Bioenergie aus biologischer Vielfalt: am Hochrhein entsteht eine neue Blumeninsel

Bodensee-Stiftung und Johannihof säen in Gailingen einen Hektar Bioenergie-Blumen aus. Fruchthof Konstanz unterstützt die Aktion.

Es ist nur ein kleines Päckchen mit Saatgut, aber es reicht um einen ganzen Hektar für mehrere Jahre in ein Blütenmeer zu verwandeln und anschließend Strom und Wärme für eine Biogasanlage zu liefern. Das Saatgut ist Teil einer Idee der Bodensee-Stiftung, im Rahmen der Bioenergieregion Bodensee Landwirte dabei zu unterstützen, weniger Mais und mehr alternative Substrate für ihre Biogasanlagen anzubauen und dabei gleichzeitig etwas für die biologische Vielfalt und ein abwechslungsreicheres Landschaftsbild zu leisten. Am vergangenen Montag wurde die Idee auf einem Acker bei Gailingen in die Tat umge­setzt und Saatgut ausgebracht.

Der Gailinger Bürgermeister Heinz Brennenstuhl unterstützt das Vorhaben: „Die Fläche liegt direkt am Radweg zwischen Gailingen und Bibermühle/Hemishofen und wird viele Anwoh­ner und Besucher unserer Gemeinde erfreuen. Als langjähriges Mitglied im Netzwerk Blühender Bodensee freuen wir uns natürlich über mehr Farbe in der Landschaft.“

Blühmischungen liefern Nektar, Pollen und Bioenergie

Um noch stärker auf Blühmischungen aufmerksam zu machen, konnte die Bodensee-Stiftung Heiner Bucheli vom Johannihof dafür gewinnen, einen Hektar mit zwei unterschied­lichen mehrjährigen Blühmischungen einzusäen. Dieser Hektar wurde virtuell in 1000 Par­zellen zu 10m2 aufgeteilt und für jede Parzelle ein Zertifikat erstellt. Ungefähr die Hälfte der Parzellen hat die Bodensee-Stiftung an die Abonnenten ihres Jahresberichts verschenkt.

Die Blühpflanzen-Zertifikate bieten eine tolle Möglichkeit, um die nachhaltige Nutzung von Bioenergie hier in der Region zu stärken“, so Antje Föll von der Bodensee-Stiftung. Die Idee für eine Zertifikatsfläche entwickelte sich aus den Erfahrungen, die mit dem Anbau von Blüh­mischungen als Ergänzung zum Mais im Rahmen des Projekts Bioenergie-Region Bodensee gesammelt wurden.

Die Zertifikatsfläche wird besonders vielfältig sein, da zwei unterschiedliche Pflanzen­mischungen zum Einsatz kommen – „Blühende Landschaft Süd“ von Rieger-Hoffmann und die „Veitshöchheimer Bienenweide“ von Saaten Zeller. Da beide Saatgutproduzenten von der Idee der Bodensee-Stiftung begeistert sind, stellten sie das Saatgut kostenlos zur Verfü­gung. Landwirt Heiner Bucheli hat bereits einige positive Erfahrungen mit den mehrjährigen Blühmischungen sammeln können: „Mir machen diese Flächen viel Freude. Die Pflanzen liefern viel Energie für meine Biogas-Anlage und gleichzeitig verbessern wir damit das Nah­rungsangebot für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge im Spätsommer. Und den Spazier­gängern und Radlern gefällt es auch“.

Auch der Fruchthof Konstanz unterstützt die Aktion und erwarb gegen eine Spende 400 Zertifikate. „Die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft in der Bodenseeregion liegt uns besonders am Herzen. Mit den Zertifikaten können wir dies aktiv fördern und ganz konkret dazu beitragen, dass die Landschaft bunter und vielfältiger wird“, berichtet Jürgen Riedlinger, Geschäftsführer vom Fruchthof Konstanz.

Foto: Die Organisatoren Patrick Trötschler und Antje Föll von der Bodensee-Stiftung, Zertifikatsinhaber Adolf Stecher aus dem Deggenhausertal, Bürgermeister von Gailingen Heinz Brennenstuhl, Geschäftsführer Josef Riedlinger vom Fruchthof Konstanz und Landwirt Heiner Bucheli vom Johannihof (von links). Quelle: Bodensee-Stiftung

 

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