Ich bin ein Kormoranfreund

Die Debatte um den Kormoran am Bodensee ist ja schon länger nicht mehr erfreulich. Die armen Vögel sind zum Hassobjekt der Fischer und Angler geworden. Schön, dass der NABU dem Vogel des Jahres 2010 eine fundierte und schlaue Kampagne widmet samt informativer Internetseite: www.kormoranfreunde.de

Statt immer neuen unergiebigen Auseinandersetzungen verbreitert man jetzt lieber die Allianz für den Kormoran. Mit dabei sind schon Ennoch von und zu Guttenberg (ja genau, der Papa von Karl-Theodor), Senta Berger, Gerhard Polt oder der Schauspieler Sebastian Bezzel, der im Bodensee-Tatort den Kollegen von Klara Blum mimt. Und noch weitere 1.453 Kormoranfreunde. Und es werden noch viele viele mehr werden, davon bin ich überzeugt.

Hinsurfen, durchlesen, Kormoranfreund werden. Danke!

Danke, den Kommentar nehme ich gerne auf. Hier der Kormoran-Sketch von Gerhard Polt:

Kommentare

Da fällt mir der Sketch von Gerhard Polt dazu ein:

http://www.youtube.com/watch?v=Bx9Ew-E1Kto

Hallo Patrick Trötschler,
warum zitieren Sie den nicht aus der „die fundierte und schlaue Kampagne“ des NABU:

Bei den Fischern erwuchs aus dem Bewußtsein einer beruflichen Randgruppe heraus das Bedürfnis, einen Machtkampf zu gewinnen, um sich selbst das Gefühl zu verschaffen, wichtiger zu sein, als man ist. Ein Feind mußte her, da kam der verhaßte Kormoran, angeblich aus China eingeschleppt, als Eindringling in die Ruderbootidylle der Fischerin vom Bodensee gerade recht.
Es geht den Fischern also gar nicht um die Verhinderung oder Begleichung von Schäden durch Kormorane, sondern, wie soeben festgestellt, um das Gewinnen eines Machtkampfes.

Max Fischer

Hallo Patrick Trötschler,
warum findet man bei der „fundierte und schlaue Kampagne“ denn nicht auch solche Infos über den Kormoran:
Im baden-württembergischen Restrhein konnten Äschen und Bachforellen nur noch in Einzelexemplaren gefangen werden.
Von den vorzugsweise im freien Hauptstrom lebenden Arten Nase und Barbe fehlen die für
die Reproduktion wichtigen Altersklassen weitgehend oder vollständig. Mit einer solch
deutlichen Reduzierung der Bestandsgrößen geht zwangsläufig ein Rückgang an genetischer
Diversität einher.
An einer Reihe von Mittelgebirgsflüssen in Nordrhein-
Westfalen, wie z. B. Lippe, Ruhr und Wupper, haben parallel zur rasanten Zunahme der
Kormorane insbesondere die Äschenbestände starke Einbrüche zu verzeichnen.
In weiten Strecken Thüringer Fließgewässer ist die Populationsdichte der
Äsche deutlich unter das Niveau von vor 1990 gesunken Mit dem Totalverlust der Art in
vielen Gewässern aller drei Thüringer Flusseinzugsgebiete muss in nächster Zeit gerechnet
werden. Dramatisch ist nicht nur die Ausdünnung der Individuenzahl der Teilpopulationen,
sondern auch die Zerstörung der natürlichen Alterspyramide.

... und warum Löschen sie den Teil meiner Kommentare mit der Aufzählung einiger Schäden durch den Kormoran?

Max Fischer

Sehr geehrter Herr Fischer,

sollte ich einen Teil Ihrer Kommentare gelöscht haben, dann ist das aus Versehen passiert. Wir haben in letzter Zeit einige Spam-Postings und wahrscheinlich ist mir beim Löschen dieser Beiträge ein Kreuz verrutscht. Soll nicht wieder vorkommen. Gerne können Sie ihren Beitrag nochmals eintragen.

Wir freuen uns, wenn unser Blog als Diskussionsforum genützt wird.

