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Guten Tag Herr Fischer!

Wie ich schon sagte, sind die Kormoranschützer nicht alles Engel: Sicherlich vergreifen sich auch die Kormoranfreunde im Ton. Wobei ich das jetzt in dem von Ihnen angeführten Zitat nicht finden kann. Sich zu einer Demo mit Holzlatten zu bewaffnen halte ich natürlich für absolut indiskutabel. Ich höre jetzt aber zum ersten mal, dass die Kormoranfreunde dies zu gesagtem Anlass getan haben sollen.

Der NABU hat meines Wissens übrigens sofort - auch bei allen Vorbesprechungen anlässlich der Vergrämungsaktionen, soweit er eingeladen und anwesend war - Widerspruch gegen diese eingelegt, war aber gescheitert. Es kann also keine Rede davon sein, dass sich der NABU erst im Nachhinein zu Wort gemeldet hätte. Und um das Thema abzuschließen: Des einen Scheinwerfer ist des anderen Taschenlampe. Außerdem reichen gerade in solch sensiblen Gebieten auch relativ kleine Störungen, um andere Arten zu beeinträchtigen. Nicht umsonst ist das Betretungsverbot - je nach Schutzstatus des betreffenden Gebietes - sehr streng.

Was die Fehlinformation seitens NABU und Kormoranschützer angeht, so sehe ich das anders - aber wie schon im letzten Kommentar gesagt: eine Debatte, auf die ich mich nicht einlassen werde: Was das Verhältnis des Kormorans zu seiner Jagdbeute angeht - ob und inwieweit er er für die Bestandsrückgänge einzelner Arten verantwortlich ist, halte ich für nicht abschließend geklärt.

Die Frage nach der Rücksichtnahme auf seltene Fischarten ist eigentlich die einzige, die ich in Ihrem Kommentar interessant finde.

Natürlich ist jedem Naturschützer auch der Schutz der Fische wichtig. Und ich denke, dass dabei Naturschützer auch immer sehr engagiert dabei sind, indem sie sich für Renaturierungen von Ufern, unregulierte Flußläufe und viele andere Maßnahmen einsetzen - und solche Maßnahmen auch umsetzen. Ich denke, dass dies die richtige Art von Artenschutz ist.

Ich möchte mal spekulieren, dass es beim Kormoran um etwas ganz anderes geht: Der konkurriert mit uns um eine Ressource - und da ist dann offensichtlich Schluß mit lustig. Das kann man in diesem Dokument auch ganz gut sehen: Es geht darum, dass der Kormoran uns Menschen den Fisch vom Teller frisst. Wobei zumindest nach eben genanntem Dokument die Berufsfischerei noch viel mehr Fisch aus dem See zieht als der Kormoran (in 2006 noch doppelt so viel)...

Andere Arten kommen da auch schnell unter - zunächst verbalen - Beschuss. Siehe zum Beispiel diesen Forumsbeitrag. Und dann sind wir an einer Stelle, an der dann die Silberreiher, Graureiher, Gänsesäger und sonstwas plötzlich zum "Problem" werden, und das kann es einfach nicht sein.

Am Ende wird sich der Kormoranbestand dem Nahrungsangebot anpassen - wir brauchen dazu kein Management. Was wir aber natürlich brauchen sind mehr Lebensräume für Fische (und andere Arten).

 

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