Biogasanlagen machen sich fit für die Zukunft

Effiziente Wärmenetze und flexible Stromerzeugung sind die Zukunft von Biogasanlagen
Workshop von Energieagentur Regio Freiburg, Fachverband Biogas und Bodensee-Stiftung

Donaueschingen: Wie werden effiziente Nahwärmenetze zur Wärmenutzung von Biogasanlagen Wirklichkeit? Fragen und Lösungen hierzu hatten sich die drei Veranstalter im Rahmen des Projektes „Energieregion Südschwarzwald" von der Energieagentur Regio Freiburg und dem Projekt „Gute Bioenergiedörfer in Baden-Württemberg" der Bodensee Stiftung auf die Fahnen geschrieben. Dazu diskutierte ein Teilnehmerkreis von über 30 Biogasanlagenbetreibern und Fachexperten in den Räumen der VHS Donaueschingen.

Modellhaft berichteten drei Biogasanlagenbetreiber aus ihren eigenen Projekten: Ralf Keller aus Mauenheim, Lothar Braun-Keller aus Leibertingen und Martin Hafner aus Völlkofen/Hohentengen. Diese Auswahl steht für drei unterschiedliche Konzeptionen. In Mauenheim setzte ein „Bürgerstadtwerk", die solarcomplex AG aus Singen erstmalig in Baden-Württemberg ein „Bioenergiedorf" um. Daran sind mittlerweile über 80% der Haushalte Mauenheims angeschlossen, wozu die Kellersche Biogasanlage die Abwärme aus den BHKW zur Beheizung der Wohnungen mittels eines Nahwärmenetzes liefert. Die Zufriedenheit der Häuslesbesitzer ist sehr hoch, die eigene Heizung im Haus ist nicht mehr erforderlich.

In Leibertingen übernahm die Kommune dank eines engagierten Bürgermeisters die Finanzierung und den Betrieb des Nahwärmenetzes. Dies gehört seinen Aussagen zufolge zur Daseinsvorsorge und Lebensqualität – übrigens genauso wie die gleich mitverlegten Glasfaser-Kabel während der Baggerarbeiten für die Nahwärmeleitungen. Diese werden bereits heute für die Steuerung des Nahwärmenetzes und der Heizzentrale genutzt.

Martin Hafner schließlich hat das Nahwärmeprojekt als Anlagenbetreiber selbst finanziert, da z.B. weder eine Bürgerenergiegenossenschaft noch die Kommune zur Verfügung standen. Vielmehr forderten ihn die Bürger auf: „Mach's und ich schließe an!".

Den Hauptteil des Workshops nahm die anschließende Diskussion ein. Dabei wurde deutlich, dass für den Erfolg eines Nahwärmenetzes neben gewissenhafter Planung und effizientem Betrieb vor allem die frühzeitige Einbeziehung der Bürger wichtig ist. Vollständige und transparente Information stehen im Vordergrund, um das Vertrauen der zukünftigen Nahwärmekunden zu gewinnen. Insbesondere die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit seien Aspekte, die über Informationsveranstaltung und Einzelgespräche erläutert werden müssen.

 

Die Präsentationen der Referenten finden Sie unter: 

http://www.energieregion-suedschwarzwald.de/downloads/akteursworkshops/