Reply to comment

Hallo Herr Hörstmann!

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Meines Wissens tun die Fischer schon ein einiges für den Bestandserhalt von Fischen. Aber ich würde mir ebenfalls wünschen, dass die Diskussion weg vom Kormoran (und der aberwitzigen Idee der "Seedüngung") und hin zu einem Mehr an Lebensraumschutz gehen würde.

Man muss aber ebenfalls ganz offen sagen, dass die Fischer hier wohl kaum eine Chance haben, etwas signifikant zu bewegen: Es gibt wohl kaum eine Kommune, die auf ihre Seepromenade verzichten will und wer einmal ein Stückchen Seeufer ergattert hat, der wird es nutzen wollen: Sei es als Privatstrand oder kommerziell als Cafe/Hotel/Campingplatz/... mit Seeblick. Hier geht es um Kapitalmengen, die eine immense Dimension haben, weshalb die Fischer - wohl nicht zu unrecht - keine Chance sehen, etwas zu bewegen.

Wie schwierig solche Themen am See sind, kann ich mit einem Beispiel verdeutlichen: Wir wollten mal ein Projekt zur Renaturierung von Auenwäldern durchführen und hatten dazu einen großen Projektantrag gestellt. Gescheitert ist das Projekt am Ende daran, dass der Fördergeber meinte, dass angesichts der hiesigen Landpreise eine Renaturierung zu teuer wäre.

Nicht umsonst tauchen ja alle zehn Jahre oder so die nächsten Investoren auf, die eine große Marina oder was auch immer an irgendeinen unbentutzen - deshalb vermeintlich "zu entwickelnden" Abschnitt des Seeufers stellen wollen.

Angesichts dieser Realitäten ist es eben einfacher auf den Kormoran einzuhacken oder eine "Düngung des Sees" zu verlangen. Beides halte ich - wie Sie offenbar - für fehlgeleitet aber menschlich nachvollziehbar.

Klar ist - Kormoran hin oder her - dass die Bodenseefischer sich umstellen werden müssen: Meines Wissens sind wir eben wieder auf dem Fischbestand (und damit Fischereiertrag), wie er vor Beginn der Eutrophierung im letzten Jahrhundert zu finden war. Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass die Berufsfischer einen wichtigen Teil der hiesigen Kultur darstellen. Deshalb hoffe ich sowohl für die Fischer als auch für die Region, dass die Fischer damit beginnen, andere Wege in die Zukunft zu suchen als dieses - etwas einfältige - "Eco-Engineering".

Reply

The content of this field is kept private and will not be shown publicly.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.
Fill in the blank