auf diese Weise wird die Bodenseeregion auf‘s Abstellgleis geschoben!“, meint Dr. Thomas Schaefer, Vertreter des BUND Kreisverband Konstanz im Umweltrat Bodensee und erklärt weiter, „Wir sind eine leistungsstarke und zukunftsorientierte Region und die augenblickliche Bahnpolitik legt uns auf Mobilitätskonzepte von gestern fest: Das Auto wird uns für weitere Jahrzehnte als Verkehrsmittel Nummer 1 aufgezwungen“.

Der Umweltrat fordert, dass mit der Diskussion um Stuttgart 21 auch die Bahnprojekte in der Region beleuchtet werden. Diese wichtigen Projekte zugunsten eines Prestigeobjektes für Stuttgart zu opfern, hält der Umweltrat Bodensee für problematisch.

Der Umweltrat Bodensee

Mit dem Umweltrat Bodensee bietet die Bodensee-Stiftung seit 1990 ein Podium, in dem alle VeRadolfzell 3. November: Der Bodensee Umweltrat sieht die Chancen für Bahnprojekte in der Region schwinden, wenn das Großprojekt Stuttgart 21 realisiert wird. Leistungsfähige nachhaltige Mobilität wird auf ungewisse Zeit verschoben – mit großen Nachteilen für Mensch und Umwelt. Die Bahn legt mit diesem und wenigen anderen Großprojekten die Investitionsmittel für viele Jahre im Voraus fest. Andere Bahnprojekte, die als nicht vorrangig eingestuft werden, haben kaum Chancen auf Umsetzung. Als Beispiele nennt der Umweltrat den Ausbau und Elektrifizierung der Strecken Lindau – Friedrichshafen – Ulm, Lindau – München, die Anbindung an Bregenz und Zürich, den zweispurigen Ausbau der Gäubahn zwischen Singen und Stuttgart sowie die Bodenseegürtelbahn. Ausbau und Modernisierung der Bahninfrastruktur sind für eine zukunftsfähige Mobilität in der Region unverzichtbar. So stellt zum Beispiel die streckenweise einspurige Gäubahn einen peinlichen Engpass in der Verbindung Mailand - Bern - Zürich - Stuttgart dar. Der Fernzug Mailand - Stuttgart und der Intercity Zürich - Stuttgart müssen mindestens einmal stoppen, um den Gegenverkehr durchzulassen. Im Augenblick benötigt man für die Fahrt von Konstanz nach Stuttgart über zweieinhalb Stunden: Allein durch den zweispurigen Ausbau des betreffenden Teilstückes könnten 20 Minuten auf der Strecke gewonnen werden, so der Umweltrat. Das Projekt wird zwar als wichtig aber nicht wirtschaftlich eingestuft und seit 60 Jahren nicht umgesetzt. Von groben Kostenschätzungen abgesehen liegen keinerlei Planungen vor. Auf einer Informationsveranstaltung gestern Abend im Radolfzeller Innovationszentrum erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann, dass Baden-Württemberg jetzt eine Millionen Euro für die Planung des teilweisen Ausbau der Gäubahn zur Verfügung stellt. Der Umweltrat begrüßt dies, kritisiert aber, dass die Gäubahn nicht durchgängig ausgebaut werden soll. Außerdem – wie das aktuelle Beispiel der Strecke Lindau – München zeigt – bedeutet der Einstieg in die Planung noch lange nicht, dass eine Realisierung innerhalb eines verbindlichen Zeithorizonts stattfindet. Mit der vagen Aussicht auf einen Ausbau irgendwann ist der Bodenseeregion nicht geholfen! Ein weiteres Beispiel ist die Bodenseegürtelbahn, die von Touristikern und Umweltverbänden seit Jahrzehnten gefordert wird. Sie könnte eine regelmäßige, direkte Verbindung um den Bodensee darstellen und das Bahnfahren deutlich einfacher und damit attraktiver machen. Gegenwärtig benötigt man von Konstanz nach Bregenz mit dem Zug in der Regel zwei Stunden, muss dreimal (Südufer) oder sogar viermal (Nordufer) umsteigen und teilweise die Verkehrsmittel mehrfach wechseln (Bus - Fähre - Bus - Bahn). „Auf diese Weise wird die Bodenseeregion auf‘s Abstellgleis geschoben!“, meint Dr. Thomas Schaefer, Vertreter des BUND Kreisverband Konstanz im Umweltrat Bodensee und erklärt weiter, „Wir sind eine leistungsstarke und zukunftsorientierte Region und die augenblickliche Bahnpolitik legt uns auf Mobilitätskonzepte von gestern fest: Das Auto wird uns für weitere Jahrzehnte als Verkehrsmittel Nummer 1 aufgezwungen“. Der Umweltrat fordert, dass mit der Diskussion um Stuttgart 21 auch die Bahnprojekte in der Region beleuchtet werden. Diese wichtigen Projekte zugunsten eines Prestigeobjektes für Stuttgart zu opfern, hält der Umweltrat Bodensee für problematisch. Der Umweltrat Bodensee Mit dem Umweltrat Bodensee bietet die Bodensee-Stiftung seit 1990 ein Podium, in dem alle Verbände mit dem Ziel der dauerhaften, tragfähigen Entwicklung der Bodenseeregion als Wirtschafts-, Natur- und Kulturraum erfolgreich zusammenarbeiten und Erfahrungen auszutauschen. Am Schutz der Seeregion arbeiten im Umweltrat 20 Naturschutzverbände aus der Schweiz, Österreich und Deutschland zusammen. Arbeitsschwerpunkte sind u.a. „Nachhaltiger Tourismus", „Ökologischer Landbau", „Seenschutz" und „Erneuerbare Energien", wie z.B. Solartechnik im Wassersport. Kontakt und weitere Informationen:  BUND Umweltzentrum Konstanz Dr. Thomas Schaefer Geschäftsführer Zum Hussenstein 12 78462 Konstanz Tel.: 07531-15164 Bodensee-Stiftung Sven Schulz Fritz-Reichle-Ring 4 78315 Radolfzell 07732 99 95 40rbände mit dem Ziel der dauerhaften, tragfähigen Entwicklung der Bodenseeregion als Wirtschafts-, Natur- und Kulturraum erfolgreich zusammenarbeiten und Erfahrungen auszutauschen.

Am Schutz der Seeregion arbeiten im Umweltrat 20 Naturschutzverbände aus der Schweiz, Österreich und Deutschland zusammen. Arbeitsschwerpunkte sind u.a. „Nachhaltiger Tourismus", „Ökologischer Landbau", „Seenschutz" und „Erneuerbare Energien", wie z.B. Solartechnik im Wassersport.

Kontakt und weitere Informationen:

BUND Umweltzentrum Konstanz

Dr. Thomas Schaefer
Geschäftsführer
Zum Hussenstein 12
78462 Konstanz

Tel.: 07531-15164

 

Bodensee-Stiftung

Sven Schulz

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