Schönes Wochenende

Patrick Trötschler

Hallo Patrick Trötschler, haben Sie sic h die fundierte und schlaue Kampagne schon einmal genau angeschaut? So schreibt der NABU: „Jahrzehntelang war der Kormoran aus Deutschland so gut wie verschwunden – das Ergebnis intensiver Verfolgung durch Fischer und Angler.“ Die intensiven Kormoranverfolgungen sind aus Preußen (1879 durch das Militär) bekannt. Damals war Fisch ein wichtiger Teil der menschlichen Ernährung. Die vom NABU angefeindeten Angler spielten dabei keine Rolle. Eine Hauptursache für den Rückgang waren sicherlich die großen Stromregulierungen und die Verschlechterung der Umweltbedingungen. Im Binnenland / süddeutschen Raum waren Kormorane wohl meist seltene Einzelvögel. Das ganze Mittelalter über z.B. für die Teichwirtschaften der Klöster spielte der Kormoran keine Rolle. Da die Bejagung des Kormorans bereits 1935 durch das Reichsnaturschutzgesetz endgültig beendet wurde fragt man sich warum sich die Bestände denn nicht eher erholten? Hier spielte doch das Verbot von DDT (sowie des "dreckigen Duzend“) eine wichtige Rolle. Diese waren für die Dünnschaligkeit und damit den extremen Einbruch bei den Reproduktionsraten verschiedener Großvogelarten verantwortlich. Erst nach 1970 konnten sich viele Vogelarten erholen - Auch das wird vom NABU in der „fundierten und schlauen Kampagne“ verschwiegen. Der NABU schreibt: „Fischteiche können durch das Überspannen mit weitmaschigen und gut sichtbaren Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches Vertreiben wirksam geschützt werden.“ Wenn die Teichwirtschaft mit Kormoran so einfach ist – Warum betreibt dann der NABU in seiner Teichwirtschaft „Blumberger Mühle“ nur eine Mast von angelieferten tschechischen Karpfen (dort wird der Kormoran geschossen) und hat weder akustische Vergrämung noch Drähte (seit 1999 wieder abgebaut)? Dies ist Dr. Nipkow doch bekannt – warum verbreitet er dann weiter die Überspannung als wirksamen Schutz? Der NABU schreibt: „Doch Kormorane vernichten keine natürlichen Fischbestände und gefährden langfristig auch keine Fischarten. Wenn nach Kormoraneinfall in den Oberläufen der Flüsse in den betroffenen Bereichen bis zu 99% des Fischbestands fehlen (durch Elektrobefischungen nachgewiesen) , die verbleibenden Fische die typischen Verletzungen durch den Kormoranschnabel aufweisen ist die Frage nach anderen Ursachen überflüssig. Markus Nipkow schreibt: „Es sind der Gewässerausbau, die Wasserkraft und Kühlwassernutzung, Nährstoff- und Feinsedimentbelastung und vermehrt wohl auch der Klimawandel. … Dem entsprechend gingen ihre Bestände zurück, lange bevor das Comeback des Kormorans begann.“ Eine Studie des Thüringer Umweltministeriums beschreibt andere Tatsachen: Nach dem sehr schnell einsetzenden Rückgang der Gewässerbelastung nach 1990 wurde bis zur Jahrtausendwende fast das gesamte historische Verbreitungsgebiet der Äsche in Thüringen wiederbesiedelt. Eine Vielzahl von Daten belegen jedoch, dass ab ca. 1996 die Bestandsdichten deutlich zurückgingen, zunächst nur begrenzt, später in ganz Thüringen. In den meisten Gewässern ist die Äschenpopulation an den Rand der Reproduktionsfähigkeit gedrängt bzw. sie muss sogar als zusammengebrochen betrachtet werden. In weiten Strecken Thüringer Fließgewässer ist die Populationsdichte der Äsche deutlich unter das Niveau von vor 1990 gesunken Mit dem Totalverlust der Art in vielen Gewässern aller drei Thüringer Flusseinzugsgebiete muss in nächster Zeit gerechnet werden. Dramatisch ist nicht nur die Ausdünnung der Individuenzahl der Teilpopulationen, sondern auch die Zerstörung der natürlichen Alterspyramide. Die Hauptursache für die negative Entwicklung liegt in der seit 1995 drastisch zunehmenden Frequentierung Thüringer Gewässer durch den Kormoran. Der daraus resultierende Fraßdruck auf die Äschenpopulation kann nicht mehr kompensiert werden. Noch mal Markus Nipkow: „vermehrt wohl auch der Klimawandel“. Wenn denn der Klimawandel am Rückgang der Äschenbestände Schuld ist und nicht der Kormoran, wieso haben sich dann (in der Bodenseeregion) in der Schweiz (mit Vergrämung: „Kormoranwacht“) die Äschenbestände erholt und in Deutschland (ohne Vergrämung) nicht? Dem NABU ist dies bekannt siehe: Dr. Markus Nipkow dazu: „Stattdessen seien z.B. Schonmaßnahmen für den Äschenbestand im Rhein von Seiten der Jagd- und Fischereiverwaltung im schweizerischen Thurgau unlängst wieder gelockert worden, nachdem sich der Bestand dieser Rote-Liste-Art von seinen immensen Verlusten im Hitzesommer 2003 gerade erst etwas erholt hatte.“ Wie es aussieht wenn der NABU auf die Fischer zugeht habe ich früher schon gepostet …. Mit Ennoch von und zu Guttenberg, Senta Berger, Gerhard Polt und Sebastian Bezzel hat sich der NABU ja jetzt echte Experten zum Thema angeworben. Deren Fachwissen wird sicher die Sache voranbringen… Wenn ich hier immer auf Herrn Nipkow herumhacke tut dies nur insofern leid dass ich den Herrn Baumann zu erwähnen vergessen habe. Herr Trötschler - ich habe mir nochmals die Mühe gemacht einen Teil meines Kommentars noch mal einzutippen, auf Anfrage gern noch mehr. Über eine Antwort würde ich mich freuen. Bitte Löschen Sie den Text nicht wieder (aus versehen) wie die letzten Male. Mit freundlichen Grüssen Max Fischer

Hallo Herr Fischer!

Herzlichen Dank für den Kommentar. Bitte sehen Sie uns nach, wenn die Kommentarveröffentlichung manchmal ein oder zwei Tage dauert, da wir Probleme mit Spam hatten. Jedenfalls habe ich Ihren zweiten Kommentar jetzt nicht veröffentlicht, da er eine Kopie des ersten schien. Falls das nicht der Fall ist, dann sagen Sie es mir und ich stelle ihn auch frei.

Zum Thema: Auf die Debatte, was das Verhältnis von Äsche und Kormoran angeht, möchte ich mich an dieser Stelle nicht einlassen. Ich bin weder ausgewiesener Vogel- noch Fischspezialist und habe viel zu häuifg gesehen, dass in dieser Debatte Studie mit Gegenstudie beantwortet wird... Für mich ist der wesentliche Punkt, dass ein wissenschaftlicher Konsens nicht gegeben ist.

Zwei andere Feststellungen finde ich viel wichtiger für die Debatte.

Erstens: Der Ton macht die Musik! Und da habe ich das Gefühl, dass sich die Fischfreunde doch etwas häufiger im Ton vergreifen als die Vogelfreunde - was nicht heißt, dass letztere allesamt Heilige wären! Aber die Art der Anwürfe und der Polemik seitens der Fischschützer finde ich doch ein wenig widerwärtig. Das geht bis hin zu Verschwörungstheorien: Da ist dann die Rede von der "grünen Mafia" und ähnlichem Schwachsinn. Das betrifft sicherlich weniger Sie, Herr Fischer, aber frei von unnötiger Polemik ist auch Ihr Kommentar meines Erachtens nicht, aber das geht bei mir noch als genrespezifische Kreativität des Ausdrucks durch.

Zweitens: Unabhängig davon, ob man glaubt, der Kormoran müsse "gemanagt" werden oder nicht, ist für jeden Natuschützer Schluss mit lustig, wenn ein Vogelschutzgebiet nachts mit riesigen Scheinwerfern ausgeleuchtet wird - ohne Rücksicht auf andere Arten - dann kann kein Naturschützer mitgehen! Und offen gesagt ist mir da auch völlig unklar, weshalb die Fischfreunde solche Aktionen gutheißen konnten und von sich selbst behaupten, sie "seien ja auch für Naturschutz".

Ich gebe zu, dass ich zu der Fraktion gehöre, die eigentlich auch keinen Bedarf für ein Kormoranmanagement sieht. Was ich aber gut verstehen kann ist, dass man etwas für die Teichwirtschaft tun muss. Aber auch da ist die Frage, ob man gleich das Kind mit dem Bade ausschütten muss...

Ich möchte dem noch eine interessante Beobachtung vom Chapala-See, dem größten Süßwassersee Mexikos, hinzufügen. Dort bestreiten viele Familien am Seeufer ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht mit der Fischerei. Am Chapala-See gibt es dazu große Populationen von Reihern und den noch hungrigeren Pelikanen. Doch diese Vögel werden dort einfach akzeptiert und nicht bejagt, vergrämt und abgeschossen. Und das obwohl die Familien dort wirklich von der Hand in den Mund leben und die Fischbestände rückläufig sind. Die dort erlebte Gelassenheit hat mich sehr beeindruckt und in der Meinung bestärkt, dass bei uns die Kormorane zu einem Problem aufgebauscht werden.

Wenn das jahrelange Abknallen von Kormoranen der Preis für den Erhalt der Äsche ist, dann bin ich vielmehr dafür, natürliche Dynamik zuzulassen. Verdrängt halt mal eine Art eine andere und es pegelt sich ein neues anderes Gleichgewicht ein. So macht das die Natur schon ganz lange.

 

Hallo Herr Schulz,

wenn Sie sich den Ton einiger Angler / Fischer kritisieren dann sollten Sie doch auch betrachten das Sie z.T. emotionale Äußerungen einzelner Personen mit den ausgearbeiteten Mitteilungen z.B. des NABU vergleichen.

Auch werden von Vogelfreunden viele Fehlinformationen und Hetze verbreitet, zu Radolfzell ist dann von Massaker die Rede und vom Auslöschen der einzigen (?) Kolonie am Bodensee. Dazu Dr. Manfred Lieser, der Vorsitzende des NABU Radolfzell-Singen-Stockach „das ist Kormoran-Vernichtung“. Oder auch sein Kommentar über die Fischer: „Es geht den Fischern also gar nicht um die Verhinderung oder Begleichung von Schäden durch Kormorane, sondern, wie soeben festgestellt, um das Gewinnen eines Machtkampfes.“ Ist das der Ton den Sie wünschen?

 

Hatte der NABU nicht Wochen vorher an den Gesprächen teilgenommen bei der die Aktion besprochen wurde? Wieso haben die da keinen Einspruch erhoben aber dann Pressemitteilungen geschrieben sie wären von einer Nacht&Nebel-Aktion überrascht wurden? Dort seht auch: „Erfahrungen aus Brandenburg zeigen, dass diese massive Störaktion den gesamten Nachwuchs vernichten wird.“ - die Brandenburger erklären aber es bräuchte 2-3 Aktionen in kalten Nächten um den Bruterfolg nur um 40% zu verringern. Das akzeptieren dort auch die lokalen Vogelschützer. Und das Ergebnis der Aktion in Radolfzell: im Landtag von BW war dann 20% weniger Bruterfolg die Rede.

Herr Schulz wo bleibt den die Rücksicht auf seltene Fischarten oder bleiben die Kormorane bei ihrer Jagt im Vogelschutzgebiet?

 

Noch eine Frage zu den Riesenscheinwerfen – ich habe mal beim BW-Fischereiverband nachgefragt dort wurde mir gesagt „etwas stärkere Taschenlampe“ - und damit haben die echt das 275 Hektar große Naturschutzgebiet ausgeleuchtet? Die Fischer hatten doch vorher untersuchen lassen ob andere Arten im Bereich brüten - Haben die Gegendemonstranten (ich habe gelesen einige hatten Dachlatten mit - waren das Nisthilfen) dies auch getan als diese dort demonstrierten und die Fischer bewarfen?

 

Mein letztes Posting hatten Sie korrekt freigeschaltet - Danke, die Doppelung kam wegen einer Fehlermeldung, war für mich nicht ersichtlich das es beim ersten Mal schon funktioniert hat.

 

Max Fischer

Hallo Herr Trötschler,

Mit der Schweizer Kormoranwacht wird doch genau der Vorschlag des NABUs erfüllt: Vergrämung an Gewässern mit seltenen Fischarten und Ruhezonen an großen Gewässern. Wenn denn der NABU seine nichtletalen Vergrämungsmethoden nennen würde - die er immer anpreist - sollte es doch alle glücklich machen.

Der NABU fordert doch auch immer wieder die Hirsche, Rehe und Wildschweine per Abschuss zu reduzieren - um den Wald zu schützen, der Fuchs wird bejagt und es werden Fallen gestellt um Bodenbrüter und auch die Großtrappe zu schützen. Übrigens welcher Aufwand wird zur Erhaltung dieser Art getrieben, würden Sie den Leuten in Buckow das auch so sagen „verschwindet halt mal eine Art“?

Was ist das besondere am Kormoran das seine ungestörte Vermehrung die Auslöschung weiterer Fischarten wert ist? Die Äsche ist ja nur eine der Arten die vom Kormoran z.T. bestandsbedrohend dezimiert werden es betrifft ja u.a. die Leitfischarten der obersten 3 Flussregionen.

Und wo ist nun der Klimawandel als Ursache des Bestandsrückganges der Äsche – Ihre Antwort hilft mir da nicht weiter. War Ihr Flug nach Mexiko ihr Beitrag zu Klimawandel?

Sorry noch für meine späte Antwort, mein Browser hat bei der hiesigen Seite Schluckauf.

Max Fischer

Guten Tag Herr Fischer!

