Blühendes Bodenseeland

Darum geht es

Blütenbesuchende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen haben eine zentrale Funktion in unseren Ökosystemen. Sie bestäuben die Blütenpflanzen. 80 % der heimischen Wildpflanzen und 84 % der europäischen Kulturpflanzen sind auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Der Wert der Bestäubung für die europäische Landwirtschaft wird auf 22 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Die Lebensbedingungen dieser Insekten haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten stark verschlechtert. Auch in der internationalen Bodenseeregion wird die Landschaft immer grüner und blütenärmer. Wachsender Flächenverbrauch und die intensiver werdende Landwirtschaft lassen den Pflanzen kaum mehr Zeit und Raum zum Blühen.

Das wollen wir erreichen

Mit dem Projekt „Blühendes Bodenseeland“ wollen wir zusammen mit Projektpartner aus  Bayern (BUND Naturschutz Ökostation Schwaben e.V.), Vorarlberg (Amt der Vorarlberger Landesregierung, Abt. Umwelt und Klimaschutz, Bodensee-Akademie), Liechtenstein (Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz) und der Schweiz (Pro Natura) mehr Lebensräume und ein größeres Nahrungsangebot für bestäubende Insekten schaffen. Durch Information, Motivation und praktische Anleitung für die Zielgruppen Kommunen, Landwirtschaft, Schulen und Naturpädagogen, Planer/Architekten/Bauträger, Imker- und Naturschutzorganisationen sowie die breite Öffentlichkeit sollen künftig kommunale, landwirtschaftliche und private Flächen insektenfreundlicher bewirtschaftet und vielfältiger gestaltet werden. So werden nicht nur Insekten gefördert sondern eine artenreichere Landschaft etabliert und Habitate und Ökosysteme in der internationalen Bodenseeregion insgesamt gestärkt.

Dies wird durch folgende Module erreicht.

Kommunen - fit für Vielfalt
Kommunen sollen motiviert werden die Biodiversität in öffentlichen Flächen zu erhöhen. Dies wird durch die Erhebung des Ist-Standes der Kommunen sowie Informationsveranstaltungen für kommunale Akteure und Erfahrungsaustausche zwichen den Kommunen erreicht.

Natürlich bunt und artenreich
Die Vorarlberger Partner unterstützen kommunale Akteure bei der Anlage naturnaher Begrünung und bei der ökologischen Pflege öffentlicher Flächen. Es werden Erfahrungen ausgetauscht und Maßnahmen auf Erfahrungs- und Experimentierflächen vor Ort getestet. Weitere Information zu diesem Modul finden sie hier.  

Naturvielfalt rund um den Bau
Architekten, Ökologen und Bauträger werden die Lebensraumsituation für bestäubende Insekten im Siedlungsbereich des Bodenseeraums analysieren und in einer Bodenseeweiten Fachtagung in 2018 die gewonennen Erkenntnisse vorstellen. 

AG- Saat- und Pflanzgut
Um die regionale Pflanzenvielfalt zu bewahren wird eine Arbeitsgruppe aus Experten etabliert, die die Schaffung von artenreichen und standortgerechten Flächen fachlich unterstützt. Die Ergebnisse aus dieser Arbeitsgruppe sollen in alle Module des Projektes einfließen und der öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 

Bauernbienen
Durch die einfache Bienenhaltung wollen wir Bienen wieder auf die Bauernhöfe bringen. Durch Vorträge sollen Landwirte motiviert werden Bienen zu halten. Anschließende Seminare schulen die Landwirte in der einfachen Bienenhaltung und ermöglichen den Einzug eines Bienenvolkes auf ihren Hof. 

Grünland, Milch und Honig
Extensives Grünland gehört zu den artenreichsten Biotopen weltwet und soll in der internationalen Bodenseeregion wieder häufiger vorkommen. Das Ziel ist in der internationalen Bodenseeregion Expertise und Kompetenz rund um eine extensivere und bestäuberfreundliche Grünlandbewirtschaftung zusammenzuführen und Landwirte dafür zu motivieren. 

Blühbotschafter
Für Fragen rund um die blühende Vielfalt auf Privatflächen werden zukünftig ehrenamtliche "Blüh-Botschafter" die Ansprechpartner sein. Jeder der sich für mehr blütenreichtum begeistert, kann mitmachen. Das Schulungskonzept startet in Vorarlberg und Bayern und wird dann auf die anderen Projektregionen übertragen.  

Bienen machen Schule
Durch Kurzzeitprogramme an Kitas, Kindergärten und Schulen wird Kindern die Bedeutung von insektenfreundlichen und artenreichen Blühflächen beigebracht. In Bayern wird dieses Bienen-Schul-Paket entwickelt und im Laufe des Projektes auf die anderen Projektregionen übertragen. 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie bald auf unserer projekteigenen Homepage.

Projektlaufzeit: 01.10.2015 - 31.12.2018

Ansprechpartner bei der Bodensee-Stiftung:

Sven Schulz, Carolina Wackerhagen und Patrick Trötschler

info[à la]bodensee-stiftung.org

+49 (0) 7732/99 95 40

 

Projektförderer: