Green Week in BrĂ¼ssel

Die "Green Week" in Brüssel hat nichts mit der "Grünen Woche" gemein, soweit ich das einschätzen kann: Auf der "Grünen Woche" war ich noch nie, die "Green Week" habe ich in diesem Jahr besuchen dürfen. Ausgerichtet wird die Sache von der Europäischen Kommission (Generaldirektion Umwelt). Im Kern handelt es sich um eine Konferenz, die von einer Ausstellung begleitet wird. Thematisch stand die Sache diesmal unter dem Motto "Climate Change: act and adapt" und so gab es jede Menge Vorträge und Sitzungen zum Thema: Adaptionsstrategien, Zukunftsvisionen zur CO2-freien Gesellschaft, Debatten über Emissionsrechtehandel, CO2-Lagerung, Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökonomie und Gesellschaft... Kurz: jede Menge durchaus interessante Vorträge - zumindest dem Titel nach. Nicht alle waren so inhaltsvoll wie man es sich gewünscht hätte, aber das ist bei solch einer Veranstaltung wohl auch normal.

Auf der Messe waren jede Menge Projekte, Netzwerke und auch Firmen bzw. Branchenvertretungen zu finden. Wir selbst waren dort mit dem Projekt CHAMP. Leider stand über unserem Stand "Union of Baltic City" als Aussteller. Das war meines Erachtens ein wenig ungünstig, da es zu viele Leute anzog, die ausschließlich an Kontakten zu einem Städtenetzwerk oder nach

Skandinavien interessiert waren - wogegen zwar nichts einzuwenden ist, was aber ein wenig nervt, wenn man eigentlich ein Projekt vorstellen will. Naja, das war irgendwie durch die Organisation der Messe bedingt und nicht anders machbar... Die Kollegen von UBC haben kräftig gebloggt.

Der Messeteil war vor allem deshalb interessant, weil die Aussteller kompetente Leute geschickt haben - was weißgott nich immer der Fall ist bei solchen Veranstaltungen. Ich vermute, da hat die Nähe zu den EU-Fleischtöpfen, die sich jeder erhoffte, Wunder gewirkt. Insgesamt war es eine gelungene und interessante Veranstaltung. Das einzig meines Erachtens schräge an der Veranstaltung war eine gewisse Haltung, die hier und dort anzutreffen war, die manchmal dazu führte, dass das sogenannte "Netzwerken" (networking) so eine Art Selbstzweck wurde. Es ist schon ein wenig unmotiviert, wenn Leute auf einen zukommen mit Texten wie "Man könnte ja mal zusammenarbeiten, hier meine Karte und Ihre? Schön Sie getroffen zu haben: Man muss ja im Gespräch bleiben und so..." Manche Leute rauschten nur so durch die Verantaltung, gaben ein Sprüchlein ab, sammelten Visitenkarten ein und verteilten welche...

Brüssel selbst ist eine Stadt, in die ich mich durchaus verlieben könnte - zumindest, wenn ich auch nur für zwei Cent Französisch könnte. Ich bin übrigens an sehr vielen Fahrradstationen vorbeigekommen: Es scheint, dass Brüssel ein recht großes und ausgefuchstes Leihradsystem hat. Man holt sich sein Fahrrad mit einer eigenen Chipkarte offenbar von solch einer Station ab und los gehts... Ich selbst wäre dafür wohl etwas zu weich: Der Verkehr kommt mir ein wenig... na sagen wir mal "ungeordnet" vor. Jeder macht in etwa was er will... naja, ich kann meine deutschen Wurzeln wohl nicht verleugnen.

Ähnlich erfreuliches wie die Fahrradstation sah ich in Karlsruhe: Am Bahnhof gibt es eine ziemlich tolle Fahrradgarage, in der man für 60 € oder so im Jahr sein Fahrrad recht sicher unterstellen kann: Nur zugänglich mit Chipkarte. Wenn ich daran denke, wie häufig mir doch Kollegen über den Weg laufen, die hier in Radolfzell das demolierte "vom-Bahnhof-zur-Firma-Fahrrad" mit nach Hause schleppen um es zu reparieren, weil wieder irgendein Depp es lustig fand es zu treten, die Reifen zu zerstechen oder sonstwas zu tun, kann man schon neidisch werden. Es geht eben auch anders!

Daheim kam es, wie es kommen musste: Die Haubentaucher, die ich wochenlang belagert habe, sind natürlich genau in der Zeit, in der ich in Brüssel war, geschlüpft... Davon aber die Tage mehr.

 

 

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