Zukunft internationaler Flüsse weiter ungewiss

Die Zukunft internationaler Fließgewässer ist weiterhin ungewiss. Im Rahmen der Weltwasserwoche in Stockholm trafen sich Experten renommierter Umweltverbände, aus Politik und von der UN, um die UN Wasserstraßenkonvention voranzubringen. „Ein wirkungsvoller Schutz internationaler Fließgewässer durch alle Anrainerstaaten wäre auch für den weltweiten Seenschutz einen großer Schritt nach vorn“, betonte Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer der Umweltschutzorganisation Global Nature Fund (GNF). Der GNF setzt sich seit über zehn Jahren weltweit für den Erhalt von Seen und Feuchtgebieten ein. „Die Nutzung internationaler Fließgewässer muss reglementiert werden, anderenfalls werden wichtige Wasserquellen weiterhin willkürlich zerstört“. Als Beispiel nannte er die dramatische Lage am Jordanfluss. Der Jordan ist einer der bekanntesten und symbolträchtigsten Wasserströme der Welt. Er bildet die Grenze zwischen Israel, Jordanien und Syrien und beförderte früher jährlich etwa 1,3 Milliarden Kubikmeter Süßwasser ins Tote Meer. Heute ist davon nur noch ein Zehntel übrig. Verursacht wird das größtenteils durch hohe Wasserentnahmen am Oberlauf, vor allem für die israelische Landwirtschaft. „Ohne ein internationales Abkommen wird der Fluss bald ganz verschwinden“, so Gattenlöhner.

Die Konvention würde einen effizienten Rahmen für das Management und den Schutz von grenzüberschreitenden Flüssen schaffen. Die Vereinten Nationen zählen weltweit 263 Flüsse und Seen sowie zahlreiche Grundwasserleiter mit zwei oder mehr Anrainerstaaten. Bisher ist lediglich die Nutzung von etwa 40 Prozent dieser internationalen Gewässer in länderübergreifender Form geregelt.

Nie zuvor gab es eine so hohe Nachfrage nach Wasser wie heute. Globalisierung, Bevölkerungswachstum und steigender Lebensstandard verschärfen die Nachfrage zusätzlich. Dabei wird die Ressource Wasser ein immer knapperes Gut. Betroffen sind vor allem die natürlichen Süßwasserquellen, die als Trinkwasserreserven lebensnotwendig sind. Die internationale Akzeptanz der im Jahr 1997 ins Leben gerufenen Konvention zum Schutz internationaler Fließgewässer ist bisher leider sehr schlecht. 35 UN-Mitgliedsstaaten müssten die Konvention unterzeichnen, damit sie ratifiziert wird. Bisher haben dies jedoch erst 18 Staaten getan, darunter lediglich sechs EU Mitgliedsländer. „Die Europäische Union muss hier mit gutem Beispiel vorangehen“, bemängelt Fritz Barth von der European Water Partnership. Es ist inakzeptabel, dass innerhalb von 12 Jahren nur sechs von 27 EU Mitgliedsstaaten die Konvention unterzeichnet haben.