Bioenergie–aber richtig: Biogaslandwirte machen Landschaft bunter

Auch in diesem Jahr säen Landwirte in der „Bioenergie-Region Bodensee/Schwarzwald-Baar-Kreis" eine Blumenmischung, aus der sie in ihren Biogasanlagen Strom und Wärme gewinnen.

Die Aussaat der mehrjährigen Blumenmischung für Biogas begann in der Bodenseeregion im Jahr 2011. Seither kommen jedes Jahr neue Flächen hinzu. In diesem Jahr sind es rund 7 Hektar neue Blühflächen. Die gesamte Fläche der Biogas-Blumen in der „Bioenergie-Region Bodensee/Schwarzwald-Baar-Kreis" beträgt somit etwa 65 Hektar. Die Kultur wächst über fünf Jahre auf einem Feld und leistet einen großen Beitrag zur nachhaltigen Produktion von Bioenergie. Die Mischung mit über 20 verschiedenen Arten fördert die Biodiversität, da sie Tieren Nahrung und Lebensraum zugleich bietet. Die mehrjährige Kultur trägt zum Boden- und Gewässerschutz bei, da sie auch im Winter den Boden bedeckt. Die Bodenbearbeitung entfällt und auf den Flächen werden keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht. Ein weithin sichtbarer Effekt der Kultur ist, dass sie mit ihren bunten Blüten das Landschaftsbild aufwertet.

Antje Föll, Projektmanagerin der Bodensee-Stiftung, befragte Landwirte zu ihren bisherigen Erfahrungen mit den Biogas-Blumen. „Die Landwirte erhalten durchweg positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Die Begeisterung von Spaziergängern zeigt sich auch darin, dass in allen Feldern Blumen gepflückt wurden. Doch ein Blumenstrauß in der Vase bedeutet für die Landwirte weniger Biomasse und somit weniger Energieertrag."

Im Projekt „Bioenergie-Region Bodensee/Schwarzwald-Baar-Kreis" der Bodensee-Stiftung sind die Biogas-Blumen inzwischen eine feste Größe. Die Bodensee-Stiftung pflegt einen intensiven Austausch zwischen regionalen Biogasanlagenbetreibern und dem Saatgutproduzenten Saaten Zeller. Denn die praktischen Erfahrungen der Landwirte liefern wertvolle Hinweise auf die Weiterentwicklung der Mischung. Zum Beispiel sind die Sonnenblumen nun kleinköpfiger, da die großen Köpfe der Sonnenblumen den Ernteprozess erschwerten. Die Bodensee-Stiftung koordiniert des Weiteren seit zwei Jahren die Saatgutbestellung und auch in diesem Jahr unterstützen der Fachverband Biogas e.V. sowie der Förder-Verein-Biogas Schwarzwald-Baar-Heuberg (BFV) die teilnehmenden Landwirte mit einem finanziellen Zuschuss für das Saatgut.

In Bräunlingen nahe des Paul-Wäldle-Sportplatzes im Schwarzwald-Baar-Kreis liegen nun mehrere Felder mit Biogas-Blumen nah beieinander. Angelegt wurden sie von den Landwirten Hofacker und Schwörer. Das Besondere ist, dass diese in drei verschiedenen Jahren ausgesät wurden und somit einen Einblick in die dynamische Entwicklung der Mischung geben. In den ersten beiden Jahren dominieren ein- und mehrjährigen Pflanzen wie Sonnenblumen, Malven und Natternkopf die Bestände, bis sich dann im dritten Jahr Wildstauden wie Rainfarn und Echter Eibisch etablieren.

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