AgriClimateChange - mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft ist einer der Mitverursacher des Klimawandels (direkter und indirekter Energieverbrauch, Bodenerosion, Humusabbau, Methan- und Lachgasemissionen). Gleichzeitig wird die Landwirtschaft stark betroffen sein von den Auswirkungen des Klimawandels (steigendes Produktionsrisiko und stärkere Ertragsschwankungen). Entsprechend ist die landwirtschaftliche Produktion eine Schlüsselbranche für einen aktiven Klimaschutz, insbesondere durch Energieeinsparungen und Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bzw. CO2-Bindung durch standortangepasste Bewirtschaftung.
Agrarumweltmaßnahmen können einen wichtigen Beitrag sowohl zur Reduzierung des Klimawandels als auch zur Anpassung an den Klimawandel leisten. In Deutschland beinhalten die Agrarumweltprogramme bisher keine Maßnahmen, welche im Schwerpunkt auf den Klimawandel abzielen. Auch wenn eine Vielzahl von Maßnahmen positive Klimawirkungen aufweisen, stehen wir noch am Anfang dieses Prozesses.
Die EU-Kommission hat 2010 das EU-LIFE+-Projekt „Aktiver Klimaschutz in der Landwirtschaft“ bewilligt. Lead-Partner ist die spanische Naturschutz-Organisation Fundacion Global Nature. Die Bodensee-Stiftung ist Projektpartner für die Umsetzung in Baden-Württemberg. Weitere Projektpartner kommen aus Italien, Frankreich und Spanien. Das Projekt startete im September 2010 und endet nach vierzig Monaten im Dezember 2013.
Im April 2013 wurde das Projekt AgriClimateChange mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel für besondere Wirksamkeit und Transparenz in Sachen Klimaschutz ausgezeichnet.


Ziele
- Verringerung des Energieverbrauchs auf Landwirtschaftlichen Betrieben
- Reduktion der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft
- Verbesserung der Klimabilanz der Landwirtschaft
- Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft
Projektziele
- Entwicklung eines einfachen und praxistauglichen Instruments für landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe zur objektiven Bewertung ihres Energieverbrauchs und ihrer THG-Emissionen.
- Entwicklung und Umsetzung von betrieblichen Maßnahmenplänen zur Energieeinsparung und Treibhausgas-Bindung in Pilotbetrieben (Ackerbau, Grünland, Obstbau, Bioenergie)
- Verbesserung der bestehenden Energiesparprogramme durch Optimierung laufender Maßnahmen und Entwicklung neuer Maßnahmen im Rahmen der gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik
- Information betroffener Akteure und Entscheidungsträger

Maßnahmen
Kern des Projekts ist die Erstellung und Umsetzung von 24 Maßnahmenplänen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Energieeffizienz in landwirtschaftlichen Pilotbetrieben am Bodensee. Die Betriebe stammen aus unterschiedlichen landwirtschaftlichen Sektoren wie Ackerbau, Grünlandwirtschaft, Obstbau und Bioenergie. Die Maßnahmenpläne werden auf der Basis der in Frankreich entwickelten und bewährten Betriebs-Software PLANETE erstellt. Die zu erwartenden Einspareffekte bzgl. Energie und Treibhausgasen, u.a. durch technische Innovation und Investitionen in den Betrieben, werden auf 10 - 40 % geschätzt. Im Rahmen des Projekts werden europaweit insgesamt 120 betriebliche Maßnahmenpläne erstellt und umgesetzt.
Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie unter:
Ansprechpartner bei der Bodensee-Stiftung sind:
Patrick Trötschler, Volker Kromrey, Thomas Schumacher, Aurelia Nyfeler-Brunner
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