Die Milch macht`s - den Bauern ganz schön schwer

Ich kann die Wut und den Frust der Milchbauern nur zu gut nachvollziehen. Es ist entwürdigend, wenn man morgens in den Stall geht und weiß, dass man den ganzen Tag hart arbeitet und abends trotzdem mit Verlust rausgeht. Nicht ganz nachvollziehen kann ich aber die derzeitigen Protestaktionen. Milch in Seen, Flüsse und auf Felder kippen wirkt auf den ersten Blick spektakulär und liefert der Presse die gewünschten Bilder und ist auch mal was anderes als die ewigen Traktorenkonvois in Brüssel, Berlin und sonstwo.

Aber sollten die Protestaktionen nicht besser am Ort des Problems, also bei den marktmächtigen Discountern ALDI, LIDL, etc. stattfinden? Wenn die den Bauern mit immer niedrigeren Milchpreisen an die Existenz gehen, warum dann nicht mal vor ALDI-LIDL-Märkten die Milch an die Konsumenten verschenken. Dann bliebe die Billigmilch im Regal stehen ... Vorraussetzung wäre aber, dass die Molkereien und die Bauern an einem Strang ziehen. Und das ist momentan nur ein frommer Wunsch.

Und noch was: Einerseits ist zu viel Milch am Markt, andererseits gibt es noch viele Bauern, die mit fünfstelligen Zahlen prahlen, wenn es um die Jahresmilchmenge ihrer besten Kühe im Stall geht. Es wäre für Mensch, Tier und Landschaft hilfreich, wenn die Milchmenge durch eine sinnvolle Intensitätsobergrenze reduziert würde.

Oder, um das mal zuzuspitzen: Auf der einen Seite locken ALDI-LIDL und Co. mit billigsten Milch-Angeboten das Geiz-ist-geil-gleichgültige Konsum-Volk in die Läden, betreiben Raubbau an der Natur und der bäuerlichen Traditon und verdienen sich damit skrupellos eine goldene Nase. Die Zeche soll aber der Steuerzahler aufbringen, wenn die gebeutelten Bauern mit ihren ausgequetschten Hochleistungskühen nach staatlicher Hilfe rufen. Klarer Fehler im System.

Damit der Milchpreis wieder steigt, muss die Milchmenge runter, auch wenn das Gerd Sonnleitner vom Deutschen Bauernverband ablehnt. Er will lieber Billigmilch mit EU-Exportsubventionen auf den Weltmarkt kippen. Da wird`s dann richtig krank ...

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