Wie ich schon sagte, sind die Kormoranschützer nicht alles Engel: Sicherlich vergreifen sich auch die Kormoranfreunde im Ton. Wobei ich das jetzt in dem von Ihnen angeführten Zitat nicht finden kann. Sich zu einer Demo mit Holzlatten zu bewaffnen halte ich natürlich für absolut indiskutabel. Ich höre jetzt aber zum ersten mal, dass die Kormoranfreunde dies zu gesagtem Anlass getan haben sollen.

Der NABU hat meines Wissens übrigens sofort - auch bei allen Vorbesprechungen anlässlich der Vergrämungsaktionen, soweit er eingeladen und anwesend war - Widerspruch gegen diese eingelegt, war aber gescheitert. Es kann also keine Rede davon sein, dass sich der NABU erst im Nachhinein zu Wort gemeldet hätte. Und um das Thema abzuschließen: Des einen Scheinwerfer ist des anderen Taschenlampe. Außerdem reichen gerade in solch sensiblen Gebieten auch relativ kleine Störungen, um andere Arten zu beeinträchtigen. Nicht umsonst ist das Betretungsverbot - je nach Schutzstatus des betreffenden Gebietes - sehr streng.

Was die Fehlinformation seitens NABU und Kormoranschützer angeht, so sehe ich das anders - aber wie schon im letzten Kommentar gesagt: eine Debatte, auf die ich mich nicht einlassen werde: Was das Verhältnis des Kormorans zu seiner Jagdbeute angeht - ob und inwieweit er er für die Bestandsrückgänge einzelner Arten verantwortlich ist, halte ich für nicht abschließend geklärt.

Die Frage nach der Rücksichtnahme auf seltene Fischarten ist eigentlich die einzige, die ich in Ihrem Kommentar interessant finde.

Natürlich ist jedem Naturschützer auch der Schutz der Fische wichtig. Und ich denke, dass dabei Naturschützer auch immer sehr engagiert dabei sind, indem sie sich für Renaturierungen von Ufern, unregulierte Flußläufe und viele andere Maßnahmen einsetzen - und solche Maßnahmen auch umsetzen. Ich denke, dass dies die richtige Art von Artenschutz ist.

Ich möchte mal spekulieren, dass es beim Kormoran um etwas ganz anderes geht: Der konkurriert mit uns um eine Ressource - und da ist dann offensichtlich Schluß mit lustig. Das kann man in diesem Dokument auch ganz gut sehen: Es geht darum, dass der Kormoran uns Menschen den Fisch vom Teller frisst. Wobei zumindest nach eben genanntem Dokument die Berufsfischerei noch viel mehr Fisch aus dem See zieht als der Kormoran (in 2006 noch doppelt so viel)...

Andere Arten kommen da auch schnell unter - zunächst verbalen - Beschuss. Siehe zum Beispiel diesen Forumsbeitrag. Und dann sind wir an einer Stelle, an der dann die Silberreiher, Graureiher, Gänsesäger und sonstwas plötzlich zum "Problem" werden, und das kann es einfach nicht sein.

Am Ende wird sich der Kormoranbestand dem Nahrungsangebot anpassen - wir brauchen dazu kein Management. Was wir aber natürlich brauchen sind mehr Lebensräume für Fische (und andere Arten).

 

00 Tonnen Fisch fingen 150 Berufsfischer im Bodensee. Am Oberen Bodensee gibt es 14000 Sportfischer die 2009  53 Tonnen erbeutet haben.

Von den 700 Tonnen Fisch die auf das Konto der Berufsfischer gehen, waren es im Jahr 2009  576 Tonnen Felchen bzw. Renken die dem Netz erlagen. Im 10 Jahresvergleich befinden sich diese 700 Tonnen auf untersten Niveau, trotzdem komme ich auf ein jährliches Prokopfeinkommen von ca. 60000 chf wenn ich nur mit der hälfte des gefangenen Gewichts und das Kilo Filet moderat mit 25 chf berechne. Das ist schon mal eine stattliche Summe für die  teilweise nebenberuflichen Berufsfischer.Da können wir nur hoffen das die goldenen Zeiten auch mal über die Fische hereinbrechen. Denn die fast unsichtbaren feinmaschigen Netze hatten es die letzten 50 Jahre gar nicht so schlecht. Von den 700 Tonnen Fisch haben die Berufsfischer 70 Tonnen Egli (Flussbarsche) erbeutet. Diese Fisch art ist am Bodensee mittlerweile schon kleinwüchsig, dies bedeutet das die kleinen Barsche zum Erhalt ihrer Art früher und kleiner  in die Geschlechtsreife kommen, da es eine fast unlösbare Aufgabe ist für den 17 cm langen Barsch von einem Bodensee Ufer zum anderen zukommen.Fast jede Untiefe von Lindau bis Kreuzlingen ist mit Netzen der 28-32 mm Maschenweite abgeschirmt.

