Nachhaltig genervt vom ADAC

Ich habe mich ja nun damit abgefunden, dass ich in einer "Autofahrernation" lebe. Und manchmal nutze ich ja auch ein Auto und - ganz offen gesagt - denke ich darüber nach, einem Verein zum Car-Sharing beizutreten. Trotzdem kommt mir manchmal doch das kalte Kotzen (Pardon my French!), wenn ich die Autolobby am Werk sehe. Jüngst durch die neue Studie des ADAC, die den Autofahrern mal wieder bescheinigt, das Opfer brutalsten Straßenraubs zu sein: Die Mineralölsteuer, die Autobahnmaut und sonstige Steuern findet der ADAC natürlich wieder mal viel zu hoch, weil diese Einnahmen offenbar vier mal höher als die Ausgaben für den Straßenbau sind.

Die armen Autofahrer! Dabei verdanken wir Ihnen doch so viel: Luftverschmutzung, Lärmbelastung, mehrere tausend Verkehrstote im Jahr, unglaublichen Flächenverbrauch - um nur einige Segnungen des Autoverkehrs zu nennen, für die das "Opfer-Autofahrer" meines Erachtens völlig unzureichend zur Kasse gebeten wird. Wer einmal neben einer vielbefahrenen Straße gelebt hat und deshalb seine Fenster grundsätzlich geschlossen halten muss, der weiß, wovon ich rede!

Nun mal ernsthaft lieber ADAC: Ich akzeptiere ja, dass wir im Autoland Deutschland leben, aber nun komm mir mal nicht damit, die Autofahrer zur "Melkkuh der Nation" zu stilisieren! Ich als "nicht-Autofahrer" trage nämlich ein gerüttelt Maß der Kosten des motorisierten Individualverkehrs mit: Sei es durch erhebliche Einbußen an Lebensqualität oder durch die Schäden, die der Verkehr verursacht und die ich auch mitzutragen habe als Steuerzahler!

[Bild: Rainer Sturm/pixelio]

Comments

Jo volle Zustimmung!

Freue mich auch jedes mal, wenn ich auf das Rumgeheule besonders erbärmlicher Machthaber (hier auf der Straße) stoße, die sich selbst gern zum Opfer hochstilisieren... erkläre mir mit dieser Weicheihaftigkeit jedenfalls, warum die Memmen einen auch unter Inkaufnahme des Anfahrens und Überbügelns auf Teufel komm raus überholen müssen, um nicht drei bis zehn Sekunden (bis zur Kreuzung) hinter dem Fahrradfahrer (mir) herfahren zu müssen... natürlich nicht ohne mich im Anschluss daran mindestens doppelt so lange auszubremsen und vollzustinken.

Ach ja, vergelt's Gott!

Gruß,

Jan

 

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