Platz für wilde Kräuter geschaffen

Regionalmarke Gutes vom See und BUND Naturschutz-zentrum Westlicher Hegau legen Reservat für Ackerwildkräuter an. Am östlichen Ortsrand von Gottmadingen haben zahlreiche Ackerwildkräuter wie Klatschmohn und Kornblume auf einer Fläche von 3000 qm wieder eine Heimat gefunden. Die Regionalmarke Gutes vom See hatte das Blumenmeer bei der Naturschutz-Auktion der Bodensee-Stiftung ersteigert. Das BUND-Naturschutzzentrum Westlicher Hegau hat die Maßnahme gemeinsam mit einem Landwirt umgesetzt. Jetzt steht die Fläche in voller Blüte und zieht unzählige Wildbienen und Schmetterlinge an. Ein schönes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Naturschutz. 

Im vergangenen Oktober veranstaltete die Bodensee-Stiftung in der Stadthalle in Singen eine Naturschutz-Auktion. Dabei wurden 27 Einzelgebote im Gesamtwert von rund 6000 Euro abgegeben. Einer der Bieter war der Verein Gutes vom See. Neben Bienenweiden und Schafbeweidung am Hohentwiel boten die Vertreter der Regionalmarke auch 440 Euro für die Anlage und dreijährige Pflege eines Ackerwildkräuter-Reservats in Gottmadingen. Jetzt blüht die Fläche farbenfroh und beim Vorbeigehen ist das Summen der Bienen und Hummeln nicht zu überhören.

Eberhard Koch vom BUND-Naturschutzzentrum Westlicher Hegau hatte die Idee und betreut die Fläche: „Der sandige Acker hier am Riedbuck wurde gepflügt, aber dann nicht eingesät. Im Frühjahr hat sich aus dem im Boden vorhandenen Samenpotential eine standortgerechte Ackerwildkrautflora entwickelt. Man findet jetzt roten Klatsch¬mohn, blaue Kornblumen, weiße Lichtnelken oder violette Zottelwicken. Die Fläche ist ein Magnet für Wildbienen und Schmetterlinge.“ Nach der Blüte dient die Brache auch für Feldlerche, Zauneidechse und Kleinem Perlmutterfalter als Lebensraum zwischen den Ackerflächen. In der Nähe hat der BUND auch ein neues Sandtrockenrasen-Biotop geschaffen. Das Ackerreservat ist nun eine ideale Ergänzung. Durch die Vernetzung werden die Flächen noch wertvoller.

Michael Lella, Berufsimker und Mitglied bei der Regionalmarke Gutes vom See, ist begeistert über den Erfolg. „Es ist erstaunlich, dass sich in so kurzer Zeit ohne Einsaat eine solche Vielfalt eingestellt hat. Eine arten- und blütenreiche Bodenseelandschaft ist die Wirtschaftsgrundlage für die heimische Landwirtschaft, besonders für mich als Imker. Deshalb setzen wir uns von Gutes vom See aktiv für den Erhalt von Arten und Lebensräumen in der Bodenseeregion ein“, erklärt Michael Lella das Engagement der Regionalmarke für den Naturschutz.

Die Bodensee-Stiftung plant weitere Naturschutz-Auktionen in der Bodenseeregion. Damit sollen vor allem Naturschutz-Maßnahmen ermöglicht werden, für die keine oder nur eine unzureichende öffentliche Förderung vorhanden ist. Besonders Unternehmen will die Stiftung künftig für das Thema Biodiversität interessieren. „Unternehmen sind von den Leistungen der Ökosysteme abhängig und beeinflussen sie gleichzeitig. Mit den Naturschutz-Auktionen bieten wir eines von mehreren Instrumenten für Unternehmen an, um sich für die Biologische Vielfalt vor Ort einzusetzen“, erklärt Patrick Trötschler von der Bodensee-Stiftung den Hintergrund der Naturschutz-Auktionen. Im Rahmen der europaweiten Kampagne zum Thema Wirtschaft und Biodiversität bietet die Bodensee-Stiftung interessierten Unternehmen weitere Möglichkeiten zum aktiven Handeln an. Die Europäische Business and Biodiversity Kampagne wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des LIFE+ Programms unterstützt. Weitere Informationen zur Kampagne gibt es im Internet unter www.business-biodiversity.eu.

 

 

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