Die Kormorane und die Sportfischer haben zirka die selbe Menge entnommen, rund 60 Tonnen jeweils. Ich finde das der KORMORAN an der SPITZE der Nahrungskette stehen sollte, bevor wir unseren Touristen mini Barschfilets und im dem Netz verendete Renken servieren.
Die Hauptabnehmer von Bodensee WILDFANG fisch sind nun mal Restaurants, deshalb sollte jeder wissen das er mit dem Kauf von Bodensee Fisch nicht nur der Erhalt der grausamen Fischer metoden sondern auch der Mord an unschuldigen Kormoranen weiter geht.

14000 Sportangler dividiert durch 53 Tonnen mach gerade mal 3,7kg unausgenommene unzerteilte Fische aus.

Der Kormoran war am Bodensee noch nie heimisch. Vor 20 Jahren waren erstmalig 5 Kormorane in Eriskircher Ried heute kommt diese Menge auf 1 Kilometer. Warum wird ein solches Tier hier angesiedelt frisst jeden Tag tonnen an Fisch und ein Bär wird geschossen?

Berufsfischer haben eine Maschenweite zum Schutz und Erhalt der Fische - der Kormoran frisst alles. Wir haben hier am See viele Vögel die Fische fressen nur sind diese Tiere hier heimisch der Kormoran nicht er vertreibt unsere Einheimischen Tiere.

5000 Kormorane am Bodensee sind auf jeden Fall zu viel - wers nicht glaubt soll mal mit dem Fernglas auf See gehn.

Guten Tag!

Die Argumente sind ja nun wirklich nicht die neuesten: "Er ist nicht von hier, es gibt zu viele, er frisst und die Fische weg." Wie schon oben gesagt, möchte ich mich auf bestimmte Debatten, die darin enden, dass Studie mit Gegenstudie beantwortet wird, nicht einlassen. Meines Wissens ist der Kormoran - bevor er ausgerottet wurde - durchaus in der Bodenseeregion belegt. Ausgerottet wurde er wohl mit ähnlicher Motivlage, die heute zu Forderungen nach einem "Management" führt. Wie oben schon gesagt, ist es das alte Lied: Die Vögel konkurrieren mit uns um den Fisch. Sie sagen: Katastrophe! Ich sage: Wir brauchen den Fisch heutzutage zum Überleben nicht mehr. Wirtschaftlich spielt die (Berufs-)Fischerei keine bedeutende Rolle mehr am Bodensee. Ich halte es zwar für wünschenswert, die Fischerei aus kulturellen Gründen zu erhalten, aber eine ganze Vogelart deshalb zu "managen", das halte ich für überzogen.

Argumente die sich auf den Schutz bestimmter Fischarten beziehen, kann ich schon eher nachvollziehen - gerade hier ist aber der schon genannte "Studie-Gegenstudie-Effekt" besonders ausgeprägt. Wirkungsvoller als das "Management" der Kormoranpopulation wäre aber sicherlich ein besserer Lebensraumschutz für Fische.

Aber können Sie sich das Geschrei, das dann anhebt, vorstellen? Dann konkurriert nämlich die Natur mit uns um Land... Wie der Kampf ausgeht wissen wir ja nur allzu gut.

PS: Zugegeben - meine Augen sind nicht die besten. 5.000 Kormorane erscheint mir aber doch grob übertrieben. Als Wintergäste mag das ja noch angehen, als Brutvögel sicher nicht.

 

Hallo Herr Schulz,

Ist Ihnen das Herumgerate denn nicht langsam peinlich? Schauen sie doch mal was der >Glutz< zum Kormoran schreibt:
„Im Süden des Landes fehlen fischreiche Gewässer in genügender Zahl und Ausdehnung; soweit bekannt, haben Kormorane dort nie gehorstet.“
Woher wollen Sie dann wissen das er „Ausgerottet“ wurde, und auch noch die „Motivlage“ dazu kennen? Phantasie haben Sie ja – aber sollte ein Naturschützer nicht auch was von Ökologie verstehen?
Die Seen im Süden waren ursprünglich doch oligothroph und damit ohne größeren Fischbesatz, der für Kormorane eine Futterbasis sein könnte.
In Österreich war die nördlichste Kolonie in der Lobau bei Wien, in der Schweiz gilt der Kormoran heute als neuer Brutvogel.
Die wenigen Sichtungen des Kormorans in Süddeutschland lassen sich als Irrgäste (egal ob vom Carbo Carbo oder der südlicheren sinensis) erklären. Auch die sehr spärlichen fossilen Funde.
Den ganze 6 Knochen sind nicht zahlreich wie der NABU schreibt.

Sie schreiben: „Wirkungsvoller als das "Management" der Kormoranpopulation wäre aber sicherlich ein besserer Lebensraumschutz für Fische.“

Schauen Sie mal an die Helme die «Flusslandschaft des Jahres».Über 19 Millionen Euro wurden verbaut. Wehre wurden entfernt oder durch Fischtreppen ergänzt, alte Flussarme wieder angebunden oder Störsteine abgeladen, damit sich Fische ansiedeln. ...Das Resultat? Es gibt weniger Fische, weniger Fischarten als zu DDR-Zeiten, dank des Kormoranes.

Wo ist ein Beispiel dafür wie das klappt? Wäre das nicht eine Aktion für de n Jahresvogel 2010 gewesen?
Statt dessen wurde so etwas veröffentlicht:
„Schokoladenbraun sollte er sein, wenigstens von außen. Und innen? Mit Macadamiatrüffel und Mokka? Oder lieber mit Speck, Wacholder und Zwiebeln? Im ersten Fall präsentiert eine feine Bayreuther Confiserie den Kormoran als leckeres Pralinee. Im zweiten Fall kommt der Vogel gebraten daher.“

Und geklagt wurde vom NABU: „Auch der Rückgang der Äsche im Bodensee beruhe nicht auf dem Fressverhalten der Kormorane. Überdies hätten sich die Äschenbestände mittlerweile wieder erholt.“
JA was denn nun, ist denn nicht der Klimawandel an Rückgang der Äschenbestände schuld?
Nabu: Klimawandel schuld am Äschen-Sterben erklärt doch Siegfried Schuster im Namen des Naturschutzbundes Deuschland (Nabu) in seiner Presseerklärung.
Glückwunsch zum gewonnenen Prozess, aber bitte dann keine Wehklagen wenn die Kormorane an den Netzen der Fischer geschossen werden.

Lebensraumschutz für Fische – meinen Sie damit das Überspannen der Äschen Laichgewässer?
http://www.pijawetz.com/gewaesser-lizenzen/projekte/ueberspannung-salza-...

Werden anderswo immer wieder gern von Vogelfreunden zerstört:

„Vermutlich an den Weihnachtsfeiertagen wurde die Maßnahme von einer unbekannten Gruppe zerstört (die Schnur zerschnitten, die Weidezaunpfähle aus Metall teilweise ins Wasser geworfen). An mehreren Tagen hintereinander waren Gruppen von bis zu 30 Personen an dem Gewässer unterwegs, mit Fotoapparat, Kind und Kegel. Mit großer Aggression und den Äußerungen: Tierquäler! Vogelmörder! Wie kann man nur so etwas tun. usw. waren diese Personen bei Schnee und Kälte ohne Rücksicht auf die Winterruhe der Wildtiere in diesem schwer zugänglichem Gebiet - Bach auf und Bach ab - unterwegs.“

Max Fischer

Hallo Herr Fischer!

Nun lassen Sie mal die Kirche im Dorf: Auch wenn ich Ihr Sendungsbewußtsein (das in Ihrem Fall ja zu einiger Webpräsenz geführt hat) durchaus bewundere, ist der Vorwurf, ich würde "rumraten", absolut unangebracht. Ich rate nicht herum, die Argumentationslinien sind mir bekannt: Jede Ihrer Anmerkungen könnte ich - selbst als Laie mit eher flüchtiger Bekanntschaft mit dem Thema - mit Gegenbelegen beantworten. Sie könnten daraufhin an meinen Quellen rummäkeln und wieder Quellen bringen etc.... Das ist ein altbekanntes Spiel das seit Jahren zwischen den verschiedenen Parteien stattfindet, ohne dass dabei viel herausgekommen wäre. Können wir uns sparen - völlig unkonstruktiv. Das haben ja auch alle Beteiligten erkannt, deshalb wird jetzt eben "Politik gemacht".

Für Sie ist der Kormoran eben schuld am Rückgang der Fische - die Botschaft ist rübergekommen, hat aber nach kurzer Sichtung der amtlichen Quellenanlage (mich zumindest) nicht überzeugt - glücklicherweise viele andere Menschen ebenfalls nicht. 

Belassen wir es dabei. Zu dem Thema ist jetzt alles gesagt. Da die Qualität der Beiträge - um es mal ganz offen zu sagen - mittlerweile doch sehr in den Keller gerutscht ist, werde ich in Zukunft keine Kommentare mehr in diesem Zweig veröffentlichen.

 

Im Zuge meiner Internetsuche bezüglich einer Uferrenaturierung des Bodensees komme ich auf diese Seite und möchte - wenn auch spät - nicht zu dem inzwischen erledigten Kormoran-Problem und den Streit mit den "Fischern" einen Kommentar abgeben. Die Fischer gehen z.B. nicht auf ein elementares Problem des Fischbestandes ein. Nämlich des gänzlich fischfeindlichen Bodensee-Ufers. In Kressbronn z.B. konnte ich beobachten, wie Jungfische - ich bezeichne sie mal als Baby-Fische - keine Fluchtmöglichkeiten gegenüber dem Barsch (Kretzer, Egli) haben. An den Mauern und Molen werden sie z.B. an ein weiterschwimmen - wie sie es im Flachufer gewohnt sind - gehindert und sind an diesen Stellen zunächst irritiert. Da hat der Barsch und Barschjungfisch ein leichtes Spiel sich auf diese zu stürzen. Warum wird z.B. ein Teil der Kressbronner Bucht Kretzgrund genannt und warum liegt im Kressbronner Kreisverkehr zur B 31 der Kretzerhetzer (Schiff) ??????? Das sollten sich mal die Herren Kormoran-Feinde fragen.

Erst war es der Haubentaucher, dann die Seeschwalbe, dann der Graureiher, der ja früher fälschlicherweise Fischreiher genannt wurde (er ist ja nun mal nicht nur Fische) dann der Kormoran. Jetzt ist es nicht mehr der Kormoran, sondern der zu saubere See. Die Herren Fischer wenden sich immer den "Wehrlosen" zu weil sie gegen die Gemeinden mit den total fischfeindlichen Ufern keine Chance sehen. Der Mensch ist nie schuld, immer die Natur. Das ist doch lächerlich.   

Hallo Herr Hörstmann!

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Meines Wissens tun die Fischer schon ein einiges für den Bestandserhalt von Fischen. Aber ich würde mir ebenfalls wünschen, dass die Diskussion weg vom Kormoran (und der aberwitzigen Idee der "Seedüngung") und hin zu einem Mehr an Lebensraumschutz gehen würde.

Man muss aber ebenfalls ganz offen sagen, dass die Fischer hier wohl kaum eine Chance haben, etwas signifikant zu bewegen: Es gibt wohl kaum eine Kommune, die auf ihre Seepromenade verzichten will und wer einmal ein Stückchen Seeufer ergattert hat, der wird es nutzen wollen: Sei es als Privatstrand oder kommerziell als Cafe/Hotel/Campingplatz/... mit Seeblick. Hier geht es um Kapitalmengen, die eine immense Dimension haben, weshalb die Fischer - wohl nicht zu unrecht - keine Chance sehen, etwas zu bewegen.

Wie schwierig solche Themen am See sind, kann ich mit einem Beispiel verdeutlichen: Wir wollten mal ein Projekt zur Renaturierung von Auenwäldern durchführen und hatten dazu einen großen Projektantrag gestellt. Gescheitert ist das Projekt am Ende daran, dass der Fördergeber meinte, dass angesichts der hiesigen Landpreise eine Renaturierung zu teuer wäre.

Nicht umsonst tauchen ja alle zehn Jahre oder so die nächsten Investoren auf, die eine große Marina oder was auch immer an irgendeinen unbentutzen - deshalb vermeintlich "zu entwickelnden" Abschnitt des Seeufers stellen wollen.

Angesichts dieser Realitäten ist es eben einfacher auf den Kormoran einzuhacken oder eine "Düngung des Sees" zu verlangen. Beides halte ich - wie Sie offenbar - für fehlgeleitet aber menschlich nachvollziehbar.

Klar ist - Kormoran hin oder her - dass die Bodenseefischer sich umstellen werden müssen: Meines Wissens sind wir eben wieder auf dem Fischbestand (und damit Fischereiertrag), wie er vor Beginn der Eutrophierung im letzten Jahrhundert zu finden war. Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass die Berufsfischer einen wichtigen Teil der hiesigen Kultur darstellen. Deshalb hoffe ich sowohl für die Fischer als auch für die Region, dass die Fischer damit beginnen, andere Wege in die Zukunft zu suchen als dieses - etwas einfältige - "Eco-Engineering".

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